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Army of Two: Across the Border: Zwei gegen das Drogenkartell

Die Grundidee der „Army of Two“-Spiele ist sicherlich interessant und der kooperative Modus auch unterhaltsam, doch leider scheiterten Salem und Rios an schwachen Stories und technischen Mängeln. Dennoch entschied sich IDW Publishing eine sechteilige Miniserie namens „Across the Border“ über die beiden Testosteron-Rambos auf den Markt zu bringen.

  14.06.2011   3 Kommentare   937 Klicks
 
 
Army of Two: Across the Border 7,0 1

Die Geschichte, aus der Feder von Peter Milligan, setzt genau am Ende des ersten Teils der „Army of Two“-Serie an. Eliot Salem und Tyson Rios fanden heraus, dass ihr Arbeitgeber die SCC ordentlich Dreck am Stecken hatte und entschieden sich, den Laden mal aufzuräumen. Viel war von der Security and Strategy Corporation nicht mehr übrig als die beiden damit fertig waren. Im Anschluss gründeten Salem und Rios gemeinsam mit Alice Murray ihre eigene kleine Söldnerfirma namens Trans World Operations, kurz T.W.O.. Der erste Auftrag für ihre neue Organisation verschlägt die beiden Söldner nach Mexiko, wo sie das ortsansässige Militär im Kampf gegen Drogenkartelle unterstützen sollen. Da Salem eine Knieverletzung hat, muss ein weiteres Mitglied das Team unterstützen. Der Ex-Marine Edberg bringt zwar alles Qualifikationen mit, doch ist es schwer für ihn sich in das eingespielte Zweimannteam zu integrieren. In Mexiko merken die drei schnell, dass es sie es hier nicht nur mit ein paar kleinen Gangstern zu tun haben, denn die Kartelle sind mit den besten Waffen ausgerüstet. Das ist aber nicht das einzige Problem, denn allem Anschein nach kooperieren auch Teile der Polizei und des mexikanischen Militärs mit den Kartellen, was die Situation alles andere als vereinfacht. Schaffen es Salem und Rios ihre Trans World Operations in diesem Strudel aus Korruption und Verrat sauber zu halten oder droht ihnen das gleiche Ende wie der SCC?

Die Story von Peter Milligan geht im Verlauf der Miniserie tiefer auf die Beziehung zwischen Salem und Rios ein, was die Spiele so nicht thematisiert haben. Natürlich sind die beiden im Kampf  ein perfekt eingespieltes Team, doch wie sieht es in der Freizeit aus und wie gut kennen sich die beiden eigentlich wirklich? So gestaltet sich die Story überraschend tiefgründig und gibt viele Informationen zu den Charakteren preis, die die Macher von Army of Two und bisher vorenthielten.

Die Zeichnungen von Dexter Soy sind sehr ansprechend und treffen den Look der Spiele ziemlich gut. Das mag vermutlich auch daran liegen, dass Dexter gewisse Vorgaben für seine Arbeit erhalten hat. Im Gespräch mit ihm, verriet er mir einige interessante Hintergründe zu seiner Arbeit und wie er sich darauf vorbereitet hat. „Ich hatte damals nur den ersten Teil von Army of Two gespielt, da der zweite noch nicht draußen war. Um mich auf die Arbeiten an der Comicserie vorzubereiten, bekam ich einige Referenzen zu den Charakteren zur Verfügung gestellt und man rat mir ein paar mexikanische Gangsterfilme anzuschauen“, erklärt Dexter. So musste er auch den Übergang des Looks aus dem ersten Teil zum zweiten „The 40th Day“ berücksichtigen, welcher damals gerade in der Entwicklung war. Hier wird nochmal klar, dass die Zeichner von Comics zu Videospielen nicht die künstlerischen Freiheiten wie bei anderen Arbeiten haben und man diesen Aspekt bei der Beurteilung der Zeichnungen im Hinterkopf behalten sollte. Dennoch meint Dexter rückblickend aus seine Arbeit: „ Die Zusammenarbeit mit EA und das wirken an einem Comic der auf einem Videospiel basiert hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch eine große Chance für mich. Es war gleichermaßen ein Vergnügen und eine Herausforderung, mit solch talentierten Leuten zusammen zu arbeiten und von ihnen den einen oder anderen Ratschlag zu bekommen“. Aktuell arbeitet der auf den Philippinen lebende Künstler für einen Underground Writer und zeichnet Cover für Marvel Comics. Natürlich ist Soy auch ein Gamer und steht vor allem auf Action- und Adventure-Spiele. Aktuell spiele er jedoch Skate 3, verriet er mir mit einem Grinsen im Gesicht.

Fazit

Mal abgesehen davon, dass Dexter Soy ein wirklich sympathischer Typ ist, haben mir auch seine Zeichnungen sehr gut gefallen. Die Story hat mich sehr positiv überrascht, da sie mehr Tiefgang bietet als die Spiele und man so einige Informationen zu den Charakteren bekommt, was Gamern bisher verwehrt blieb. Endlich kam auch raus, dass Alice Murray, welche Salem und Rios von der Zentrale aus unterstützt, etwas mit einem von beiden hatte. Leider erfährt man nicht mit wem. Der aus den Spielen bekannte Humor und die derben Sprüche hat der Autor nur teilweise übernommen, wodurch die ganze Story von Across the Border deutlich ernster wirkt als die Spiele. Die internationale Presse war nicht so begeistert von der Comicserie, was aber meistens an der Abneigung zur Spielevorlage oder dem Setting lag. Klar, wer die Spiele nicht mag, wird sich auch nicht die Comics zulegen, oder? Das Szenario mit dem Kampf gegen mexikanische Drogenkartelle ist nicht besonders innovativ, aber stört auch nicht weiter. Mir haben die Comics auf jeden Fall gut gefallen, wobei ich auch zugeben muss, dass ich schon einige Nächte im Koop von Army of Two verbracht habe.

Wie bei vielen anderen Gamecomics ist auch Army of Two: Across the Border bisher nicht in Deutschland erschienen. Eine Rückfrage bei verschiedenen deutschen Verlagen, blieb ohne Erfolg, denn es ist keine Veröffentlichung geplant. Wer Interesse hat muss somit entweder zm Comicdealer seines Vertrauens, über die IDW Comics App oder die Miniserie im Web kaufen. Fans werden sicherlich ihren Spaß damit haben.

Kommentare

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19meiky84
von 19meiky84 | 15.06.2011, 08:59 Uhr
1. gibt es auch nen Link für Leseprobe und 2. mag das Spiel garnicht, ist der Comic dennoch zu empfehlen?

2 Antworten:

Daniel_K
von Daniel_K | 15.06.2011, 13:15 Uhr
Hi,
1. Ne leider nicht - zumindest offiziell
2. Wenn du die Games nicht magst, wird dir der Comic auch nicht besonders gefallen. Auch wenn die Story besser ist smile.gif
19meiky84
von 19meiky84 | 15.06.2011, 14:46 Uhr
Danke für die Info, dann lass ich es lieber. Gibt genug Lesestoff wink.gif
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