Batman: Arkham Asylum Madness, hat nichts mit den Spielen von Rocksteady zu tun und ist eine komplett separierte Story. Aufgrund der etwas ungewöhnlichen Geschichte und der guten Atmosphäre, habe ich mich entschlossen euch den Band vorzustellen. In Madness erleben wir einen Tag in Arkham und begleiten die junge Pflegerin Sabine während ihres Arbeitstages. Sabine arbeitet alles andere als gerne in der Anstalt. Doch durch Hypotheken und Schulden, muss auch die junge Mutter arbeiten gehen. Am meisten macht ihr die Trennung von ihrem Sohn zu schaffen, weswegen sie regelmäßig in Tränen ausbricht. Mit der Unterstützung ihrer Kollegin Randy versucht sie aber so gut wie möglich ihre Schicht hinter sich zu bringen.
Aktuell sitzt in Arkham mal wieder alles ein was Rang und Namen hat: Killercroc, Two-Face, Scarecrow und einige andere von den bekanntesten Schurken aus Gotham. Nicht zu vergessen der Joker. Das Personal hat also alle Hände voll zu tun. Dazu gehören die Wächter, die zum Beispiel die Aufgabe haben Killercroc zu Füttern und auch die Ärzte, welche in ihren Therapiestunden versuchen den Insassen zu helfen. Jeder geht im Laufe des Tages seiner Arbeit nach. Der Einzige unterschied ist, dass die zentrale Uhr nicht mehr funktioniert und ein ständiges Hämmern zu hören ist. Am Anfang schenkt kaum einer der Uhr oder dem komischen Geräusch Beachtung. Als aber aus der Uhr Blut heraustropft, werden die Wächter misstrauisch. Hat es ein Insasse geschafft, sich aus seiner Zelle zu befreien? Die Angst ist berechtigt, denn in der Vergangenheit ist es den Verbrechern immer wieder gelungen aus ihren Zellen auszubrechen, was einige Wärter das Leben gekostet hat. Nach einer Überprüfung scheint alles in Ordnung zu sein. Jedoch hört weder die Uhr auf zu Bluten, noch verstummt das Hämmern. Langsam aber sicher macht dass das Personal ganz verrückt. Sabine ihrerseits versucht nur bis zum Ende ihrer Schicht durchzuhalten, um endlich wieder nach Hause zu kommen. Kurz vor Feierabend, wird eine Kollegin gefeuert und Sabine muss auch noch die gefürchtete Nachtschicht übernehmen. Als wäre das noch nicht genug, so wird das Hämmern in Arkham immer lauter und auch aus der Uhr fließt immer mehr Blut. Keiner weiß, was es mit der Uhr oder dem Hämmern auf sich hat. Nur einer sitzt in seiner Zelle und lacht darüber – der Joker. Hat er was damit zu tun? Plant er etwas? Und wie hat er es geschafft an ein Bild von Sabines Sohn heranzukommen?
Telenovela?
Sam Kieth ist Zeichner und Autor zugleich. Seine Story erinnert ein wenig an eine Episode aus einer Arztserie. Wir erfahren viel über den Tagesablauf in Arkham. Auch wer mit wem etwas hat und welche Probleme jeder mit sich herumträgt. Im Gegenzug gibt der Autor auch viel über die Insassen und deren Tagesablauf preis. Interessant sind auch die Therapiestunden, in denen nicht klar ist, wer der Patient und wer der Arzt ist. Lange Zeit weiß man als Leser nicht, wohin die Geschichte führt und es kommt auch keine richtige Spannung auf. Zumindest am Anfang. Doch dann baut sich langsam, mehr unterschwellig, ein bedrückendes Gefühl beim Lesen auf und man möchte unbedingt wissen warum die verdammte Uhr blutet und woher dieses zermürbende Hämmern kommt. Die Zeichnungen erinnern an einen Mix aus Cartoon und Kinderbuch. Dieser Stil ist etwas verwirrend, passt aber zu Geschichte, auch wenn die Darstellungen ganz klar Geschmackssache sind. Sam Kieth präsentiert aber auch sehr düstere und detaillierte Nahaufnahmen der bekannten Bösewichte, was ganz klar die optischen Highlights des Bandes sind.
Fazit
Die Story fand ich auf den ersten Seiten ziemlich öde, doch änderte sich das relativ schnell. Sobald man mehr über die Anstalt, das Personal und die Insassen erfährt kommt eine tolle Atmosphäre auf, die mich immer wieder an den Klassiker „Einer flog übers Kuckucksnest“ aus dem Jahre 1975 mit Jack Nicholson erinnerte. Die Zeichnungen fand ich bis auf die Portraits der Insassen nicht so toll. Zu verspielt und ungenau. Insgesamt eine unterhaltsame Story über das Leben in Arkham und mal wieder ein Comic, in dem nicht ein üblicher Schlagabtausch zwischen Batman und einem Schurken stattfindet. Apropos Batman: Dieser hat in Madness gar keinen Aufritt.
Zur Leseprobe
Batman Arkham Asylum Madness von Sam Kieth mit 116 Seiten im Softcover ist bei Panini Comics erschienen. Preis 14,95 Euro.
Ihr wollt mehr über Comics lesen? Dann besucht micomics vom Author.