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Special: Frauen an die Waffen!: Die Pflicht ruft! Oder: Warum Frauen dringend Ego-Shooter spielen sollten!

Hartnäckig halten sich seit Jahren die Gerüchte, Ego-Shooter würden die vorwiegend männliche Bevölkerung zur absoluten Verrohung führen. Ballern mache einsam und dumm, so heißt es an allen Ecken und Enden. Unsinn! In einem spektakulären Selbstversuch habe ich mich an diesem Wochenende mit der Materie beschäftigt – und meinem Leben eine völlig neue Wendung gegeben.

  17.11.2011   27 Kommentare   1824 Klicks
Special: Frauen an die Waffen! 0,0 0

Ich muss vorab gestehen, dass ich vielen Spielegenres bisher eher ablehnend gegenübergestanden habe. Oder besser: Ich habe ihre Existenz ignoriert oder sie mit fiesen Vorurteilen belegt. Soweit die Vorgeschichte – und nun sah ich mich also am Wochenende mit Call of Duty: Modern Warfare 3, meiner Konsole und jeder Menge Zeit konfrontiert. Und was soll ich sagen – ich verstehe seither die Welt nicht mehr! Es gibt einfach kein Spielegenre, das von der Gesellschaft so derart verkannt wird, wie es bei Ego-Shootern der Fall ist. Und dann noch von Frauen völlig zu Unrecht als Männerdomäne abgestempelt wird. Warum? Ich erkläre es kurz und bündig, basierend auf meinen Erfahrungen mit Call of Duty. 

Wer behauptet, Ego-Shooter würden einen verblöden lassen – der lügt. Im Gegenteil: Sie bilden ungemein. Wer kriegt schon in so kurzer Zeit so viele geschichtliche Fakten geboten wie in Ego-Shootern? Nehmen wir die Story in MW3: Sie bringt prägnant, kurz und bündig vorab auf den Punkt, was ich schon immer zur Geschichte wissen wollte. Was interessieren mich auch vielschichtige, komplexe oder gar tiefgehende Prozesse der Vergangenheit? MW3 hat verstanden, mir innerhalb weniger Sekunden klarzumachen, dass Gut gegen Böse keinesfalls an Aktualität verloren hat. Früher brauchte man langweilige Märchenbücher und viel Zeit, um der künftigen Generation einen Einblick in die Geschichte zu vermitteln – die werde ich jetzt zugunsten von MW3 aus dem Regal entfernen.

Bessere Noten durch Ego-Shooter? Zumindest in Geographie oder Physik kein Ding der Unmöglichkeit! Hier lernt man eine Menge interessanter und relevanter Daten und Fakten. Ich werde jedenfalls dank des tollen und spektakulären Turm-Einsturzes nicht  mehr vergessen, dass es sich bei Paris um die Hauptstadt Spaniens handelt. Und ein vielschichtiges Wissen um AK-47, FAD und MK-14 kann vor allem für die berufliche Zukunft nicht schaden.

Shooter sind nicht sozialverträglich oder familienfreundlich? Der größte Unsinn! Wo findet man das sonst noch in der Gesellschaft...Generationen vereint auf dem Sofa! Während der pubertierende Bruder hier endlich einmal Anerkennung findet, kann Opa sogar noch geschichtliches und hochgradig individuelles Hintergrundwissen mitteilen. Und wer behauptet, das Ballern würde einsam machen – der werfe doch mal einen Blick auf die Multiplayer-Optionen.

Wer einmal im Fernsehen einen Bericht über die Einschulungstests bei Kindern gesehen hat, wird die Problematik kennen: Da drängen junge Menschen in die Grundschule, die vielfach weder Fahrradfahren noch einen Meter weit springen können, vom Laufen einmal ganz abgesehen. Überengagierte Eltern halten sie zusätzlich von der Ausbildung motorischer Fähigkeiten fern, indem das stundenlange Spielen am PC oder der Konsole meist über Jahre untersagt wird. Das Erlernen fremder Sprachen – im Falle von CoD zum Beispiel  durch Yuri oder den Bösewicht Makarov gesichert – wird diesen Kindern zusätzlich erschwert. Vorbilder wie Price oder Soap, die den Lebensweg der Kleinen positiv gestalten und wohlwollend in Richtung Gehorsam und Disziplin lenken könnten, werden hier ohne Rücksicht auf die neue Generation ausgeblendet.

Call of Duty ist brutal – das ist nichts für Frauen! Ein gängiges Vorurteil, das sich wiederum leicht widerlegen lässt. Gerade dieser Ego-Shooter fordert explizit weibliche Stärken heraus. Ständig muss mit dem Nebenmann kommuniziert, auf komplexe Befehle wie „Yuri, hier rüber“ oder „Frost, warte hier“ angemessen reagiert werden. Multi-Tasking ist hier nicht nervig, sondern bedeutet einen Mehrwert an Lebensjahren. MW3 skizziert eine Gesellschaft, wie sie meiner Meinung nach wirklich sein sollte: Im tiefsten Innern sozial und auf Teamplay ausgerichtet! 

Mein Fazit zu Modern Warfare 3: Der kundige Leser wird meine tiefgreifende emotionale Bindung zum Spiel bereits nach den ersten Sätzen entdeckt haben. In den neun Stunden, die ich – wohlgemerkt als Anfänger – für den Kampagnenmodus benötigt habe, haben sich mir ungeahnte Möglichkeiten dieses Genres eröffnet und erschlossen. Und ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf mein eigentliches Anliegen zurückkommen: Gerade Frauen sollten Ego-Shooter nicht länger als dämliche und langweilige Beschäftigung abtun, bei der es nichts zu lernen gibt und obendrein noch Menschen getötet werden. Vielmehr sollten sie diese Games als Ressource begreifen. Eine Ressource für ein gemeinschaftliches Miteinander, für mehr Kommunikation und soziales Verhalten, für Toleranz und Zusammenhalt – vor allem in der eigenen Familie. 

Kommentare

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Anne
von Anne | 20.11.2011, 17:23 Uhr
Tja, interessant ist ja eigentlich auch die Frage, ob die Spieleindustrie einfach zu wenige Titel für Frauen bereithält bzw. nicht genügend frauenaffine Themen in Spielen angeboten werden - oder ob Frauen einfach generell zu wenig Interesse an der Materie haben, was im Bereich Ego-Shooter ja durchaus der Fall sein könnte.

4 Antworten:

BuzzWoll
von BuzzWoll | 20.11.2011, 22:26 Uhr
Ich glaube, dass niemand so recht das wagniss eingehen möchte ein Frauenfreundliches Spiel zu machen - das wäre ein völlig neues konzept und vermutlich würde das auf große abneigung bei der "männlichen" Gamerszene treffen => weniger Verkaufe => keiner wagts

PS: Flower finde ich schon recht feminin - ein sehr geniales spiel !
PonyAllstar
von PonyAllstar | 21.11.2011, 05:57 Uhr
Bitte definiert "frauenfreundlich" und "frauenaffin".
Anne
von Anne | 21.11.2011, 13:11 Uhr
Hm...also "frauenaffin" - das heißt für mich, dass insbesondere Wert auf eine gute Story gelegt wird. Ich höre im Freundeskreis von Frauen des Öfteren das Argument, man könne ein Game eben deshalb nicht spielen, weil sozusagen ein Plot fehlt. Ich denke persönlich, dass der weiblichen Belegschaft die Sinnhaftigkeit einer Geschichte besonders wichtig ist. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass Männer vorwiegend Games ohne Substanz zocken. Man kann auch nicht alle pauschal in irgendeine Schublade packen.
BuzzWoll
von BuzzWoll | 21.11.2011, 15:38 Uhr
hmm ja das ist ja aber so ziemlich das gleiche...

affin bedeutet ja ursprünglich verwandt (laut wiktionary)

Wie auch immer es läuft aufs gleiche raus: Es würde wohl kaum jemand wagen
Blade369
von Blade369 | 19.11.2011, 22:16 Uhr
Schöner Artikel smile.gif Wobei mich grade eine Frau in UT2004 vorgeführt hat^^ (Jedenfalls ein weiblicher Spielername wink.gif ) Das demütigt doch mehr als es sollte biggrin.gif. Auch bei den LANs bei den ich war, sind die Frauen immer gut weggekommen. Aber Sprüche wie "NOOOB PWD!" sollten doch bitte ausbleiben smile.gif

1 Antwort:

Anne
von Anne | 19.11.2011, 22:41 Uhr
UT...hm...also da bin ich tatsächlich auch nicht so schlecht. Spezialisiert auf Flaggen grabschen und wegrennen.
InvaderGimli
von InvaderGimli | 19.11.2011, 17:59 Uhr
In meinen Vielen Jahren als Zocker hab ich schon oft miterlebt, das weibliche Spieler wesentlich schneller handeln können. Da kann es sich um komplexe Strategiespiele handeln oder um simple bis etwas anspruchsvollere Shooter handeln.
Enemy Territory z.B. da muss ich zu meiner Schande eingestehen...das ich nie gegen die Weibliche Konkurenz gewinnen konnte. Aber, Männer, die sich sowas nicht eingestehen können geben die Schuld dem Internet, da kann man sich ja auch als Frau ausgeben, obwohl man( n ) keine ist wink.gif

1 Antwort:

Hen
von Hen | 19.11.2011, 22:52 Uhr
Ja, Multi-Tasking bekommt da eine ganz andere Bedeutung smile.gif
19meiky84
von 19meiky84 | 18.11.2011, 19:16 Uhr
Echt Klasse Artikel, Respekt wink.gif Ich finde generell dass zu wenige Frauen zocken =)

2 Antworten:

Anne
von Anne | 18.11.2011, 22:54 Uhr
Hehe...ich sag nur: Das Autolino-Einparkspiel. Nix für Frauen biggrin.gif
Anne
von Anne | 19.11.2011, 16:45 Uhr
Wohl doch...Platz 7.
PonyAllstar
von PonyAllstar | 18.11.2011, 11:49 Uhr
Danke, für den Artikel. Ich kenne allerdings viele Frauen, die Shooter wie Bioshock spielen, aber kein CoD. Kriegsspiele bilden nochmal ne andere Kategorie, denke ich. Ich hab allerdings nicht immer den Anspruch etwas lernen zu müssen, wenn ich daddel- übertragen auf andere Medien wäre das ja echt ne Katastrophe.Na, aber die Genderproblematik scheint dich ja schwer zu beschäftigen.

1 Antwort:

Anne
von Anne | 18.11.2011, 13:04 Uhr
Ich kann deinen Ansatz verstehen, was das Lernen angeht. Und da man nach einigen Stunden CoD garantiert nicht aussieht wie ein weiser alter Mann, dürfte der tatsächliche Gehalt von Kriegsspielen klar sein. Was die Genderproblematik angeht, so ist sie als Aufhänger zu betrachten biggrin.gif Meine Interessen tangiert das nur sehr gering...
Anne
von Anne | 18.11.2011, 10:45 Uhr
Ach so, lieber mh: Kanonenfutter? Vielleicht solltest du mal mit mir spielen, nicht mit deiner Mama biggrin.gif Hahaha

1 Antwort:

Hen
von Hen | 18.11.2011, 11:40 Uhr
wink.gif lustig
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Wirklich Eintrag löschen?

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