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Download-Hits: Juni 2011

Ab sofort versuchen wir einmal pro Monat die wichtigsten Download-Only-Titel auf DemoNews vorzustellen (wobei außergewöhnliche Ausnahmen durchaus noch einen eigenen Artikel abbekommen können). Entsprechend wird dies hier eine regelmäßige Anlaufstelle für die immer großartiger werdende Independent-Szene – und weil diese bereits unüberschaubar groß erscheint, rufe ich euch alle auf mir zu schreiben, falls ihr mal ein Kleinod entdeckt über das es sich zu berichten lohnt.

  12.07.2011   2 Kommentare   3514 Klicks
Download-Hits 9,0 2

Terraria (PC, Steam)

Dieses Spiel ist zwar bereits Mitte Mai erschienen, jedoch ist es dermaßen gut, dass ein Ignorieren meinerseits/unsererseits einem Verbrechen gleichkäme. Ihr kennt alle Minecraft – und falls nicht, dann folgt hier eine kurze Erklärung des jüngsten Indie-Phänomens:  Mit einem kleinen Männchen buddelt ihr euch durch eine riesige, per Algorithmus zufallsgenerierte Spielwiese, sammelt Bausteine und setzt diese nach Belieben wieder in die Szenerie. Zusätzlich öffnet ihr euer Schmiedefenster und schaut, ob ihr mit den gesammelten Materialien irgendwelch nützliches Werkzeug erstellen könnt. In der derzeit erhältlichen Beta-Version könnt ihr obendrein ein paar Monster hinzu schalten und um euer Überleben kämpfen.

Terraria leiht sich diese Idee und erscheint auf den ersten Blick wie eine freche 2D-Kopie mit Bitmaps anstatt Polygonen. Doch wo Minecraft bislang nur an der Oberfläche kratzt beziehungsweise eher notdürftig ein Spielziel anbietet, da wirkt Terraria um Meilen ausgereifter. So besteht jede Spielwelt aus verschiedenen Gebieten, angefangen mit einem schummrigen Wald, übergehend zur öden Wüste, überraschend mit diversen fliegenden Inseln und enorm bedrohlich in der Lava verseuchten Unterwelt. Jede dieser Stationen ist mit allerlei bösen Monstern bestückt, deren Gemeinheitsgrad noch einmal ordentlich anzieht, sobald sich der Tag zur Nacht wandelt.

Ich selbst kratze bislang nur an der Oberfläche von Terraria, obwohl ich mich bereits Stundenlang durch die Gegend gebuddelt habe. Ähnlich wie in Minecraft erbeutet ihr so diverse Rohstoffe, die ihr dann in allerlei nützliche Werkzeuge umfunktioniert. Baut eine effektivere Spitzhacke, schmiedet eine schicke Rüstung oder spannt einen neuen Bogen: Die RPG- und Adventure-Elemente sind griffig und theoretisch schnell kapiert. “Theoretisch“ deshalb, weil leider auch eines der größten Mankos des Vorbildes kopiert wurde: Es gibt keine gescheite Anleitung. Ihr müsst alles selbst herausfinden, darunter auch das ihr eine Werkbank zum Bau komplexerer Gegenstände benötigt oder nur mit einem Kaminofen z.B. Eisenstücke zu wertvollen Barren schmieden könnt.

Deshalb empfehle ich gleich einen Blick auf eine der zahlreichen Hilfe-Seiten, beispielsweise Terraria-Wiki. Habt ihr erst einmal die ersten Hürden gemeistert und euch ein kleines Haus gebaut, in dem ihr halbwegs geschützt vor den bösen Monstern seid, dann wird euch Terraria nicht mehr so schnell los lassen.

Jamestown (PC, Steam)

Da möchte ich ein Spiel ausdrücklich loben und muss doch zuerst darauf schelten: Jamestown hat eine Geschichte, die auf eine durchaus faszinierende Art die Kolonialisierung Amerikas mit einem fiktiven Steampunk-Anstrich kombiniert – jedoch ist mir bei den dezent kryptischen Texten nicht klar, was da nun wirklich abgebt. Das ist aber auch nicht wirklich wichtig, denn Jamestown ist sowieso “nur“ ein klassisches 2D-Shoot’em Up.

Bereits die Grafik schreit nach Retro, mit ihren schön bunten und klar abgetrennten Pixeln. Fünf Haupt- sowie zahlreiche Bonuslevels gilt es zu bestaunen, die allesamt einen prächtigen Charme ausstrahlen. Dazu ertönt im Hintergrund eine erstaunlich vielschichtige Musik im orchestralen Stil – besonders Hauptmenü und das Endboss-Thema haben es mir angetan. Francisco Cerda heißt der Komponist und alle Soundtrackliebhaber sollten den Jungen im Auge behalten.

Spielkonzept sowie Spieldesign gefallen mir ebenfalls recht gut, auch wenn ein paar Passagen in Level 2 etwas langatmig herüber kommen und der Gesamtumfang doch recht mickrig ist. Das Waffensystem ist auch auf den ersten Blick karg, so gibt es kaum Upgrades zu sammeln. Ihr könnt nur für eine kurze Zeit unverwundbar werden sowie für ein paar Sekunden doppelt so stark schießen, wenn ihr zuvor die entsprechenden Zahnräder einsammelt, die wiederum die zerstörten Gegner hinterlassen haben.

Der Clou liegt im Shop begraben: Dort kauft ihr sowohl die diversen Bonuslevels als auch alternative Raumschiffe ein, die allesamt ihre eigene, individuelle Waffe tragen. Auch lohnt sich das zaghafte hochdrehen des Schwierigkeitsgrades, denn nur so gelangt ihr zu den finalen beiden Stages. Abgerundet wird das liebevolle Shoot’em Up durch einen 4-Spieler-Modus, der leider lokal bleibt und Online-Fans im Regen stehen lässt.

Galaga Legions DX (Xbox 360, Xbox Live Arcade)

Genau wie Pac-Man Championship Edition bekommt nun auch Galaga Legions eine zusätzliche Ehrenrunde zugestanden. Diese Deluxe Version ist zwar nicht ganz so spektakulär anders, wie im Falle des Pillenmampfers – aber sie macht immerhin ein vormals doch recht knackiges Actionspektakel spielbarer sowie immens fairer.

Zunächst scheint sich nicht viel geändert zu haben: Wieder schießt ihr euch mit einem Raumschiff durch mehrere Stages und seht im Vorfeld die Flugbahn einer neuen Feindtruppe in Form einfacher Striche angedeutet. Das Abschießen einzelner Flieger ist oftmals nicht der effizienteste Weg der Zerstörung, denn die Gegner sind flink wie zahlreich. Erwischt ihr jedoch den oder die Anführer, dann zerplatzen automatisch die Gefolgsleute.

Ein ganz wichtiges Element ist das Kapern von Galaga-Einheiten, die dann gemeinsam auf eurer Seite stehen. Und hier kommt nun der wesentliche Unterschied der Deluxe-Version zum Tragen: Während ihr in der alten Version die Schussrichtung eurer Kompagnons nur eingeschränkt verändern durftet, könnt ihr sie hier nach Belieben mit dem rechten Analogstick verstellen. Obendrauf wird das Spielgeschehen bedeutend langsamer, sobald eine Kollision mit einem Feind oder einem Geschoss droht – Namco-Fans kennen diese Idee aus Pac-Man C.E. Deluxe.

All dies vereinfacht den Spaß immens, weil ihr nun viel gezielter auf den Gegner losgehen könnt. Gleichzeitig bleibt das Spiel lustig wie motivierend, denn der Hi-Score-Instinkt ist geblieben

Half-Minute-Hero (Xbox 360, Xbox Live Arcade)

Stellt euch vor: Die Welt steht vor der Zerstörung und ihr habt nur dreißig Sekunden Zeit etwas dagegen zu unternehmen. So irrwitzig wie das klingt, genau so lautet das Konzept von Half-Minute Hero, der Xbox-Live-Arcade-Umsetzung eines nie offiziell in Deutschland erschienen PSP-Geheimtipps.

Wahlweise in Retro-Pixeln (blockig, aber charmant) oder im Comic-Look (übersichtlicher, aber schlicht wirkend) bestreitet ihr mit eurem Helden zahlreiche Missionen, in denen ihr am Ende einen größenwahnsinnigen Endgegner besiegen sollt. Das Laufen auf der Oberwelt sowie die Zufallskämpfe, die rein konzeptionell gesehen an ganz normale J-RPGs erinnern, werden vom Programm rasend schnell abgespult. In Städten dürft ihr neue Rüstungsteile einkaufen, ein Heilkraut ins Gepäck stecken oder mit den Bewohnern reden. Diese stellen euch auch gerne mal eine wichtige Aufgabe, ohne deren Lösung ihr nie und nimmer bis zum Fiesling kommen würdet.

Dreißig Sekunden ist nun eine verdammt kurze Zeit, weshalb sich die Storyschreiber einen Trick ausgedacht haben: Schnell schmiedet ihr Freundschaft mit einer Göttin, die in den Städten frei Haus die Zeit anhält. Zudem könnt ihr gegen etwas Gold die Uhr komplett zurück drehen. Das macht den eigentlichen Gag zwar ein Stück weit zunichte, doch letztlich ist es ein guter Kompromiss zwischen der Grundidee sowie einer allgemein brauchbaren Spielbarkeit.

Zusätzliche freischaltbare Modi sorgen für einen stattlichen Umfang und die wahrlich originelle Spielidee sollte so gut wie jeden Rollenspielfan neugierig machen. Das Drumherum ist insofern niedlich-verspielt, als das es wirklich für jede Runde einen eigenen Vor- wie Abspann gibt – die sich freilich abbrechen lassen. Problematisch ist einzig die nicht perfekt adaptierte Steuerung, weshalb ihr euch in der Oberwelt gerne mal “verrennt“ und deshalb im schlimmsten Fall eine Episode wiederholen müsst… was aufgrund der wahrlich kurzen Spielzeit kein Beinbruch ist.

Zurück in die Zukunft – Das Spiel (PC, Steam / Telltale)

Dieser Abschnitt ist mehr ein Ausblick auf eine noch kommende Kritik: Anfang diesen Jahres stellte ich euch die erste Episode von Telltales Zurück-in-die-Zukunft-Saga vor, die Entwicklergetreu dem Adventuregenre angehörte. Nun, ein halbes Jahr später, sind alle fünf Episoden erhältlich und die offiziell von Bob Gale, einem der Drehbuchautoren der Original-Trilogie, abgesegnete Geschichte hat ihren Abschluss.

Fans eben dieser Filme können auf alle Fälle zuschlagen. Die Qualität der Handlung ist erstaunlich gut und auch wunderbar abgedreht im Sinne von: In einer Realverfilmung käme es komisch, in dem bunten Polygon-Comic-Stil macht es Laune. Was die Rätsel und das eigentliche Spielerlebnis anbelangt, bitte ich noch um etwas Geduld: Dies wirkt für meine Belange eher unbefriedigend, soweit wie ich mich bislang gerätselt habe. Passend zum Serienmotto: To be continued…

Kommentare

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dannyboy123
von dannyboy123 | 12.07.2011, 22:36 Uhr
Gut wäre es noch gewesen, wenn bei den einzelnen Titeln die derzeitigen Preise beigestanden hätten wink.gif Ansonsten ein sehr guter Artikel! smile.gif
19meiky84
von 19meiky84 | 12.07.2011, 15:10 Uhr
Sind echt gute Sachen dabei aber von dem mega farbenfrohen Galaga halt ich nicht so viel (Vorsicht!!! Keinen ... rauchen oder andere Dinge zu sich nehmen) =)))) Übrigens, toller Artikel und sehr Aufschlussreich wink.gif
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