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Eine Serie voller Soul: Von Soul Edge bis Soul Calibur IV

Es war einmal ein Prügelspiel… mit Waffen. Das hieß SoulCalibur… nein, das meine ich gar nicht… Soul Blade… nö, auch nicht richtig… Soul Edge, genau! Spielen konnte man es erstmals im Jahre 1995, ausschließlich in der Spielhalle, und ab Ende 1996 auf der alten PlayStation, wenn auch anfangs nur in Good-Old-Japan. Und es sollte der Startschuss einer Beat’em-Up-Serie sein, die bis zum heutigen Tage erstaunlich einmalig ist.

  31.01.2012   10 Kommentare   1000 Klicks
Eine Serie voller Soul 0,0 0

Schwertkampf in der Spielhalle…

Als "eckig" noch Standard war...

Replayed-Artikel sind insofern lustig, wenn man sich das alte Zeugs nach so langer Zeit erneut vor Augen führt. Doch genau diese können unter Umständen heftig schmerzen, wenn ein Polygon-Frühwerk der 90er Jahre auf dem Plan steht. Tipp: Spielt Soul Edge… äh… Soul Blade (wie es in Amerika und Europa hieß) nicht in 16:9 – das sieht nicht gut aus. Packt am besten den alten Röhrenfernseher aus und schließt die Audiokabel an die Stereoanlage. Dann ist das Eckige an Sophitia, Voldo sowie Cervantes erträglich und ihr stellt mit Erstaunen fest: „Holla, die Animationen gehen auch heute noch.“

Das Setting von Soul Edge/Soul Blade ist Fantasy… ühm… fantastisch: Anstatt sich wie in Street Fighter oder Tekken in der nüchternen Neuzeit auf Straßen oder in Hallen zu prügeln, ist die Soul-Welt sehr bunt und altertümlich. Dazu gehören schicke Tempelanlagen oder lange Mauerwerke, die im Hintergrund zu sehen sind. Richtig originell ist die Fluss-Stage: Dort kämpft ihr auf einem wackeligen Floß und treibt via Strömung an meterhohen Bambusstangen vorbei. Das sieht 2012 nicht wirklich hübsch aus, aber 1996 war es sensationell detailliert – genau wie das wehende Gras in einer weiteren Stage.

Meine Einleitung hat es bereits verraten: In Soul Edge/Soul Blade verprügelt ihr euch nicht mit euren blanken Fäusten, sondern mit Waffen. Die meisten Haudegen besitzen Schwerter, manche hingegen tragen kleine, flinke Klingen oder große, behäbige Zweihänder. Allein dadurch hebt sich die Serie bis heute von einem Großteil der Konkurrenz ab, weil der Schlagabtausch bereits rein optisch seinen eigenen Reiz besitzt. Es war sogar möglich, diese Waffen zu verlieren, wenn ihr als Spieler zu oft mit ihr blocken musstet. Eine Idee, die jedoch nicht sehr oft zum Einsatz kommt: Das Spieldesign ist für solche Abwehrmechaniken zu simpel, weil ihr mit Button-Smashing besser dran seid als durch vorsichtiges Taktieren.

…und für daheim

Beeindruckende Floßfahrt

Die PlayStation-Version profitierte maßgeblich von zwei Neuerungen: Zum einen gibt es hier viel mehr Modi, darunter ein recht komplexer namens “Edge Master Mode“. Über diesen marschiert ihr zwar ebenfalls von Kampf zu Kampf, allerdings mit diversen Handicaps. So seid ihr einmal vergiftet, ein andermal verletzt ihr euren Gegner nur durch Würfe, und wieder ganz woanders sollt ihr einfach für zwanzig Sekunden überleben.

Das andere große Plus ist die Musik: Hinter der steckt bereits im Arcade-Modus erstaunlich viel  Aufwand. So ist der Soundtrack mehr klassisch und orchestral anstatt Electronic/Techno-belastet, wie man es sonst von Prügelspielen gewohnt ist. Namco integrierte neben dem Original-OST sowie einem sehr guten Arrangement einen alternativen, komplett neuen Score, der wieder mehr in Richtung Rock & Pop schielt. Diese so genannte Khan Super Session gilt als mit das Beste, was die Prügelspielszene akustisch zu bieten hat. Getoppt wird dies von dem fantastischen Intro-Lied “The Edge of Soul“, das trotz des extrem gebrochenen Englisch, welches die Lead-Sängerin Minori von sich trällert, die perfekte Einstiegsstimmung erzeugt.

Arcade-Traum für Dreamacst

Grafikquantensprung

Das wäre die erste Station gewesen, die zwar wichtig war, aber nicht so bedeutend wie die zweite. SoulCalibur feierte ebenfalls sein Debüt in der Spielhalle, 1998 um genau zu sein, und das ungefähr mit einem doppelt so großen Feld an spielbaren Kämpfern. Ein Jahr später erschien exklusiv für Segas glückloses Dreamcast eine Konvertierung, die innerhalb von fünf Sekunden einen Einzug in die Geschichtsbücher feierte. Es regnete viele Höchstwertungen und einige GOTY-Preise.

Der Grund für die Lobpreisung lässt sich ganz nüchtern mit dem Wörtchen “Grafik“ beschreiben: SoulCalibur gehörte zu den ersten Dreamcast-Titeln überhaupt und reizte die Konsole bereits fast bis zur Maxime aus. Jedenfalls erschienen in den Folgejahren nur wenige Spiele, die rein optisch überlegen waren. Namco nahm das Arcade-Original und polierte es stark auf: Allein die Animationen waren zu ihrer Zeit unfassbar schön und können selbst aus heutiger Sicht mit der modernen Konkurrenz mithalten.

Big sword is watching you!

Bestehen die Hintergründe in der Spielhalle aus einer platten Texturtapete, so gibt es auf der Dreamcast plastische Polygone. Kurz: SoulCalibur markierte einen bedeutenden Wegpunkt in Sachen Arcade-Konvertierungen, schlicht weil die Dreamcast-Umsetzung bedeutend besser aussieht. Auch spielerisch gibt es viel mehr zu entdecken, darunter wieder einen umfangreichen Missions-Modus, bei dem ihr einer Geschichte folgt und im Kampf mit diversen Handicaps rechnen müsst.

Abseits dieser Verbesserungen begeistert SoulCalibur sowohl in der Spielhalle als auch daheim mit seiner wegweisenden “8-Way-Run“-Technik. Mit dieser könnt ihr euch frei bewegen, problemlos zur Seite gehen und damit den Gegner mühelos umkreisen. Diese Seitwärtsschritte vermitteln die leichtfüßige Spielbarkeit flotter Arena-Beat’em Ups (gemeint sind Titel wie z.B. Power Stone), ohne dabei auf die übersichtliche Seitenperspektive von Tekken, Street Fighter & Co. verzichten zu müssen.

Gibt es auch irgendwelche Verschlimmbesserungen im Vergleich zu Soul Edge/Blade? Nur im Detail: Der vorgerenderte Vorspann wurde durch einen aus Echtzeitpolygone ersetzt, der allerdings umso mehr die Grafikmuskeln der Engine demonstriert. Auch kann man die darin vertretenen Charaktere beliebig austauschen, was mitunter einige sehr spaßige Ergebnisse ergibt. Ansonsten gilt die Musik als klar schlechter, weil es diesmal keine KHAN-Edition gibt und sich die Instrumentierung künstlicher anhört.

Zu Gast bei Prügelfreunden

Grüner Außenseiter.

Ein Manko, welches für das unvermeidliche SoulCalibur 2 pulverisiert wurde: Der König der Prügelspielsoundtracks glänzt mit epischen, dramatischen bis wehmütigen Musikstücken, deren Qualität streng in Richtung Orchester schrillt. Zu diesem voluminösen Ohrenschmaus gesellt sich ein wahnwitziges Experiment: Erstmals wurde das Arcade-Original von 2002 für gleich drei Systeme zugleich portiert, dies erneut gut ein Jahr später. Die Versionen für PlayStation 2, Xbox sowie GameCube nehmen sich in technischer Hinsicht nicht viel und steuern sich alle bravurös. Zusätzlich erlaubte sich Namco einen richtig fiesen Gag, in dem sie jeweils einen anderen Bonuscharakter beisteuerten.

Und das waren bei Gott keine kleinen Fische: Auf der PlayStation 2 dürft ihr Heihachi Mishima steuern, der frisch aus Tekken eingeflogen und als einziger Soul-Kämpfer ohne Waffen fighten darf. Xbox-User gehen auf Wunsch mit der Comicfigur Spawn in den Ring, während auf dem GameCube Link aus Legend of Zelda im Auswahlmenü sitzt. Die Idee ist zugegebenermaßen brilliant, aber auch teuer für Fans der Serie. Jede Figur hat ihren eigenen Reiz: Mishima hat seine Fäuste, Link Bogen sowie Bomben und Spawn eine fette Axt.

Bau dir einen... oder eine.

Darüber hinaus konnte SoulCalibur 2 erneut in der Oberliga der damals erhältlichen Prügelspiele mithalten, allerdings war der Überstaun-Faktor des Vorgängers verflogen. Die Mördergrafik gehörte zum höheren Standard, ohne einen vergleichbaren Ausnahmestatus einzunehmen. Ein ähnliches Problem plagte zwei Jahre später SoulCalibur 3, welches einzig für PlayStation 2 erschien und als erster Serientitel  erst im Nachhinein in die Spielhalle kam: Neben ein paar neuen sowie leidlich innovativen Modi riecht dieser Teil streng nach 08/15-Fortsetzung, die mehr in Richtung “Größer, schöner, weiter“ blickt. Wirklich bahnbrechend ist hier nur ein Aspekt gewesen: der Charakter-Editor. Mit dem könnt ihr euren eigenen Kämpfer anhand Dutzend vorgegebener Kleidungsstücke, Waffen sowie Kampfstile erstellen.

Sprung zur Hi-Definition

Jetzt mit Macht.

Dieses Feature ist ebenfalls der Star von SoulCalibur 4 und addiert zudem eine Rollenspielkomponente: Einige Anziehsachen sowie Rüstungselemente beeinflussen die Stärke oder die Ausdauer des Kämpfers. Je nach Spielmodi können diese Boni an- oder ausgeschaltet sein. Technisch hat sich auch einiges getan: SoulCalibur 4 erschien als erstes Spiel der Serie für die derzeitigen Top-Konsolen und sieht entsprechend schick auf hochauflösenden LCD-Fernsehern aus. Ebenfalls bemerkenswert: Gefechte, in denen ihr mit einem kleinen Team an Kämpfern gegen ein anderes antretet, spielen sich bedeutend flüssiger, weil ihr jederzeit  und ohne lästige Ladepausen zwischen euren Recken wechseln dürft.

SoulCalibur 4 erschien für PlayStation 3 sowie Xbox 360, wobei Namco den Gag mit den Bonuscharakteren aus SoulCalibur 2 heraus kramte. Diesmal dürft ihr auf der einen Konsole mit Yoda und auf der anderen mit Darth Vader antreten, beide ausgestattet mit einem feschen Lichtschwert. Während letzterer Held ganz gut in die Kämpferriege passt, wirkt Yoda im wahrsten Sinne des Wortes “mickrig“. Inzwischen können Benutzer beider Versionen den jeweils anderen Bonuscharakter via DLC käuflich erwerben. Es lohnt sich überhaupt, die Konsole an das Internet zu schließen, denn erstmals sind in der Seriengeschichte Online-Kämpfe möglich.

Alle weiteren Veränderungen sind teilweise gelungen (wie beispielsweise die Seelenidee, die kritisch-tödliche Schläge ermöglicht) und teilweise… nicht (hierzu zählt der Schicksalsturm, ein sehr lieblos präsentierter Missionsmodus). Obwohl die Schwierigkeitsgradbalance Achterbahn fährt, ist auch SoulCalibur 4 ein sehr guter Serienvertreter, der das hohe Niveau der Vorgänger zumindest hält. Entsprechend hoch sind die Hoffnungen für den fünften Teil, der ebenfalls für PlayStation 3 sowie Xbox 360 erscheint – dieses Mal mit Ezio de Auditore als Gaststar.

Und dann war da noch…

Der Star unter den Gaststars: Kratos.

Damit bleibt zum Schluss nur noch eins, damit dieses Mini-Special auch komplett ist: ein kurzer Abriss aller “Spinoffs“ sowie nachträglich erschienener Umsetzungen. Am wichtigsten ist SoulCalibur – Broken Destiny für PlayStation Portable, das technisch absolut makellos ist (nach Tekken Dark Vengeance das nächstbeste Beispiel dafür, dass schnelle Ladezeiten via UMD in der Tat möglich sind), mit einem fantastischen Bonuscharakter namens Kratos (ihr wisst schon, der aus God of War) aufwartet und deren Spielmodi eine halbe Katastrophe darstellen (inklusive dem ätzenden Spiessrutenlauf).

Darüber hinaus gibt es diverse SoulCalibur-1-Konvertierungen für Xbox Live Arcade sowie ganz neu iPad, die zeigen, wie toll animiert das Ding auch nach dreizehn Jahren noch ist. Abschließend hat Namco mit dem exklusiv für Wii entwickelten SoulCalibur Legends einen anderen Kurs eingeschlagen, den Fokus auf den Storymodus gelegt und dabei die Spieltiefe bei den 08/15-Kämpfen vergessen.

Serienfazit

Schöne, neue Prügelwelt?

Waffen, Soundtrack, Fantasy-Setting: Das sind die drei Merkmale, die die Serie von Beginn an gezeichnet haben. 8-Way-Run, Gastcharaktere, Charakter-Editor: Dies sind die Aspekte, welche Stück für Stück hinzu gekommen sind. SoulCalibur ist und bleibt ein Eye-Candy-Vertreter, der vom Design und der K.I. her betrachtet nicht mit den Größten der Größen mithalten kann. Aber jeder Teil war zu seiner Zeit  ein technisches Brett und ist selbst aus heutiger Sicht tadellos spielbar. Allerdings fällt es mir langsam schwer, ernsthaft auf weitere bahnbrechende Neuerungen zu hoffen: Das Konzept erscheint ausgereizt. Nur hab ich das bereits nach dem ersten Calibur gedacht...

Gewinnspiel

Schnappt euch ein tolles SoulCalibur V-Fanpaket inklusive Spiel für PS3!

Mit SoulCalibur V geht die Beat'em'Up-Reihe in die nächste Runde. Erlebt auf Xbox 360 und PlayStation 3 spektakulär inszenierte Kämpfe - auch online. Und mit etwas Glück staubt ihr anlässlich unseres SoulCalibur-Specials sogar den jüngsten Spross der Serie ab. Gewinnt mit freundlicher Unterstützung von Namco Bandai ein SoulCalibur V-Paket für die PlayStation 3. Dieses enthält das Spiel, einen schicken Wandkalender, ein Kartenspiel mit 52 Karten und ein attraktives T-Shirt.

Was ihr dafür tun müsst? Es ist ganz einfach! Beantwortet folgende Frage:

Wie hieß die erste Episode, die die SoulCalibur-Reihe einläutete und Ende 1996 für die PlayStation (1) erschien?

Das Gewinnspiel endete am 8. Februar 2012. Der Gewinner wurde bereits benachrichtigt, gewonnen hat Tobias G. aus Oberhausen.

Kommentare

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Gurke0711
von Gurke0711 | 09.02.2012, 21:22 Uhr
Kevin G. aus Oberhausen tongue.gif

Und Vielen Dank Demonews!

1 Antwort:

Mr_Styles
von Mr_Styles | 09.02.2012, 22:23 Uhr
Glückwunsch!
Dann kann ich morgen ja beruhigt einkaufen gehen wink.gif
Mr_Styles
von Mr_Styles | 09.02.2012, 15:06 Uhr
Steht der Gewinner schon fest? Expert hat SCV für schlanke 44€ im Regal stehen...
Haggy
von Haggy | 01.02.2012, 19:57 Uhr
Soul Calibur war damals der Kaufgrund für meine Dreamcast. Was hab ich das Spiel geliebt und mir den Titeltrack immer wieder auf meiner MiniDisc angehört.
Nachdem ich III und IV übersprungen habe hole ich mir auf jeden Fall SCV
BuzzWoll
von BuzzWoll | 31.01.2012, 18:33 Uhr
mjamjamjam gleich mal mitmachen

ich habe bisher keinen einzigen Soul Calibur titel gespielt also wirds mal zeit tongue.gif


Sagt mal beantwortet sich diese Frage nicht von selbst, wenn man den text liest?

5 Antworten: Alle zeigen

BuzzWoll
von BuzzWoll | 31.01.2012, 19:45 Uhr
oha na dann smile.gif
Mr_Styles
von Mr_Styles | 31.01.2012, 20:54 Uhr
Auch wenn ich hier schon einmal ein Gewinnspiel gewonnen hab, vielleicht hab ich ja nochmal Glück. Auf jeden Fall ein lohnender Preis!
agony
von agony | 01.02.2012, 09:52 Uhr
Nur weil du schonmal was gewonnen hast, heißt das nicht, dass das nie wieder passieren wird. smile.gif
Mr_Styles
von Mr_Styles | 01.02.2012, 14:20 Uhr
Leider ist es seither nie wieder passiert biggrin.gif
Aber ich bin mal optimistisch und kaufe es mir nicht gleich zum Release wink.gif
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