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Kolumne: GamesCom 2010 - Gedanken vor der Messe: GamesCom 2010 - Gedanken vor der Messe

Andreas Müller plaudert frei über Hoffnungen und Befürchtungen bezüglich der diesjährigen GamesCom.

  18.08.2010   0 Kommentare   3579 Klicks
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Kolumne: GamesCom 2010 - Gedanken vor der Messe

Gamescom 2010

Die Macher der Gamescom stehen unter Zugzwang. Letztes Jahr erreichte man aus dem Stand heraus knapp 250.000 Besucher und diese Zahl muss übertroffen werden. Alles andere wäre ein Misserfolg. Die Voraussetzungen sind eigentlich gut, denn im Vergleich zu Leipzig bietet Köln mehr Ausstellungsplatz, eine bessere Anbindung und ein größeres Einzugsgebiet. Doch reicht das aus? Die Wirtschaftskrise hat die Branche im letzten Jahr hart getroffen. Die großen drei – Nintendo, Microsoft, Sony – haben schon bessere Zeiten erlebt. Die PlayStation 3 hat immerhin einiges an Boden gut gemacht, dagegen das Geschäft mit der Wii stark eingebrochen ist und die Xbox 360 bis vor kurzem stagnierte.

In solchen Momenten überlegen es sich die Publisher zweimal, bevor sie sich einen teuren Messestand leisten. Sega, Capcom und Disney haben deshalb ihren Besuch in Köln abgesagt – kein gutes Zeichen für die größte Messe interaktiver Medien. Dumm zudem, dass die wichtigsten Neuigkeiten bereits beim stärksten Konkurrenten verkündet wurden, beispielsweise stellte Microsoft auf der E3 in Los Angeles die Slim-Variante der Xbox vor. Große Ankündigungen dieser Art bleiben in Köln wohl dagegen Mangelware. Klar, „Fable 3“ wird man anspielen können und „Guild Wars 2“ steckt in den Startlöchern. Aber warum Take 2 partout nicht noch ein paar Tage warten wollte, um auf der Gamescom den Knaller „Bioshock: Infinite“ zu demonstrieren, ist schwer zu erklären. Zwar floriert im Business-Bereich das Händlergeschäft, aber für die Presse ist die Gamescom eine Messe zweiter Klasse. Wie immer ist das Internet schneller.

Hardware...

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Natürlich wird es viel zum Herumhüpfen geben. Move und Kinect sollen für Sony beziehungsweise Microsoft endlich den Massenmarkt erobern. Tatsächlich darf man aber der Erfolg bezweifeln, denn wenn das große Vorbild Wii schon schwächelt – warum soll ein Spieler für etwas Geld ausgeben, dass offensichtlich ausgereizt ist? Wer nun plötzlich neue Ideen erwartet, der wird enttäuscht sein. Move oder Kinect-Spiele sehen in HD vielleicht besser aus als auf der Wii, aber spielerisch bleibt alles beim Alten. Ein bisschen Fitness, viel Getanze, jedoch wenig Innovation. Fraglich ist überdies, ob ein Casual-Gamer überhaupt den Unterschied erkennt. Zu teuer und zu spät – zwei K.O-Kriterien für Microsoft und Sony.

...oder Software

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Doch bleiben wir etwas optimistisch, denn es könnte trotzdem Einiges zu sehen geben. Ganz oben stehen die Action-Spiele: “Rage“, “Crysis 2“, der “Medal-of-Honor“-Reboot und natürlich “Call of Duty: Black ops“ dürften die Hallen zum Dröhnen bringen. Danach folgt das wieder erstarkte Rollenspiel, wenn auch ebenso Action getränkt. Mit “Fallout: Las Vegas“ und “Dragon Age 2“ stehen zwei ganz große Spielehoffnungen an. Auffällig: Das Geschäft der Free-to-play-MMOs boomt. “TERA“, “Mythos“ sowie “Rift“ sind nur einige Beispiele für eine fast schon unübersichtliche Schwemme an Neuankündigungen. Mal sehen, wie sich ein “Guild Wars 2“ dagegen behaupten wird. Eine ganz andere Befürchtung von uns ist allerdings wahr geworden: Klassische Echtzeitstrategie sind inzwischen ein Nischenprodukt, da wird selbst der phänomenale finanzielle Erfolg von “Starcraft 2“ nichts ändern. Neben einem noch geheimen Addon und ein paar Onlinevarianten bekannter Marken, wie z.B. “Age of Empires Online“, sieht es um das Genre ziemlich düster aus.

Wir von Demonews sind bei allen wichtigen Publishern vor Ort. Ganz ehrlich – das ist kein Spaß sondern kann manchmal nervig sein. Unser Terminblock ist bis oben hin voll und wir werden von einer Präsentation zur Nächsten hetzen. Das dauert in der Regel immer ca. eine halbe Stunde, was nicht viel Zeit zur Einschätzung eines Titels ist. Wie im letzten Jahr werden wir euch ab nächster Woche mit Themenspecials zu Action, RPG & Co versorgen und nur ganz wenigen Spielen eine große Preview widmen. Natürlich küren wir dieses Jahr erneut unser „Spiel der GC“ - im letzten Jahr war das „Brütal Legend“. Ob es diesmal wieder so ein „wildes“ Abenteuer zu entdecken gibt? Das ist fraglich, schließlich setzt die Branche eher auf sichere Moneymaker. Wir sind trotzdem gespannt.

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