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Gears of War Comics: Gelunge Adaption der Spielereihe

  01.03.2011   0 Kommentare   1642 Klicks
 
 
Gears of War Comics 7,5 2

Gears of War gehört sicherlich zu einer er erfolgreichsten und lukrativsten Marken auf Microsofts Konsole. Inzwischen gibt es allerlei Merchandising-Artikel, die vom Schweißband über Actionfiguren bis hin zu einer Lancer-Replika alles bieten was das Herz der Fans höher schlagen lässt. Seit einiger Zeit ist es auch üblich, dass man anhand von Büchern und Comics das jeweilige Spiele-Universum erweitert und so auch bei Gears of War. Im Dezember 2008 erschien beim DC Tochterverlag Wildstorm die erste Ausgabe der gleichnamigen Comic-Serie welche bis heute fortgesetzt wird. Die US-Ausgabe 16 ist für nächsten Monat angekündigt und auch für April 2011 gibt es schon eine geplante Ausgabe.

In Deutschland sind bisher die Ausgaben 1 bis 13 in zwei Sammelbänden bei Panini Comics erschienen. Band 1 “Am Abgrund“ erschien bereits im August 2009, wobei Band 2 “Brustätte“ erst vergangenen November veröffentlicht wurde. Bis zur Ausgabe Ausgabe 14 der Gears of War-Comics warJoshua Ortega für die Story verantwortlich, der bereits als Autor für Spider Man Unlimited und Star WarsTales tätig war und derzeit für Marvel, DC und Image arbeitet. Ab Ausgabe 15 übernahm dann Bestsellerautorin Karen Travissseinen Job und führt die Story in die Pendulum Kriege.

Am Abgrund

Der erste Band setzt zeitlich direkt nach dem Abwurf der Leichtmassenbombe an (siehe das Spiel Gears of War) und die Menschen von Sera gehen noch davon aus, dass die Locust mehr oder weniger Geschichte sind. Marcus und Dom sind immer noch zusammen im Delta Team unterwegs und nachdem Baird und Cole bei Sigma eins untergebracht sind, wurden die freien Plätze mit den Frischlingen Jace Stratton und Gil Gonzales besetzt. Delta befindet sich auf einer Routinemission, um vermisste Einheiten im Umland von Jacinto zu suchen - und nach einiger Zeit werden sie auch fündig.

 

Corporal Michael Barrick von Echo Sechs ist der letzte Überlebende seines Trupps. Er macht sich mit Marcus und seinem Team auf den Weg zurück nach Jacinto. Natürlich treffen sie vorher auf eine Meute von Locust, welche erfolgreich zurückgeschlagen werden und was Gil wiederum nicht überlebt. Zurück in Jacinto wartet auch gleich eine neue Mission von Colonel Hoffman auf das Delta Team. Sie sollen nach Montevado ziehen, um ungewöhnliche Erdstöße zu untersuchen. Nachdem das Team in der letzten Mission einen Mann verloren hat, springt Barrick ein und schließt sich Delta für diese Mission an. Auf dem Flug nach Montevado gerät der Raven unter Beschuss und muss notlanden, worauf die Gears sich zu Fuß auf dem Weg zum Zielort machen. Unterwegs treffen sie auf eine Siedlung von Gestrandeten, welche in einer Stadt namens “Fucked“ leben und dringend Hilfe gebrauchen könnten. Was Delta dort findet und wie sie die Reise nach Montevado fortsetzen, wird an dieser Stelle nicht verraten.

 

Brutstätte

Im zweiten Band bricht das Delta-Team zu einer Rettungsmission nach Jilane auf. Die Stadt wurde schon vor einiger Zeit von den Locust überrannt und aufgegeben, trotzdem empfängt man von dort ein Notsignal. Natürlich handelt es sich um keine Routinemission, denn in Jilane war eine der “Zuchtstationen” der Menschen. Sprich: Frauen wurden dazu gezwungen, Kinder zu gebären, um der Armee den nötigen Nachschub an Rekruten zu liefern. Somit hofft man noch Überlebende zu finden. Eine der wenigen weiblichen Gears namens “Alex” schließt sich Delta an, schließlich kennt sich die junge Frau in der Stadt aus: Sie war selbst in einer der Zuchtstationen. Dieses Mal sind gleich zu Beginn auch Baird und Cole dabei, die das Delta Team auf dieser Mission unterstützen, genau wie Jace Stratton. Was Fenix, Baird, Dom und der Rest dort vorfinden, überrascht und erschreckt selbst die Veteranen des Delta-Trupps.

 

Neben der Hauptstory gibt es im zweiten Band noch drei Kurzgeschichten. In Das Leben vor seinen Augen treffen wir den aus Gears of War 2 bekannten Gear Tai Caliso und erfahren wie es zur Freundschaft zwischen ihm und Marcus kam und auch wie sie zusammen bei Aspho Fields gekämpft haben. Die Story um Tai gibt obendrein Aufschluss darauf, was zwischen seinem Kampf mit Skorge und seinem Selbstmord in Gears of War 2 passiert ist. Harpers Geschichte erzählt dagegen die Geschichte eines unbekannten Soldaten, und wie er die Geschehnisse im Krieg gegen die Locust miterlebt hat. Zuletzt befindet sich noch die sechsseitige Story Eines Tages im Buch, die auf Dom und seine Frau Maria eingeht.

 

Story und Zeichnungen

Der erste Band bringt eine eher mittelmäßige Story mit sich, die zwar angenehm zu lesen ist, einen aber nicht wirklich fesselt. Interessant sind da eher die Anspielungen, die immer wieder in einem Nebensatz eingefügt wurden oder Informationen die aus dem Spiel nicht hervorgehen. Bereits im ersten Band gibt es Hinweise auf die Zuchtstationen und man erfährt von Barrick ein paar Details zum Thema “Rostlunge“. Des Weiteren erfährt man etwas über die Initiative “Lifeboat“, die vom Oberkommando ins Leben gerufen wurde: Lässt man sich rekrutieren, so kümmert sich das Militär um Frau und Kinder.

 

In “Brutstätte“ zieht die Story dann wieder an und schafft es wirklich, den Leser zu fesseln. Sie gibt einen Einblick auf die Schattenseiten des Militärs, was so in den Spielen nicht vorkommt. Die Stimmung ist durchweg drückend und dunkel. Die Bonusstorys sind ebenfalls interessant, vor allem Das Leben vor seinen Augen bringt mit nur ein paar Seiten einiges an Informationen zu Tai an den Leser.

 

Für die Zeichnungen der Hauptstories in der Gears of War Comic-Serie ist Liam Sharp verantwortlich, der unter anderem Arbeiten für X-Men, Wolverine und die JLA abgeliefert hat. Sharp schafft es das “Look and Feel“ der Spiele in die Comics zu bringen und präsentiert uns Detail getreue wie glaubwürdige Abbilder unserer virtuellen Helden. Auch die Locust, Waffen und Fahrzeuge sind wirklich gelungen. Sharp bringt mit seinen Zeichnungen glaubwürdig die Gefühle der Protagonisten rüber, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Die Story um Tai wurde übrigens nicht von Sharp gezeichnet, sondern von Simon Bisley, dessen Stil sich deutlich von dem Sharps abhebt – was einen nicht wundert, wenn man auf seine bisherigen Arbeiten wie zum Beispiel für Sandman und Lobo schaut. Ich muss zugeben, dass Bisleys Art der Zeichnungen Geschmackssache ist und sie vermutlich nicht jedem Leser zusagt. Ich persönlich fand sie toll und erfrischend zu den Arbeiten von Sharp.

 

Der Neue

Als Leser erlebt man das Geschehen in den Comics aus der Sicht von Jace Stratton, welcher für die Comic-Serie zum Delta Team stößt. Man erfährt viel über seine Vergangenheit und wie er mit den einzelnen Situationen im Krieg klarkommt. In Gears of War 2 bekam Jace sogar einen kurzen Auftritt spendiert, wenn auch nicht visuell: Während der Operation Hollow Storm werden mehrere Einheiten in die Erde geschossen und kurz nachdem Delta in den Höhlen ist, treffen weitere Kapseln ein. Dort findet dann ein kurzer Funkverkehr zwischen Marcus und Jace, der inzwischen bei Alpha Siebe ist, statt. Sehen werden wir Jace vermutlich erst in Gears of War 3. Und: Inzwischen gibt es auch eine Figur von Jace, die von Neca als SDCC 2010 Exklusiv herausgebracht wurde.

 

Die neuesten Ausgaben aus Übersee


In den USA sind bereits die Hefte 14 (Dezember 2010) und 15 (Februar 2011) erschienen, welche voraussichtlich nicht in nächster Zeit in Deutschland erscheinen werden. Wer also Interesse hat, muss entweder selbst importieren, sein Glück bei einem Comichändler versuchen oder mal einen Blick bei eBay reinwerfen.


Midnight

In Ausgabe 14 begleiten wir wieder Jace Stratton zu einer Mission, die dieses Mal kurz nach der Zeit seiner Rekrutierung angesiedelt ist. Er nimmt an der Mission Midnight teil, deren Ziel es ist eine strategisch wichtige Brücke zu überprüfen und zu sichern. Zunächst scheint nicht viel los zu sein, doch dann reist die Verbindung zu den Einheiten bei den Fahrzeugen ab und es kommt zum Gemetzel. Nicht, dass eine ganze Horde von Tickern schon schlimm genug wäre: So müssen es die Gears auch noch mit einer Einheit der Theron Guard aufnehmen. Nett ist, dass es in dieser Ausgabe ein Wiedersehen mit Gil Gonzales und Sergeant Harper gibt, welche wir aus den voraus gegangenen Ausgaben kennen.


Es ist die letzte Story von Joshua Ortega und sie passt wieder super in das Gears-of-War-Universum beziehungsweise lässt keine Unstimmigkeiten zurück. Die Zeichnungen hingegen sind nicht mehr von Liam Sharp sondern von Leonardo Manco, der bereits für einige namenhafte Marvel-Serien und One-Shots gezeichnet hat. Auch Manco schafft es die Atmosphäre der Spiele umzusetzen und steht qualitativ seinem Vorgänger in nichts nach.


They also Serve

In der derzeit aktuellsten Ausgabe wird nicht nur das Szenario gewechselt, sondern auch Autor und Zeichner. In They also Serve versetzt uns Autorin Karen Travis an die Seite von Marcus Vater, Adam Fenix, sowie zur Zeit der Pendulum Kriege. Adam Fenix ist nicht der einzige bekannte Name in der Geschichte: Er kämpft Seite an Seite mit einem weiblichen Gear namens Stroud, der Mutter von Anna Stroud. Adam hat so seine Probleme mit der Obrigkeit und deren Befehle. Er würde sich lieber der Waffenforschung widmen, will aber auch seine Männer nicht im Stich lassen. Mit diesem Gewissenskonflikt brechen er und Stroud zu einer neuen Mission auf, welche ihm im Nachhinein die Entscheidung deutlich leichter macht.


Die neue Autorin macht ihre Arbeit ebenfalls gut und der Story-Wechsel zu den Pendulum Kriegen wurde erfolgreich umgesetzt. Das neue Szenario frischt die Serie auf und zeigt auch endlich Bilder aus den benannten Kriegen. Die Zeichnungen von Colin Wilson passen wunderbar in die Serie, was natürlich auch daran liegt, dass Wislon eine Sci-Fi Koryphäe ist. Er hat sich bereit mit seinen Arbeiten an Judge Dredd, Rogue Trooper und Star Wars einiges an Lob abgeholt.

Ausblick

Die Ausgaben 16 und 17 werden in den nächsten beiden Monaten in den USA erscheinen und wieder in den Pendulum Kriegen angesiedelt sein. Im nächsten Heft, steht nicht wie vielleicht erwartet Adam Fenix im Mittelpunkt, sondern ein anderer bekannter Charakter: Colonel Hoffman. In den Pendulum Kriegen war er aber noch Captain und begibt sich mit seinem Team auf eine mehr als wahghalsige Mission. In Ausgabe 17 wird Marcus wieder im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Zeitlich wird das Heft kurz nach seiner Ausblidung und gegen Ende der Pendulum Kriege spielen. Währen Marcus auf seine ersten Missionen geht und sich als Anführer behauptet, arbeitet sein Vater mit Hochdruck an einer neuen Orbital-Waffe - dem Hammer of Dawn.

Fazit

Da ich ein Fan der Gears of War Spiele bin, fand ich die Comics natürlich super und kann sie jedem der auf die Spiele steht nur weiterempfehlen. Aber auch Leser, die die Spiele nicht kennen, sollten dank der tollen Arbeiten der Zeichner einen Blick riskieren. Wie schon erwähnt, ist die Umsetzung wirklich gut gelungen und ich freue mich schon auf die nächsten Ausgaben. Man hat nicht den Eindruck, als wolle man einfach nur die "Gears of War Merchandising"-Kuh melken, sondern die Comics sind toll gezeichnet und präsentieren dem Leser eine clevere und vor allem zu den Spielen schlüssige Story.

Wo ich wirklich lachen musste, war als in der Ausgabe Midnight ein Gear auftrat, der zwar einen Namen hatte aber seinen Helm trug. Natürlich musste ich da gleich an die Carmine-Brüder denken und deren Schicksal. Ein paar Panels später wurde dann auch der Gear aus dem Heft umgelgt und es bestätigte sich wieder: Taucht in einer Story ein Gear mit Helm auf, der namentlich erwähnt wir, so stehen die Chancen extrem schlecht, dass er das Spiel oder den Comic überleben wird.

Gears of War – Am Abgrund und Gears of War 2 – Brutstätte von Joshua Ortega sowie Liam Sharp sind bei Panini Comics im Softcover mit 148 bzw. 180 Seiten erhältlich. Der Preis liegt jeweils bei 16,95 Euro.

 

 

 

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