Kratos und das Ambrosia

Kratos ist auf dem Weg zum Tempel des Gottes der Heilkunst – Äskulap. Dessen Ambrosia ist im Stande alle Krankheiten zu heilen. Natürlich stellt sich allerlei Monsterzeug dem Gott des Krieges in den Weg, aber wie auch in den Spielen, macht Kratos mit ihnen kurzen Prozess. Seine Reise um das Ambrosia zu finden setzt zeitlich zwischen Teil eins und zwei an. Während er den Berg zum Tempel erklimmt drängen sich Kratos immer wieder Erinnerungen an seine Vergangenheit in sein Bewusstsein. Es ist nicht das erste Mal, dass er auf der Suche nach dem Ambrosia ist. Schon einige Jahre zuvor, als Sterblicher, war er auf der Suche danach um das Leben seiner neugeborenen Tochter Kalliope zu retten. Diese kam bereits mit den Blattern (Pocken) zur Welt. Spätestens seit 300 wissen wohl die meisten, dass die Spartaner mit kranken und schwachen Kindern nicht lange rumgefackelt haben und nur die Stärksten ihre Daseinsberechtigung hatten. Obwohl Kratos ein hoch angesehener Mann in Sparta ist, steht auch er nicht über den Gesetzen. Er hat noch Zeit bis zum nächsten Vollmond um ein Heilmittel zu finden, ansonsten würde auch Kalliope das Schicksal der andern erkrankten Kinder teilen.
Was Kratos aber nicht weiß ist, dass die Götte die Finger im Spiel haben. So hat jeder Gott einen Recken auf das Ambrosia angesetzt. Um den Kriegern die nötige Motivation zu geben, haben die Unsterblichen zum Beispiel einen König ins Koma gelegt oder ganze Dörfer erkranken lassen. Dementsprechend hart wird um das Ambrosia gekämpft. Wird es Kratos gelingen sich gegen Barbaren und Piraten zu behaupten um das Leben seiner Tochter zu retten? Und warum macht er sich viele Jahre danach erneut auf um das Ambrosia zu bekommen?
Autor und Zeichner
Autor Marv Wolfman ist ein wahres Comicurgestein und hat schon für fast jede namenhafte Serie sowie Verlage gearbeitet. Da wären Spider-Man, Superman und allerlei andere bekannter Superhelden. Seine Erfahrung merkt man God of War an. Die Story, welche in zwei unterschiedlichen Zeitsträngen spielt, läuft perfekt ineinander und die Rückblicke sind gut aufeinander abgestimmt. Vor allem entsteht keine Verwirrung und man kann beiden Storylines problemlos folgen, was bei manch anderem Autor schon ordentlich in die Hose gegangen ist.
Andrea Sorrentino ist noch frisch im Comic Business und hatte seine ersten Veröffentlichungen als Coverartist zu The X-Files und 30 Days of Night im letzten Jahr. Sein Stil ist nicht so leicht einzuordnen. Es gibt immer wieder realistische Elemente, vorwiegend verwendet er aber schemenhafte Darstellungen. Die Kolorierung in God of War ist sehr dunkel und düster. Zwischendurch war er mir zu dunkel, da zum Teil die einzelnen Elemente in den Paneln kaum auseinander zu halten sind. Hier wäre etwas weniger Dunkel mehr gewesen. Ansonsten erinnerten mich vor allem die Abschnitte in Sparta an 300 – hier aber an den Film und nicht an den Comic von Frank Miller, der einen ganz anderen Stil inne hat.
Fazit
Fans und Kenner der „God of War“-Serie bekommen einige nette Hintergrundinformationen zu Kratos Familie und seinem Leben als Spartaner. Alle die die Spiele nicht kennen, werden an der einen oder anderen Stelle ein Fragezeichen über dem Kopf haben. Wo in der Geschichte genau, kann ich hier nicht verraten, da ich dann Spoilern und euch den Spaß beim Lesen verderben würde. Zwischendurch ging mir das Gerede von Kratos, dass er seine Tochter retten muss und er alles und jeden Töten werde was ihn daran hindern könnte, ein wenig auf den Sack – ich hatte es bereits nach dem zweiten Mal kapiert und will es nicht noch 10 mal lesen müssen.
Ansonsten ist der Comic aber gelungen. Andrea Sorrentino hat meiner Meinung nach das geschafft, was bei Dante’s Inferno danebenging: Einen eigenen kunstvollen Stil in die Geschichte einzubringen ohne dabei den Wiedererkennungswert der Hauptfigur aus den Augen zu verlieren.
Zur Leseprobe
God of War von Marv Wolfman und Andrea Sorrentino mit 148 Seiten im Softcover ist bei Panini Comics erschienen. Preis 16,95 Euro.