
Da ich ein kleiner Halo-Fanboy bin, hatte ich mir den Band natürlich sofort bestellt, doch was ich dann geliefert bekam hatte ich nicht erwartet – zumindest was den Inhalt angeht. Die erste Story setzt noch im ersten Teil von Halo an und zwar genau da, wo sich der Master Chief im Sumpf auf die Suche nach Captain Keyes macht. In diesem Sumpf befand sich auch ein Schiff der Allianz welche die Flood mit Sporen verseucht und es Richtung Mutterschiff geschickt haben. Dort kämpfen anschließend Eliten und Grunts ums Überleben. Die Zeichnung zu ersten Story namens „Die Letzte Reise der Infinite Succor“ lassen sich schlecht beschreiben. Im Nachhinein erinnern die mich aber stark an die gemalten Bilder meiner Tochter und die wird jetzt zwei, wobei mir die deutlich besser gefallen. Die Zeichnungen von Lee Hammock fand ich einfach nur schrecklich kitschig und übertrieben bunt. Die Story ist leider auch nicht besonders, obwohl die Herkunft des Eliten Rtas 'Vadumme erzählt wird und man viel auf die Kultur seines Volkes eingeht.
Die zweite Story „Rüstungstest“ war da schon ansprechender, was auf die Geschichte ebenso wie auf die Zeichnungen zutrifft. Ein Spartaner rast aus dem Orbit auf die Erde zu und kämpft anschließend mit allem was er hat gegen ein paar ODST. Dabei werden aber nur Farbpatronen verwendet, denn es handelt sich wie der Titel bereits verrät um einen Rüstungstest. Gelungene Actionsequenzen und ein netter Look der am Computer erstellten Zeichnungen erfreuen einen Halo-Fan schon mehr. Zum Abschluss der Story gibt es noch einen netten Aha-Effekt und einen Übergang zum Master Chief, was will man mehr. In einer den anderen beiden Storys im Band begleiten wir Sgt. Johnson bei seinem Kampf gegen die Flood auf Halo und erfahren wie er es aus der Quarantäne im ersten Spiel geschafft hat. Die Zeichnungen sind toll getuscht und sehr düster, was eine dementsprechende Atmosphäre schafft. Die letzte Kurzgeschichte in Halo Graphic Novel trägt den Titel „Zweiter Sonnenuntergang über New Mombasa“ und zeigt die Sicht der Zivilbevölkerung auf den Angriff der Allianz. Das Szenario ist wirklich interessant und erfrischend, wenn man die Geschehnisse mal nicht als Master Chiefs oder ODST erlebt. Leider versauen die an Kinderbücher erinnernden Zeichnungen alles und ich frage mich wirklich was sich der Zeichner dabei gedacht hat. Auch die übertriebene Kolorierung passt gar nicht in den Halo-Look.
Fazit
Bis auf Rüstungstest konnte mich keine der vier Storys wirklich überzeugen oder optisch ansprechen. Wirklich cool waren dagegen die Artworks in der Galerie am Ende des Bandes, welche von verschiedenen Künstlern erstellt wurden. Da würde ich mir auch das eine oder andere ins Wohnzimmer hängen. Alles in allem war Halo Graphic Novel ein ziemlicher Reinfall. Da war Halo Uprising doch um einiges besser, welcher aber bisher nur auf Englisch erschienen ist. Glücklicherweise wird aber Panini Comics Halo Uprising im Juli auf den deutschen Markt bringen. Natürlich werdet ihr auch darüber eine Kritik von mir lesen. Außerdem habe ich es schon munkeln hören, dass die Helljumper Comics dieses Jahr in Deutschland veröffentlicht werden soll – geil.
Leider ist Halo Graphic Novel schon älter und es gibt keine Leseprobe. Halo Graphic Novel ist bei Panini Comics erschienen. Preis 16,95 Euro.