Ein paar Freunde sind tot, Voldemort beherrscht die Welt und Harry muss mit seinen Freunden Hermine und Ron die letzten Horcruxe finden, um den Bösewicht zu besiegen. Eine längere Inhaltsangabe oder die Hintergründe spar ich mir jetzt, denn erstens würde das den Rahmen dieses Artikels sprengen und zweitens: wenn ihr bis jetzt noch nichts mit Harry Potter am Hut habt, wird sich das nach dem Film auch nicht ändern. In Harry Potter 7.2 (mal etwas lapidar abgekürzt) werden alle losen Enden zusammen geknüpft und eine 15-jährige Erfolgsgeschichte damit beendet. Der abschließende Film hält sich nicht damit auf, irgendetwas zu erklären und so müsst ihr sattelfest in der Pottermania sein oder euch vor dem Filmbesuch noch schnell eine Zusammenfassung der Geschichte durchlesen. Ansonsten erwartet euch unverständliches Chaos.
Würdiges Finale
Ist aber eigentlich nicht schlimm, denn wer hat denn schon die Filme verpasst? Mit dem Finale werden die Filme mit Sicherheit die 5 Millarden Dollar-Marke im weltweiten Einspielergebnis knacken, etliche Videospiele sonnen sich im Erfolg der Reihe und mit „Pottermore“ droht Autorin Joanne K. Rowling mit irgendsoeinem Social Media-Dingens. Ein deutscher Fanclub hat sogar eine Fortsetzung angekündigt von der angeblich schon einige Kapitel geschrieben sind. Mal sehen, was die Rowling dazu sagt. Die ist nämlich dafür bekannt, dass sie ihr „Baby“ mit allen Mitteln behütet – was übrigens ihr gutes Recht ist.
Als Kritiker hat man bei den Filmen das Problem, nach irgendetwas Neuem zu suchen. So wäre es arg vermessen zu hoffen, dass die drei Hauptdarsteller Daniel Ratcliffe, Rupert Grint oder Emma Watson endlich zu schauspielern lernen. Dafür sind dann die durchweg renommierten Charakterdarsteller wie Ralph Fiennes als „Der-da-ohne-Nase-ist“ Voldemort oder Michael Gambon als „weißer Zauberer“ Gandalf und Alan Rickman als Snape zuständig. Die machen zwar alle nur Dienst nach Vorschrift, aber herrje, der nächste Oscar kommt bestimmt. Die technische Umsetzung ist perfekt, die 3D-Effekte hätte man sich wie immer schenken können und nach gut zwei Stunden ist das Spektakel vorbei. Wer mehr erwartet hat, war sowieso im falschen Film.
Fazit: Endlich vorbei
Ganz ehrlich – ich bin froh, dass die Pottermania vorläufig vorbei ist. Ich habe alle Bücher gelesen und die Filme gesehen, aber mir steht dieser dreiste Mix aus „Herr der Ringe“, „Star Wars“ und Enid Blyton bis zum Hals. Objektiv kann man aber nicht meckern, denn Yates liefert als Zeremonienmeister das ab, was die Fans wollen: nur keine Experimente machen und schön dem Buch treu bleiben. Für die Fans ist das natürlich grandios, weil sie sich giggelnd oder bibbernd in den Kinosessel kuscheln können. Das nennt man dann wohl ein mediales Familientreffen. Allerdings sollten die Eltern gewarnt sein: HP 7.2 ist nichts für kleine Kinder. Schon die letzten Filme waren ziemlich düstere Abenteuer und das Finale setzt noch einen drauf. Brutale Schlachtszenen und einige Gruselmomente dürften bei den Kleinen für schlaflose Nächte sorgen. Ich kann dagegen kann wieder ruhig schlafen – es ist endlich vorbei.