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Special: Battlefield 3 – Topnoten trotz Spyware-Vorwurf?: Herausforderung und Gratwanderung für Redakteure

Ohne Zweifel gehörte die Diskussion, die Electronic Arts mit dem Release von Battlefield 3 bei Millionen Gamern entfachte, zu den Aufregern des Jahres. Empörung machte sich angesichts des Vorwurfes breit, die Installation des Games würde zugleich mit einem Scan der heimischen Festplatte verbunden. Kritiker sahen hier nicht nur datenschutzrechtliche Grundsätze in Gefahr - wogegen seitens des prominenten Publishers mit einer entsprechenden Pressekampagne reagiert wurde - manche munkelten gar, Electronic Arts habe durch Origin einen erheblichen und irreparablen Imageschaden erlitten.

  22.11.2011   21 Kommentare   2350 Klicks
Special: Battlefield 3 – Topnoten trotz Spyware-Vorwurf? 10,0 1
 

Die Verkaufszahlen immerhin scheinen dies zu bestätigen: Battlefield 3 gehört ohne Frage zu den Top-Games des Jahres. Dass der direkte Konkurrent Call of Duty, im Vorfeld vielfach als der „schlechtere Shooter“ angekündigt, nach nur wenigen Tagen bessere Absatzzahlen als BF3 vermelden konnte, darf einerseits als Bestätigung eines Imageschadens gewertet werden. Andererseits zeigt sich eine weitere Tendenz: Offenbar formiert sich, trotzdem der gläserne Mensch dank sozialer Netzwerke wie Facebook und Co. längst zur Realität geworden ist, auf breiter Front Widerstand gegen den angenommenen Einbruch in die persönliche Sphäre. Viele Gamer fühlen sich derart angegriffen, dass Petitionen gegen Origin ebenso im Netz zu finden sind wie entsetzte Aussprüche, Battlefield 3 käme eher in den Mülleimer als auf die heimische Festplatte. Es scheint, die Gaming-Welt ist aufmerksamer geworden für Phänomene, die möglicherweise bald zur gängigen Praxis gehören könnten.

In diesem Zusammenhang betrachtet es DemoNews.de als zwingend notwendige Aufgabe eine unabgängig und nach journalistischen Kriterien agierenden Gaming-Magazins, sich dieser aktuellen Diskussion zu stellen. In Bezug auf unsere Testartikel zu Battlefield 3 führt uns diese Problematik zu einer interessanten Fragestellung: Inwieweit dürfen die bekannten und zweifellos außerordentlichen Umstände zum Release des Games unsere Spielewertung beeinflussen? Anders formuliert: Darf Origin eine Randnotiz bleiben – und BF3 trotzdem mit Bestnoten bewertet werden?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass wir uns mit der Zielsetzung eines Spieletests auseinandersetzen. Im Gegensatz zu einem Special, das unter anderem die Entstehung einer Spiele-Serie, Fakten zum Hersteller, Publisher oder zum Game-Design besonders berücksichtigen kann, ist der Spieletest an sich eine „engere“ Textsorte. Worauf wir hier Wert legen, ist insbesondere das Gameplay, also die Fragestellung, inwieweit das Spiel unseren und euren Ansprüchen gerecht wird – beurteilt durch den jeweiligen Redakteur. Hier dürfen und müssen selbstverständlich Aspekte mit einfließen, die beispielsweise das Spielerlebnis bedingen. So ist es eine Frage der Selbstverständlichkeit, dass im Falle von BF3 bereits im Multiplayer-Test auf den Origin-Zwang für PC-User als Negativ-Fakt verwiesen wurde. Aber: Darf die Kritik an dieser Praxis die Wertung so beeinflussen, dass am Ende eben nicht die Neun, sondern vielleicht nur eine Vier oder Fünf für Battlefield herauskommt? Zwei Aspekte sind hierbei besonders wichtig.

Erstens: Wir hätten das Gameplay keinesfalls angemessen berücksichtigt, wenn wir eine hervorragende graphische Umsetzung, einen ebenso hervorragenden Sound oder packende Multiplayer-Optionen zugunsten unserer Kritik völlig ausgeblendet hätten. Unseren Anspruch, euch mit dem Artikel eine ambivalente Grundlage zur Meinungsbildung an die Hand zu geben, hätten wir somit mehr als verfehlt, würden uns vielmehr noch dem Verdacht der einseitigen Argumentation aussetzen. Zweitens: Im Falle von Battlefield haben wir es eben nicht nur mit dem ärgerlichen PC-User zu tun, sondern auch mit Konsolenbesitzern, die ihrerseits - trotz der Spyware-Diskussion - auf einen fairen Testartikel zum Game warten.

 

 

 

Unser Fazit daher: Sich einer Diskussion um Origin generell zu verschließen, sie abzuschwächen oder mit einem Tabu zu belegen, darf in Bezug auf Battlefield 3 keinesfalls erfolgen. Wenn auf Grundlage dieser Kritik die Spielewertung zu positiv erscheint, so sollte darüber diskutiert werden. Dementsprechend soll auch dieser Artikel nicht mit einem abschließenden Urteil enden, sondern im Gegenteil zum offenen Schlagabtausch anregen! Eure Meinung ist gefragt...

 

Kommentare

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tomtom73
von tomtom73 | 07.12.2011, 16:35 Uhr
Hab noch eine aktuelle News zu Origin gefunden: http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/3941/2086907/Electronic_ArtsAbmahnung_wegen_Origin__Co.html
Wie es scheint, ist es nicht allen egal, dass sie nach Strich und Faden immer mehr verarscht werden!
BuzzWoll
von BuzzWoll | 24.11.2011, 13:59 Uhr
Hey irgendeine offizielle Seite hat nochmal origin getestet: es wird überhaupt nichts persönliches oder irgendwas hochgeladen... nur der origin und der bf3 ordner werden überprüft noch nichtmal andere EA spiele - und das hatten wir schon bei jedem x-beliebigen MMO

3 Antworten:

tomtom73
von tomtom73 | 24.11.2011, 14:34 Uhr
Aber natürlich. Sie sind unschuldig - alles nur Quatsch, und Guttenberg hat gar nicht abgeschrieben!
Es gibt noch weitere Möglichkeiten, aber ich will mich nicht immer wiederholen, deshalb hier ein Link zu einem anderen Kommentar von mir: http://www.demonews.de/Spiele/Battlefield-3/News/Battlefield-3-38540/
Anne
von Anne | 24.11.2011, 15:28 Uhr
Wie Harald Schmidt gestern sagte: Herr Guttenberg braucht keine Brille mehr - er liest die Fußnoten sowieso nicht biggrin.gif biggrin.gif
Master_1
von Master_1 | 23.11.2011, 17:11 Uhr
Ich meine hierbei ganz klar:

EA kann sich, sofern es in der EULA bzw. im Lizenvertrag steht, alles erlauben!
Man kann davon zwar ausgehen, dass die Meisten sich diese Lizenvereinbahrungen zwar nicht durchlesen, aber dennoch informiert werden, was EA mit der Installation von Origin und Battlefield 3 in Anspruch nimmt. Und Origin gab es an sich ja schon vor Battlefield 3! Wer dem zustimmt trägt die eigene Verantwortung und akzeptiert diese, der braucht sich nicht zu beschweren - wer nicht, der nicht!


Ich bin in dem Fall der Meinung, dass entweder nur das Spiel an sich bewertet wird, oder getrennte Bewertungen abgegeben werden. Denn das Spiel an sich ist nicht schlecht!
Dies ist zwar vielleicht ein weitgeholter Vergleich, aber Ziggaretten sind an sich nicht schlecht, nur das Rauche ist schädlich. Deswegen ist das auch den Verpackungen vermerkt. Und so müsste es auch bei Battlefield 3 sein: "Battlefield 3 - Achtung, durch das Spielen von Battlefield 3 wird Origin benötigt, das Zugriff auf Computern ermöglicht" - oder so etwas in der Art! wink.gif

1 Antwort:

tomtom73
von tomtom73 | 24.11.2011, 10:31 Uhr
Wofür brauche ich Zigaretten, wenn ich sie nicht rauchen kann?
Sie sind zu gar nichts sonst zu gebrauchen! Also sind Zigaretten schlecht, da sie geraucht werden - weil Rauchen (nach deiner Auffassung) schleicht ist.
Genauso verhält es sich mit BF3. Ohne Origin kann ich's nicht spielen. Welchen Sinn macht also eine Bewertung ohne Origin?
Genau: KEINEN!
tomtom73
von tomtom73 | 23.11.2011, 10:54 Uhr
Ich denke, das Spiel sollte als Ganzes bewertet werden, und zwar als Paket, das ein Kunde erwirbt, d. h. jegliche Schikanen seitens der Publisher wie z.B. DRM sollten ebenfalls in die Wertung einfließen.
Ferner bin ich der Meinung, dass ein fairer (nachvollziehbarer und vergleichbarer) Schlüssel für alle Bewertungen existieren sollte - keine Bauchbeurteilung, bei der man die Gefahr läuft von den Superlativen der im Vorfeld des Releases auf die Käufer losgelassenen Werbung geblendet zu werden: z.B. "BF3 vs. MW3 - Kampf der Giganten".
Vorschlag:
- Story +1 bis -1
- Gameplay +1 bis -1
- Zeitgemäße Graphik +1 bis -1
- Sound +1 bis -1
- DRM +1 bis -1
- Zusatzinhalte +1 bis -1
- Langzeitunterstützung +1 bis -1
- Preis-Spieldauer-Verhältnis +1 bis -1
- Wiederspielebarkeit (nur bei SP) +1 bis -1 bei MP dafür die Anzahl der Modi/Karten
- Innovationsbeitrag fürs Genre +1 bis -1
Insgesamt gäbe es dann +10 für Best- und -10 für Worst-Game. Durchschnitt läge bei Null. Natürlich ließe sich das Ganze auch etwas stauchen und einfach nach oben schieben, damit Durchschnitt wieder bei 50% landet. Einziger Nachteil (?) hierbei ",5-Wertungen".
Die Kriterien könnten auch mannigfaltiger sein (durchaus auch mit Bauchgefühl als eins davon, aber eben nicht als einziges). Man könnte auch, um spitzfindiger zu agieren, mit bereits in Vergangenheit erschienen Spielen vergleichen, die zum selben Genre gehören und eine ähnliche Wertung bekommen haben. Man könnte die Kriterien ggf. auch gewichten, oder aber sogar den Gamern erlauben, Punkte zu vergeben (zwischen gut (+1), durchschnittlich (0) und schlecht (-1)). Ein Vergleich beider Wertungen wäre ebenfalls interessant...
Die unterschiedlichen Versionen (PC, X360, PS3, Wii und DS) genauso wie MP- und SP-Part sollten getrennt bewertet werden - das Letztere fand ich bei BF gut gelöst.
Und wenn wir schon dabei sind, den Artikel hier finde ich auch sehr gut. In dessen Sinne frage ich Euch nun: Was haltet Ihr von meinem Bewertungsschlüssel-Vorschlag?
Sheepwars
von Sheepwars | 23.11.2011, 10:48 Uhr

5 Antworten: Alle zeigen

BlackChrome
von BlackChrome | 23.11.2011, 15:35 Uhr
Ich unterstütze solche Bewertungsschlüssel nicht und finde auch dein Idee viel zu eingrenzend für Produkte, die auch häufig mit einem Aspekt der Kreativität zu tun hätten.

Was zum Beispiel meint "zeitgemässe Grafik" ? Und warum MUSS sie einfließen ? Je nach Genre und Zielsetzung des Spiels bekommt dieser Punkt eine andere Gewichtung: wo ich bei einem Shooter immer Topgrafik erwarte, weil das Genre ausser Köpfe wegballern meist eh nicht mehr zu bieten hat, will ich bei RPGs nutzenorientierte Grafik - und dann gibt es ja noch Spiele, die von dem künstlerischenAspekt der Grafik leben z.B. Okami: absolut nicht zeitgemäss und doch ist es gerade die Grafik, die einen auch heute noch von den Socken haut. Das selbe z.B. bei Shadow of the Collosus.
Das selbe auch z.B. bei der Spielzeit-Preis-Sache: Ist ein Spiel mit 100+ langatmigen Stunden wie Oblivion besser als ein kurzes, spannendes Spiel wie The Witcher 2 ?
Allgemein fallen mir genug Spiele ein, die bei deinem System absolut mies bewertet werden würden obwohl sie teils bis heute zu dem besten gehören, was das Genre zu bieten hat. Ein Beispiel: Minecraft - eindeutig ein Zeitfresser, der eine rießige Fanbasis hat bowohl er erst jetzt aus der Beta raus ist - nach deinen Kriterien hat er aber fast überall Minuspunkte: -1 Story; -1 grafik; -1 Sound; -1 Zusatzinhalte; DRM, Wiederspielbarkeit, Langzeitunterstützung sind nicht messbar; ....
Ursache ist genau das: weil du versuchst, dass Objekt, dass Durchdrungen ist von Subjektivität, persönlicher Sozialisation und wagen Begriffsdefinitionen auf Zahlen und Statistiken zu reduzieren - und sowas funktioniert auch nicht: deswegen haben ja z.B. Naturwissenschaftler bei den Geisteswissenschaften nichts zu suchen. Weil Kreativität, Freiheit, Schönheit ... nicht mit Werten messbar ist - zumindest nicht, ohne dass man sich damit lächerlich macht und viel Kritik bekommt.

Besser in meinen Augen ist es, Spiele eben eindeutig rational nachvollziehbar aber auch persönlich zu bewerten, so dass man sich ein Bild von dem Spiel an Hand einer Person machen kann. Wenn ein Gamestar Redakteur ein Spiel unpersönlich nach seinen Wertekasten bewertet, dann kommen solche Sachen wie bei The Witcher 1 raus: Spiele die schlecht bewertet werden, weil der Tester eindeutig ungeeignet für das Spiel ist und die Zielgruppe des SPiels nicht abdeckt.
Wenn ich dagegen z.B. einen Test zu einem RPG auf einer RPG-Seite lese, von der ich weiß, dass der Geschmack des Autors meinem Geschmack entspricht, seine Argumente nachvollziehbar sind und ich auch weiß, dass ich ihm dort und hier noch nie zugestimmt habe, dann brauch ich keine Wertung - dann reicht der Text allein und das auch dann richtig.

tomtom73
von tomtom73 | 23.11.2011, 16:04 Uhr
Interessante Auffassung. Ich sehe darin bloss einen Schönheitsfehler: wenn Spiele lediglich mit subjektiven Worten des Testenden (ob die rational und nachvollziehbar sind, bleibt dabei eine ungeklärte Frage) bewertet werden sollen, dann sollte man es am Ende dabei belassen statt zu versuchen plötzlich quantitative Werte "aus dem Hut zu zaubern"!
9 von 10 IST quantitativ. Und wenn ich mich frage, wie kommt man dazu, dann denke ich, ist dies eine mehr als gerechtfertigte Frage. Dann darf die Antwort nicht lauten "nach dem Bauchgefühl" - denn dieser ist nicht rational geschweige den nachvollziehbar.
Und was den Kunstfaktor angeht, so werden heutzutage Spiele (die meisten jedenfalls) aus reiner Gewinnsucht auf den Markt gebracht, nicht um Käufern ein künstlerisches Erlebnis zu bieten - LEIDER.
Anne
von Anne | 24.11.2011, 13:03 Uhr
Wenn ihr euch für das DemoNews-Wertungssystem genauer interessiert, klickt einfach auf diesen Link: http://www.demonews.de/DemoNews-Wertungssystem/
tomtom73
von tomtom73 | 24.11.2011, 13:17 Uhr
hab ich schon, und was ich darüber denke (nicht über das System aber dessen Anwendung auf manche Spiele) hab ich anschließend bei dem BF3-SP-Test gepostet...
duwine
von duwine | 23.11.2011, 09:31 Uhr
Ich habe die Xbox360 Version, deshalb habe ich nicht dieses Problem. Aber ich verstehe die Meinung der Pc Spieler. wink.gif
Bestätigung
Wirklich Eintrag löschen?

Begründung

Facebook
Bestätigung