Ich bin letztes Jahr das zweite Mal in meinem Leben in die Vereinigten Staaten geflogen. Das hat einerseits einen familiären Hintergrund – ich besuchte dort nämlich äußerst angenehme Verwandtschaft - andererseits wollte ich nur allzu gerne der winterlichen Kälte entfliehen. Als ich schließlich an der kalifornischen Westküste in einem Burger-Restaurant namens – kein Rechtschreibfehler jetzt – „Der Wienerschnitzel“ saß, fiel mir dann der dritte Grund ein: Von Amerikanern kann man sich nämlich – zumindest was die Esskultur angeht – so richtig was abschauen. Glaubt ihr nicht? Ist aber so. Ich hatte jedenfalls Hunger. Das bedeutet bei meiner Größe und meinem Gewicht nicht unbedingt Schlimmes, allerdings kriege ich echt schlechte Laune, wenn ich nichts Passendes auf der Karte finde. Hinzu kam leider, dass ich mich am Vortag über den „Heart Attack Grill“ informiert hatte. Den gibt es wirklich: Ein beschauliches Restaurant im noch beschaulicheren Las Vegas, in dem, kurz gesagt, Dicke umsonst essen dürfen. Das finde ich eigentlich total sozial, aber angesichts der Speisekarte mit Butterfat Shake, dem Triple Bypass Burger oder den Flatliner Fries kann einem schon mal eine Runde schlecht werden, zumindest als Europäer. Das Restaurant für schmale Kundschaft hat übrigens über 30.000 Fans bei Facebook – verkehrte Welt. Vermutlich sind daran aber die Krankenschwestern schuld, die sich in entsprechendem Outfit als Servicekraft betätigen und die leckeren 1-Kilo-Burger an den Platz bringen. Ich schweife ab…
Jedenfalls stand ich vor der Theke in „Der Wienerschnitzel“ und in meinem Kopf ratterten die Bilder von Burgern, Fett und Kohlenhydraten herum. Jedes Ich-zähle-Kalorien-Häschen hätte jetzt vermutlich einen Becher Wasser mit Chlorgehalt eines ganzen Schwimmbeckens gegriffen und wäre geflohen – nicht so Anne! Als ausgewiesene Ernährungsexpertin griff ich zu einer riesigen Schachtel Pommes, die den klingenden Namen Chili Cheese Fries trugen. Was ich dann bekam, war – gelinde gesagt – ein geschmacklicher Albtraum. Ich habe noch nie, ihr könnt’s mir glauben, noch niiiiiiieeee, so eine verkorkste Suppe aus halbfertigen Pommes, fettigem Käse und viel zu viel Chili gegessen. Ehrlich, ich würde lieber im „Heart Attack Grill“ als Krankenschwester arbeiten, als noch einmal in „Der Wienerschnitzel“ Pommes zu essen.
Was bringt also eure Ernährungsexpertin als Erkenntnis aus den USA mit? Leute, wenn ihr Hunger habt, dann zieht euch Schuhe an und lauft zum nächsten Imbiss. Egal was auf dem Schild steht oder wer hinter der Theke arbeitet: Ihr bekommt in jedem Fall eine bessere Portion Pommes, als ich sie in den Vereinigten Staaten bekommen habe. Und für alle, die im Laufe dieses Artikels laut „jaja, das ist doch alles nur ausgedacht“ vor sich hingemurmelt haben: Schaut euch den „Heart Attack Grill“ an . Und schaut euch "Der Wienerschnitzel" an, angeblich „Der fun since 61“. Ich hatte keinen Fun, bin aber um die Erfahrung reicher, dass Pommes an deutschen Imbissbuden zu den besten Gerichten der Welt gehören. Und um damit zugleich den langen Bogen zu unserem Ernährungs-Special zu schlagen: Sie sind mein spielend einfaches Rezept Level 2. Und wer jetzt sagt, das wäre Unsinn, weil man schlecht behaupten könne, die Pommes von der Imbissbude wären selbst gekocht – der hat vollkommen Recht. Für solcherart Nörgler gibt ja noch die Variante für den Backofen!