Schiff weg, Crew weg und den Galgen vor Augen - Jack Sparrow tritt von einem Fettnäpfchen in das Nächste. Als er aber seine Ex-Geliebte Angelica (Penélope Cruz) wieder trifft, geht's plötzlich rund. Engländer, Spanier, Erzfeind Barbossa (Geofrey Rush) und der legendäre Pirat Blackbeard (Ian McShane) sind ganz wild auf die sagenhafte Quelle der Jugend. Und wer hat die Karte? Richtig, unser Jack. Bis er aber an der Quelle ankommt, gibt es zahlreiche Abenteuer mit Zombies, bissigen Meerjungfrauen und einigen Überraschungen zu überstehen. Am Ende muss sich Jack entscheiden: Gold, Schiff...oder die Liebe.
Die Rückkehr der Piratentunte
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Knapp 2,7 Milliarden haben die ersten drei Abenteuer von Jack Sparrow eingespielt und es war nur logisch, dass Produzent Jerry Bruckheimer nachlegen würde. Dabei geht er keine Risiken ein: Statt auf die ausufernden Bildideen von Gore Verbinski (Fluch der Karibik 1-3) setzt Bruckheimer lieber auf den Pragmatismus eines Handwerkers wie Rob Marshall (Chicago) und wagt inhaltlich keine Experimente. Die Fans dürfen sich also auf den üblichen Mix aus Abenteuer, Humor und Fantasy freuen. “Wenn drei Filme zusammen weltweit 2,7 Milliarden Dollar einspielen, versteht man schnell die Botschaft, die das Publikum damit vermittelt“, kommentiert Bruckheimer seine Entscheidungen. Logisch, dass die Stars wieder an Bord sind - allen voran Johnny Depp als Piratentunte mit Sex-Appeal. Diesmal gibt es für ihn neben den obligatorischen Bösewichtern Geoffrey Rush und Ian McShane tatsächlich einen "love interest". Penelope Cruz scheint sich in dieser Männerriege sogar ausgesprochen wohl zu fühlen.
Das übliche Spektakel
Technisch sollte es eigentlich nichts zu meckern geben. Charles Gibson, der schon für Fluch der Karibik 2 einen Oscar bekam, überwachte sämtliche Spezialeffekte. Das London des 18 Jahrhunderts oder die Meuterei auf der "Queen Anne's Revenge", dem Schiff von Blackbeard, zählen zu den optischen Highlights des Films. Dazu dröhnt aus den Kinolautsprechern der Bombastsoundtrack von Hans Zimmer, der später jede Heimkinoanlage zum Bersten bringen dürfte. Kurz: Alles wie gehabt.
Nur eines ist anders: Das Piratenabenteuer kommt in echtem 3D in die Kinos, also keine nachträgliche Konvertierung wie bei Kampf der Titanen. Kameramann Dariusz Wolski drehte dafür mit seinen 3D-Kameras an den Originalschauplätzen und sagt heute noch: "Es war ein sehr ambitioniertes, sehr beängstigendes Projekt“. Schade, dass man von diesem Aufwand im fertigen Film kaum etwas sieht.
Fazit: Unnötige Fortsetzung
Ach Jack, warum bist du nicht in Rente geblieben? Mit ein paar Fässern Rum und ein paar Südseeschönheiten unter Palmen ausspannen wäre doch auch schön gewesen, oder? Nein, offensichtlich war der Gehaltscheck vom Produzenten doch zu verführerisch. Auf dem Papier habt ihr ja alles richtig gemacht: spektakuläre Stunts, tolle Effekte und einen Hauptdarsteller, der jedem die Schau stiehlt. Nur habt ihr euch dabei wohl kaum Gedanken gemacht und die Vorgänger recycelt.
Die Kämpfe hat man schon etliche Male gesehen, die Handlung ist vorhersehbar (inklusive dem Gimmick nach dem Abspann) und die lahmen Bildideen von Rob Marshall können denen von Gore Verbinski nicht das Wasser reichen. Ob ihr euch zu sehr von der 3D-Technik habt blenden lassen? Wenn ja, dann war es vergeblich, denn selten wurde dem Zuschauer derart dreist ein Aufpreis für das Ticket an der Kinokasse abgeknöpft. Außer einigen wenigen Szenen ist hier nichts 3D-würdig. Ein bisschen Spielerei mit der Raumtiefe oder mal ein Schwert auf die Zuschauer gerichtet - mehr gibt es hier nicht zu sehen. Deshalb mein Rat an die Leser: Lieber das Geld sparen und die "normale" Version anschauen. Am Inhalt ändert das freilich nichts. Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten ist eine durchschnittliche Abenteuerkomödie ohne wesentliche Höhen oder Tiefen. Im Vergleich zu den Vorgängern ist das für mich zu wenig.