In der letzten Woche hatte ich das große Glück, an der "PlayStation Move" Promo-Tour in Berlin teil nehmen zu dürfen. Neben kühlen Getränken und reichlich leckeren Snacks, ging es natürlich um die Präsentation des Wiimote-Pendant aus dem Hause Sony. Unter den Presseleuten herrschte anfangs Zurückhaltung, gleichwohl lauschten wir gespannt den Ausführungen des Sony-Mitarbeiters, der uns mit technischen Daten und Details versorgte.
Just Move it…

Was ist “PlayStation Move“ eigentlich? Es geht genau wie bei der Wii um Bewegungsspiele. Von Sportspielen über Shooter bis hin zu den bekannten "eyeToy"-Produkten ist alles dabei, was das Herz eines mit Bewegungsdrang erfüllten Zockers höher schlagen lässt. Schlüpfe z.B. in "Sport Champions" in die Rolle eines Gladiators und verdresche deinen KI-Gegner mit Schild, Schwert oder Keule. Such dir einen willigen Mitstreiter und schlag dich mit ihm virtuell. Oder versuche dich als Bogenschütze: Greife mit Hilfe des Controllers hinter deinen Rücken um einen digitalen Pfeil aus dem Köcher zu ziehen, span den Bogen und feuer auf statische oder bewegte Ziele. Frisbee werfen oder Tischtennis spielen macht allein oder zu zweit auch einen Heidenspaß. In "The Shoot" ballerst du fröhlich mit bis zu vier Spielern auf Pappkameraden oder Roboter und versuchst dir deinen Platz in der Bestenliste zu sichern. Prügel dich im düsteren "The Fight" in bester Fight-Club Manie mit fiesen Typen bis hin zum K.O. Rase in "Kung Fu Raider" als Detektiv halsbrecherisch auf einem Bürostuhl durch Straßen und enge Gassen. Spring über Hindernisse oder tauche unter ihnen hindurch. In "Start the Party" malst du mit einem Pinsel Formen nach, die später ein zusammengesetztes Bild ergeben oder schlage mit einer Fliegenklatsche nach reichlich von eben jenen. Befördere mit einem Hammer Helm tragende Maulwürfe wieder zurück unter die Erde. Trainiere dein virtuelles Haustier in "EyePet"… spiele für jung und alt… es ist für jeden das richtige dabei… ob allein oder in Gesellschaft… Spaß sei vorprogrammiert.
Die Technik

Ein schlanker Griff mit einem Kugelaufsatz: Der neue Motion-Controller von Sony, der ab dem 15. September 2010 in Deutschland verfügbar sein wird, wirkt auf den ersten Blick wie ein großer Lutscher… oder vielleicht eher wie ein Eis in einer Waffel? Wie bereits von den Dual-Shock-Controllern gewohnt, finden wir auch die bekannten Buttons wieder. Neu sind der Move-Button, der gut mit dem Daumen zu erreichen ist, und der T-Button, jenen ihr mit dem Zeigefinger bedient. Der Controller liegt gut in der Hand und wiegt nur rund 150 Gramm. Man kann den Controller mit einer Handgelenkschlaufe befestigen, um ihn vor eventuellen Fallschäden zu schützen. Die Kugel auf dem Stab, auch Sphäre genannt, ist aus einem flexiblen Material und passt sich je nach Spiel oder Aktion über eine innen liegende Diode farblich an. Die Sphäre ist der Bezugspunkt für die Eye-Kamera und basiert auf dem Motion-Capturing Prinzip. Dadurch sind nicht nur Bewegungen auf der X-/Y-Achse sondern auch auf der Z-Achse möglich, was dem Spieler deutlich mehr Freiheit und Bewegungsspielraum ermöglicht. Der Move-Controller ist überraschend präzise im Vergleich zu den Wii Controllern. Und mit der HD-Grafik der PlayStation 3 wird das Bewegungsspiel nochmal ein optischer Leckerbissen.
Die Preise

Preislich reiht sich der Move-Controller bei seinen Kollegen wie dem Dual-Shock-Controller ein und wird für ca. 40 Euro erhältlich sein. Zusätzlich kann man für ca. 30 Euro einen Navigations-Controller erstehen, der in Verbindung mit Move die intuitive Steuerung von Objekten und Charakteren erlaubt. Leider konnten wir den Navi-Controller zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht testen. Zum Release wird Sony ein Starterpaket für ca. 60 Euro auf den Markt bringen, welches die Eye-Kamera und den Move-Controller enthält. Zusätzlich rundet eine Startdisc das Paket ab, die einige Spieledemos enthält. Die Eye-Kamera bleibt weiter "Standalone" erhältlich für ca. 30 Euro. Für das gleiche Geld kann man sich eine Ladestation leisten, die entweder zwei Move- oder einen Move- und einen Navigations-Controller auflädt. Für Shooter-Fans wird es im Herbst noch ein "Shooting Attachment" geben, eine Art Pistolenaufsatz. Dieser sorge für ein fesselndes Gameplay und ist perfekt für Titel wie "The Shoot" geeignet. Das Attachment wird für ca. 15 Euro erhältlich sein.
Back in Aktion
Die Bäuche gefüllt, die Präsentation aufmerksam verfolgt und jetzt waren wir gefragt - es hieß ran an die Geräte. Mein erstes Spiel war "The Shoot": Mit dem Controller ziele ich auf die gewünschte Attrappe eines Cowboys und feuere mit dem T-Button. Schnelle Bewegungen und gezielte Treffer sind dabei kein Problem... spaßig, aber noch nicht mit all zu viel Bewegung verbunden.
Das nächste Spiel heißt "Kung Fu Raider": Legt euch per Bewegung der X-/Y-Ache in die Kurven oder vollzieht einen "Bonnyhop", um auf dem nächstliegenden Geländer zu grinden. Mit dem T-Button legt sich euer Detektiv auf dem Bürostuhl zurück, um weiter Gas zu geben und um sich unter Hindernissen hindurch zu bücken. Insgesamt schon ein wenig mehr Bewegung als bei “The Shoot“!
Kommen wir nun zu "Sports Champions", genauer gesagt dem darin integrierten Tischtennis-Minispiel. Absolviert zunächst ein kleines Training, um die Steuerung zu verinnerlichen. Aufschlag und los geht’s: Topspin oder Slice sind kein Problem. Bei einer Rotation des Controllers in der Hand ändert sich der Winkel der Kelle. Nun über den digitalen Pingpongball dreschen und... juhu: Der erste Punkt! Richtungsänderung sind dabei ohne Problem möglich.
Gehen wir zum zweiten Minispiel: “Gladiatoren“. Wir suchen uns schnell einen Gladiator aus und landen sogleich in einer Arena. Wie der Gegner sind wir mit Schild, Schwert oder Keule bewaffnet. Hier kommen nun zwei der Motion-Controller zum Einsatz, einen für die linke und einen für die rechte Hand. Der linke Controller steht für den Schild, der per Drücken des T-Buttons schützend vor unseren Körper gehalten wird. Richtet den Schild gegen die harten Schlag des KI-Gegners und macht einen kleinen Schritt nach vorne, um einen Stoß zu vollziehen. Mit dem zweiten Controller in der rechten Hand, der das Schwert simuliert, schlagt ihr auf den Körper des Gegners. Blocken, Sprungattacke und der Lebensbalken des digitalen Wiedersachers neigt sich dem Ende. Runde Zwei, überlegener Sieg, Übung macht den Meister!
Das dritte “Sports Champions“-Minispiel ist Bogenschießen. Der linke Controller simuliert den Bogen und wird entsprechend vor den Körper gehalten. Mit dem rechten Controller greifen wir hinter den Rücken um aus dem Köcher einen Pfeil zu ziehen. Indem man den rechten Controller nach vorn nimmt, legt man den Pfeil auf die Sehne. Eine Bewegung zu euch spannt nun den Bogen. Mit der linken Hand richtet ihr den Bogen auf das Ziel aus, am rechten Controller lasst ihr den T-Button los und… FEUER! Einmal schießen wir auf feste Scheiben, mal auf bewegte Ziele. Sehr spaßig. Die ausgeführten Bewegungen ähneln sehr einem „echten“ Bogenschuss.
Spielen verbindet
Erstaunlich, wie fremden Menschen, die vorher nie ein Wort miteinander gewechselt haben, auf einmal nebeneinander stehen und wie kleine Kinder Spaß und Freude gemeinsam im Team oder als virtuelle Kontrahenten empfinden. Die Leute kommen ins Gespräch und tauschen sich über die gewonnen Erfahrungen aus. Viele spaßige Spielstunden später macht sich dann langsam Erschöpfung breit. Ja, Bewegen kann anstrengend sein.
Fazit
Ich für meinen Teil muss zugeben, dass ich sehr positiv von "PlayStation Move" überrascht bin. Es handelt sich um eine wirklich präzise Steuerung in Kombination mit spaßigen Spielen in HD-Grafik. Es wird wohl Zeit, dass ich mir als jemand, der mit Konsolen bisher nicht viel am Hut hatte, eine PlayStation 3 zulege. In Verbindung mit dem Motion-Controller könnte sie langfristig eine lohnende Investition sein. Vor allem kann man so vielleicht auf den Besuch des örtlichen Fitnessstudios verzichten. Ich verabschiede mich von dem kleinen Event, dabei die rechte Hand auf meine leicht schmerzende Schulter gelegt, mit den Worten: "Vielen Dank und bis zum nächsten Mal. Ich werde erstmal meinen Schildarm kurieren müssen!".
Wenn ich die "PlayStation Move" mit der Nintendo Wii vergleiche, fällt – abgesehen von der für meinen Geschmack viel genaueren Steuerung – natürlich auch die Grafik der Spiele ins Auge: Bewegungsspiele endlich in HD… einfach klasse! Auf Anhieb möchte ich euch den neuen Controller mit gutem Gewissen empfehlen. Aufgrund der stabilen und soliden Verarbeitung scheint er jeden Cent wert zu werden. Für mich ist die "PlayStation Move" der Weg in die richtige Richtung und verspricht dauerhaft bewegten-Spaß.