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Replayed: Eternal Darkness - Sanity's Requiem: Wahnsinn mit Methode

Die Zahl der bekannten Horrorfilme ist unüberschaubar, ganz im Gegensatz zum Kontingent der Horrorspiele. Dafür funktioniert das Quantität/Qualität-Verhältnis besser, allein dank Resident Evil oder Silent Hill. Im Jahre 2002 veröffentlichte Silicon Knights nach ewig langer Entwicklungszeit das GameCube-Spiel Eternal Darkness: Sanity’s Requiem. Und auch wenn das Ding kommerziell gefloppt ist, so lasst euch gesagt sein: Unter den Meistern der Horrorspiele gehört es locker in die Top Drei.

  04.10.2011   8 Kommentare   744 Klicks
Replayed: Eternal Darkness - Sanity's Requiem 0,0 0

Familienfluch

Bereits der Storyansatz sorgt für ein episches Spielgefühl: Alexandrea Roivas hat gerade erfahren, dass ihr Großvater auf grausige Art ums Leben gekommen ist. Auf der Suche nach Spuren, was ihm zugestoßen ist, entdeckt sie in seiner Villa ein geheimnisvolles Buch. Mit diesem durchlebt sie die Geschichten von gleich zwölf ihrer Vorfahren und wie diese in die Fängen einer bösen Macht geraten sind. Da ihr die Erlebnisse aller Vorfahren in Form von Rückblenden selbst steuert, wird Abwechslung groß geschrieben. Schließlich lebte jeder in einer anderen Zeitepoche, vom alten Rom bis zur modernen Neuzeit.

Rein spielerisch mutet Eternal Darkness zunächst wie ein schnöder Resident-Evil-Klon an: Ihr stolziert durch dunkle Gemäuer und müsst euch gegen allerlei garstige Monster, Untote, Dämonen etc. zur Wehr setzen. Dazu gibt es die üblichen Hieb- und Schusswaffen, wobei auch hier Unterschiede zwischen den einzelnen Spielfiguren bestehen: einmal schwingt ihr ein antikes Schwert, ein andermal verschießt ihr per Blasrohr giftige Pfeile und wieder woanders tragt ihr eine fette Shotgun bei euch.

Bereits bei den ersten Kämpfen sollte selbst dem unwissenden Videospiellaien auffallen, dass sein Alter Ego grün blinkt, sobald es ein neues Monster zu Gesicht bekommt. Gleichzeitig verliert es ein Stück seiner so genannten Sanity Energie, die man andersherum durch das Ausführen von tödlichen Finish-Moves zurück gewinnt.

Ein Spiel, das Wahnsinnig macht

Im Prinzip ist die Sanity-Energie nichts Lebensnotwendiges, sprich: Ihr könnt auch ohne munter voran schreiten. Jedoch müsst ihr stets mit kleinen bis richtig fiesen Störfaktoren rechnen. Schreie, die aus dem Nichts kommen, gehören hierbei noch zu den harmloseren Effekten. Bereits für mehr Verwirrung sorgt eine auf dem Kopf stehende Spielgrafik. Doch spätestens wenn plötzlich ganz viele Gegner vor euch stehen oder euer halber Körper explodiert, setzt bei euch der Schockzustand ein.  In ganz seltenen Fällen tut das Spiel gar so, als ob es via Blue-Screen abgestürzt sei oder jemand den Fernseher ausgeschaltet hätte. All dies löst sich nach ein paar Sekunden in Wohlgefallen auf und das Spiel geht “normal“ weiter. Wer aber die Nerven verliert, der vollführt unter Umständen fatale Fehler – wie beispielsweise das er den Fernseher wieder anschalten möchte. Und was passiert in dem Falle bei einem Fernseher, der eigentlich “an“ ist? Richtig, man schaltet ihn “aus“…

Allein mit dem Sanity-Energie-Kniff sorgte Silicon Knights für ein einmaliges Spielerlebnis, das man allenfalls mit Elementen der Metal-Gear-Solid-Saga vergleichen könnte (ich sage nur Psycho Mantis). Allerdings beschränkt es sich dort auf wenige Szenen, während sich hier der Psychoterror durch das gesamte Spiel zieht.

It’s Magic

Ebenfalls sehr stark ist das Magie-System, bei dem ihr allerlei Runen für ewig viele Zaubersprüche kombinieren könnt bzw. müsst. Manche davon dienen zur besseren Bekämpfung eurer Gegner, andere hingegen sind zum Lösen der Rätsel unersetzlich. Letztere erinnern übrigens schwer an die ersten Resident-Evil-Episoden: Ihr findet viele Objekte und müsst diese oftmals an der korrekten Stelle einsetzen,  um einen neuen Gang zu öffnen. Kniffelige Gegenstandskombinationen wie bei einem Point’n’Click-Adventure müsst ihr nicht fürchten.

Beim Kampfsystem hat sich Silicon Knights ebenfalls einen kleinen Kniff einfallen lassen beziehungsweise vielleicht ein wenig in Richtung des Action/Rollenspiels Vagrant Story geschielt: Sobald ihr mit eurer Waffe auf einen Gegner zielt, blinkt dessen Torso. Haltet ihr die Angriffstaste gedrückt und bewegt zusätzlich das Analogpad, dann könnt ihr alternativ den Kopf, die Arme oder die Beine anvisieren. Wie in Dead Space ist es effektiver, zunächst ein paar einzelne Körperteile zu zerteilen/zu zerschießen, damit das Monster schneller entkräftet zu Boden sinkt.

Gut gealtert, mies verkauft

Allgemein ist die Spielbarkeit auch für das Jahr 2011 noch recht brauchbar, vorrangig weil Eternal Darkness zu den ersten Action/Adventures seiner Art gehörte, die sich von der veralteten, indirekten Laufsteuerung verabschiedeten. Hier bewegt ihr alle Mitglieder der Familie Roivas durch direkte Kommandos: Drückt ihr nach links dann dreht sich eure Spielfigur nicht um ihre Achse (wie z.B. bei einem Shooter oder 3D-Action/Adventures der Frühzeit), sondern sie läuft einfach von eurem Blickwinkel aus gesehen nach links.

Da auch die Grafik gar nicht mal so übel gealtert ist und der Sound sowieso wie bei vielen Horrorspielen üblich zu den Highlights gehört, bleibt am Schluss nur eine Frage: Warum gibt es keinen Nachfolger? Die recht schwachen Verkaufszahlen in Kombination mit der Entwicklungsdauer (ursprünglich sollte das Spiel schon auf dem Nintendo 64 erscheinen) dürften das größte Ausrufezeichen ausmachen. 2003 war Nintendo zudem noch sehr als Hersteller von Kinderspielen verschrien: Erwachsene kauften sich eher eine PlayStation 2 oder eine Xbox, weshalb Eternal Darkness schlicht auf dem falschen System erschienen ist.

Dies ist wirklich bedauerlich, denn allein die Sanity- und die Magie-Ideen sind bis heute recht einmalig. Das Kampfsystem ist ebenfalls recht originell und verknüpft erstaunlich gut Dynamik (Echtzeit-Faktor) mit Komplexität (Anvisieren verschiedener Körperteile möglich). Schnappt euch also mal statt Resident Evil 5000 dieses alte GameCube-Original, sofern ihr die entsprechende Konsole oder zumindest eine Wii im Schrank stehen habt. Und vergesst nicht, beim Spielen das Licht auszuschalten – damit der Wahnsinn noch mehr an Größe gewinnt.

Kommentare

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19meiky84
von 19meiky84 | 27.10.2011, 07:00 Uhr
Video etc. hin und her...finde es immer noch kacke! Lasst mich doch meine Meinung haben. Und das mit Resi habe ich geschrieben wegen oben......schnappt euch mal statt Resi 5000......deswegen wink.gif
Flauwy
von Flauwy | 26.10.2011, 12:47 Uhr
elektro
von elektro | 26.10.2011, 12:43 Uhr
@meiky: Setzen, 6. Sorry mehr kann ich zu Deinem Kommentar nicht sagen. Ein YTvid davon geguckt?
19meiky84
von 19meiky84 | 25.10.2011, 18:26 Uhr
Grafik Müll, Spiel nicht wirklich so gut wie hier berichtet wird (finde ich). Deine persönliche Meinung eben.

Update: Resident Evil immer noch bester Klassiker was Horror angeht oder Dead Space wink.gif

4 Antworten:

Redakteur_Andreas
von Redakteur_Andreas | 26.10.2011, 11:24 Uhr
Sorry, aber redest du vom gleichen Spiel? Nicht nur Kollege Andy denkt so - Eternal Darkness war eines der Highlights für den Gamecube gewesen. Logischerweise kann die Technik nicht mit heutigen HD-Spielen mithalten, aber das ändert nichts am Spielspaß.
Bomberpilot
von Bomberpilot | 26.10.2011, 19:31 Uhr
Dito!
Calzifer
von Calzifer | 27.10.2011, 04:03 Uhr
eternal darkness ist mit resident evil kein bischen zu vergleichen :O eternal darkness is sehr einzigartig in seiner gattung und kein survival horror sondern ein horror adventure .

spielerisch sehr anspruchsvoll mit den 3(4) gottheiten die das spiel halt jedesmal anders machen ^^ besonders geil der grüne mit dem wahnsinn, hab da die lustigsten sachen erlebt (kopf verloren, spielstand geksöcht, an der decke gelaufen usw)
Barry
von Barry | 27.10.2011, 16:46 Uhr
Ich fand das Spiel auch genial...was soll´s...
Und ich hab´s sogar noch im Schrank...
Bestätigung
Wirklich Eintrag löschen?

Begründung

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