Nicht alle haben es bemerkt, deswegen sagen wir es lieber noch einmal: Am 22. Februar 2012 erscheint mit der PlayStation Vita Sonys zweiter Handheld. Nachdem die PSP zu Beginn schwächelte und als "PlayStation 2 für unterwegs" verunglimpft wurde, möchte es Sony beim Release der Vita anders gestalten und schmeißt massig Exklusivtitel auf den Markt. Wir haben uns die wichtigsten Starttitel angeschaut und verraten euch, welche wie gut sind.
Bildgewaltig auch bei kleinem Screen? Noch sind wir skeptisch...
Huch? Ein Uncharted für die Hosentasche? Wie passt das denn? Darf man Sony Glauben schenken, sehr gut! Schließlich soll die Vita mit ihrer Leistung annähernd an die PlayStatiion 3 heranreichen und da macht sich solch ein Grafikleckerbissen wie Naughty Dogs Vorzeigeserie besonders gut. Schock Nummer eins: Das Spiel kommt nicht von Naughty Dog, sondern vom Bend Studio, das insbesindere durch die Syphon Filter-Spiele berühmt wurden. Schock Nummer 2: Uncharted: Golden Abyss spielt storytechnisch nicht nach der bishergen Trilogie, sondern ist ein Prequel und bringt euch gewisse Charakterkonstelleationen näher. Schock Nummer drei: PlayStation 3-Niveau erreicht der Titel nur äußerst selten - was nicht schlimm ist! Denn zum einen kann das Teil definitiv mit aktuellen portablen Grafikperlen wie Resident Evil: Revelations (3DS) mithalten, zum anderen ist die Gestaltung der Szenerie mehr als glaubhaft und strotzt vor liebevoller Details. Wir konnten den vierten Level des Spiels ausgbiebigst testen und ware überrascht, wie sehr das Spiel auf die Touchelemente vertraut - einen Wisch hier, ein Fingerzeig da und Protagonist Nathan Drake klettert fast automatisch zum Ziel. Die Lagesensoren werden zum Balancieren genutzt, die Kamera zum Durchleuchten von Fundstücken, hier und da müsst ihr Gegenstände vom Sand befreien. Unter der innovativen Schale befindet sich aber noch immer ein klassisches Uncharted, das Fans zufrieden stellen sollte.
Wipeout 2048
Grafisch der beeindruckendste Titel. Wipeout 2048 legt die Grafkmesslatte ein gutes Stück höher.
Das Sony-Studio in London hat mit Wipeout 2048 einen potentiellen Anwärter auf den Starttitel der PlayStation Vita im Aufgebot. Serienkenner wissen, worum es geht, für Neulinge fassen wir die spielerische Essenz gerne nochmal zusammen: In naher Zukunft werden Rennen nicht nur auf vier Rädern ausgetragen, sondern fast ebenso selbstverständlich in Raumgleitern, die über die Strecke schweben. Auf eigens angefertigten Kursen mit Schrauben, Loopings und irrsinnigen Kurven lassen sich daneben Waffen oder Booster aufnehmen, die ihr im Rennen zu euren Gunsten einsetzen solltet. Ziel ist es nicht nur, Erster zu werden, sondern ab und an auch, eine bestimmte Zone in vorgegebener Zeit zu durchfliegen, die schnellste Runde in die Anzeigentafel zu brennen oder im Shootout-Modus bis zum Ende dabei zu sein. Spielerische Abwechslung ist trotz der Rennspielthematik gegeben, audiovisuell macht Wipeout 2048 einen hervorragenden Eindruck und kann seinen PS3-Bruder tatsächlich in den Schatten stellen. Mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde gleitet ihr über die Strecke - und kämpft nicht nur gegen die CPU oder andere Vita-Spieler, sondern auch PlayStation 3-Raser. Voraussetzung: Der Mitspieler an der stationären Konsole muss über Wipeout HD verfügen.
Die Vita wird insbesondere mit der Möglichkeit, den Boliden per Rückseitentouchfeld zu beschleunigen und abzubremsen und einem Kamerafeature in ihren Besonderheiten genutzt. Spielereien - auch auf der normalen PSP funktionierte die SciFi-Raserei ohne diesen Schnickschnack.
Frobisher Say!
Oh mein Gott! Ein Klonspiel! Und was für eines! Frobisher says! war schon auf der gamescom ein echter Geheimtipp, wenngleich die Wurzeln unverkennbar bei der beliebten Minispielserie Wario Ware (Nintendo) lagen. In Dutzenden von verrückten Minispielen gilt es zu lächeln, zu jonglieren und Gesichter zu zerdrücken, nur um möglichst viele Runden zu überleben. Frobisher says! ist nihht nur herrlich erfrischend präsentiert, sondern bindet sämtliche Features der PlayStation Vita sinnvoll ein. Um euch einen kleinen Eindruck zu geben, ein Video des Titels:
Das Beste: Frobisher Say! ist kostenlos und liegt jeder PlayStation Vita bei!
Motorstorm RC
Micro Machines - nicht!
Nun ja... Motorstorm als Launchtitel. Was soll da schon schief gehen? Eine Menge! In der uns gezeigten Version von Motorstorm RC war die Steuerung alles andere als zugänglich und nachvollziehbar. Gründe gibt es mehrere. Zunächst ist die Twinstick-Steuerung (mit links lenkt ihr, rechts gebt ihr Gas oder bremst) verdammt fummelig und krankt an den zu kurzen Wegen der Sticks. Zum anderen ist das komplette Spielprinzip über Bord geschmissen worden und wurde durch eine an Micro Machines angelehnte Spielmechanik ersetzt. Das Resultat ist kein allzu spaßiger Funracer, sondern ein frustrierendes Rundrennen, das von der ersten minute an frustriert. In eine ähnliche Kerbe schlägt...
Modnation Racers
Das eine ist kein Jim Beam, und das hier kein mario Kart. Leider.
... dieses Spiel. Schön, dass Sony versucht, einen Mario Kart-Klon auf die Playstation Vita zu bringen, der mit Features nur um sich schmeißt. Streckeneditor, eigene kreierte Charaktere, viele Onlinefeatures... klingt gut, wird aber durch die schlecht ausbalancierten Waffen und schwammige Steuerung zunichte gemacht. Wer das Original mochte, kann zugreifen, wir empfehlen aber, abzuwarten und ein ausgereifteres Spiel in den Modulschacht zu schieben. Sportlich geht es auch in...
Everybody's Golf
Macht Mario Golf und Tiger Woods Konkurrenz: Everybody's Golf.
zu. Die PlayStation Portable-Ableger waren mobile Spielspaßgaranten und zeigten, zu was die PSP spielspaßtechnisch in der Lage war - Steuerung, Grafik, Sound... alles top! Auch auf PlayStation Vita begeistert der Ausflug ins Grün vollends. Die exakte Steuerung und vielen Plätze sind gut Grundzutaten für einen schmackhaften Spielecocktail, garniert mit Social Community-Features und einer feinen sowie detaillierten Comic-Grafik. Nicht ganz so lustig ist...
Escape Plan
In diesem Titel übernehmt ihr die Führung von Lil und Laarg, die aus einem mit tödlichen Fallen gespickten Gefängnis ausbrechen. Statt nun beide per Stick durch die Parcours zu manövrieren, klopft ihr via Touchfläche an die Rückseite des Gerätes und zieht die beiden mittels Wisch über den frontal eingebauten Touchscreen. Was gefällt, das ist der morbide Look, der sehr an das Abenteuer Limbo erinnert. Spielerisch knüpft Escape Plan an die Abe-Titel der Oddworld-Saga an. Ein echter Geheimtipp!
Reality Fighters
Ausgeschlagene Zähne machen mehr Spaß.
Nicht alles im Line Up kann begeistern. Beispiel: Reality Fighters, ein Beat 'em Up. Die krude Mischung aus selbst gefertigten, witzlosen Charakteren, Einbindung in die echte Welt via Augmented Reality und spärlicher Move-Palette vergrault wohl Kenner der Prügelspielszene wie auch Neueinsteiger. Besonders doof: Die Augmented Reality-Einlage, die eigentlich erst den Spielspaß fördern soll, gerät zur absoluten Geduldsprobe. Sobald ihr euch bewegt, verzieht der Bildschirmausschnitt dermaßen, dass ihr eure Charaktere nicht mehr erkennt. Falsche Bildschirmausschnitte kosten diesen Titel als das letzte Quäntchen Spielspaß. Schade, denn mit etwas mehr Verve und dem Willen, es dem betagten Clay Fighter gleich zu tun, wäre wohl ein schönes Spiel daraus geworden.
So weit unsere Ersteindrücke der oben aufgezählten Titel. In Kürze folgt das Hardware-Special zur Vita.