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Special: Alice im Wunderland: Der Film unter die Lupe genommen

Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Paar aufeinander traf: Alice und Tim Burton. Auf der einen Seite eine Ikone der Märchenliteratur, erfunden von Lewis Carroll, wild, unangepasst, rätselhaft

  03.03.2010   10 Kommentare   3615 Klicks
Special: Alice im Wunderland 0,0 0

 

Special: Alice im Wunderland

Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Paar aufeinander traf: Alice und Tim Burton. Auf der einen Seite eine Ikone der Märchenliteratur, erfunden von Lewis Carroll, wild, unangepasst, rätselhaft, und auf der anderen Seite der Meister des skurrilen Kinos, versponnen, schräg und morbid. Ein Traumpaar – sollte man meinen.

Die Story

Special: Alice im WunderlandPärchen gibt es in „Alice“ zuhauf: gute und böse Königinnen, rote und weiße Armeen oder große und kleine Hunde. Zu dieser Ansammlung von Gegensätzen passt, dass die 19-jährige Alice (Mia Wasikowska) nichts von dem arroganten viktorianischen Snob Hamish wissen will. Statt seinen Heiratsantrag anzunehmen, flüchtet sie von der spießigen Gartenfeier und folgt einem kleinen, weißen Hasen. Als sie in ein Loch fällt, landet sie im geheimnisvollen Unterland, in dem sich die Rote und Weiße Königin (Anne Hathaway) bekriegen. Schnell wird klar, dass Alice nicht zum ersten Mal hier ist: Sie ist die Kriegerin, die den Jabberwocky der Roten Königin (Helena Bonham Carter) besiegen muss, um das Land zu retten. Nach einigem Zögern macht sie sich mit dem Hutmacher (Johnny Depp) auf, um die Prophezeiung zu erfüllen.

So versammeln sich alle Zutaten für den bewährten Burton-Mix, doch genau da liegt das Problem. Schräges Szenario, surreale Situationen und Johnny Depp – Das Erfolgsrezept ist zum Standard geworden und so plätschert die vorhersehbare Handlung vor sich hin. Hier gibt es nur wenig Kinomagie zu bestaunen, sondern vielmehr einen Mix aus „Herr der Ringe“, „Die Chroniken von Narnia“ und „Der Goldene Kompass“.

Es war einmal

Special: Alice im WunderlandDabei ist Burton nicht nur ein Meister des Skurrilen, sondern auch der Überraschung. In „Beetlejuice“ macht er aus einer x-beliebigen Ghost Story eine Alptraum-Komödie, in „Batman“ wird der Joker zum eigentlichen Star einer Comic-Noir-Version und in „Ed Wood“ erzählt Burton eine Lebensgeschichte als tragikomisches Skurrilitäten-Kabinett. Burtons Geheimnis ist, das er Altbekanntes nimmt und es genüsslich umdeutet. Das ist nicht für Puristen, aber es hat Stil und Persönlichkeit. Nur einmal „verkaufte“ sich Burton: „Planet der Affen“ ist ein Kniefall vor dem Popcorn-Kino, austauschbar und leblos. Und jetzt „Alice“.

Die Bilder klauen bei „Avatar“&Co und der 3D-Effekt ist meist nur ein Versprechen. Es gibt wilde Verfolgungsjagden, ein bisschen „in the face“ und einen knackigen Showdown. Alles schon mehrfach verfilmt, und nur wenn am Ende die Armeen auf einer Art Schachbrett gegeneinander antreten gibt, es so etwas wie einen kurzen „Aha-Effekt. Technisch perfekt, visuell aber eine Enttäuschung.

Witzige Figuren

Special: Alice im WunderlandDass der Film nicht komplett abstürzt, liegt vor allem an den Schauspielern. Den unschuldigen Blick Mia Wasikowskas als Alice wird der Zuschauer lange nicht vergessen, jeder Film-Auftritt Johnny Depps ist besser als der seiner meisten Kollegen und die erste Szene Helena Bonham Carters als Rote Königin – grandios. Wenn dann die oft unterschätzte Anne Hathaway als Weiße Königin lieblich-schwebend zum Würgereiz ansetzt, weil ein bisschen Blut tropft, ist das wundervoll satirisch.

Natürlich gibt es das Burton-typische Plädoyer für Freiheit, Emanzipation und Träumerei, diesmal im viktorianischen England. Diese Moral wird aber insbesondere am Ende so plakativ und oberflächlich präsentiert, dass sie kaum ernst zu nehmen ist.

Offizieller Trailer

Eigentlich macht der Trailer zum Film schon Lust auf mehr...also eigentlich...

 

Filmkritik

Special: Alice im WunderlandAlice. Burton. Aber kein „Wunder“. Der Regisseur präsentiert technisch perfektes, unterhaltsames Popcorn-Kino, das voller Fantasy-Klischees steckt und sehr vorhersehbar ist. Die Geschichte von einer jungen Frau, die sich im viktorianischen England in eine Traumwelt flüchtet, basiert wage auf den Erzählungen von Lewis Carroll und wirkt mit seiner oberflächlichen Moral heutzutage etwas antiquiert. Gelungen sind dagegen die Figuren: Johnny Depp als verrückter Hutmacher und Helena Bonham Carter als Rote Königin brillieren als schräge Vögel im Burton-Universum.

Natürlich ist diese Kritik Jammern auf hohem Niveau. Jeder Zuschauer wird hier zwei Stunden unterhalten. Nur hätte man sich bei diesem Stoff und diesem Thema viel mehr erhofft.

Das Spiel

Special: Alice im WunderlandDas Spiel zum Film erscheint bei Disney Interactive für Wii, DS und PC. Entwickelt wurde es von dem französischen Studio Etranges Libellules, das sich auf Filmumsetzungen wie beispielsweise „Arthur und die Minimoys“ oder „Asterix“ spezialisiert hat. Die Geschichte spielt einige Jahre nach den Ereignissen im Film und wieder gilt es, die Rote Königin und ihren Jabberwocky zu besiegen. Dazu schlüpft ihr in insgesamt fünf Charaktere, die nach und nach frei geschaltet werden: McTwisp, das Kaninchen, kann die Zeit anhalten, Karatemaus Mallymkum teilt aus und Madhatter zaubert sich durch das Spiel. Wie bei jeder Versoftung gilt auch bei diesem Action-Adenture: Auf dem Papier witzig, aber wie viel davon im Spiel landet, ist fraglich. Garantiert jugendfrei.

Kommentare

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RvRlover
von RvRlover | 21.06.2011, 01:34 Uhr
Das immer geglaubt wird das Jonny Depp einen schlechten Film retten kann sad.gif Schlechtes Remake, der alte Teil schlägt ihn um längen.
puluminati
von puluminati | 26.03.2010, 12:37 Uhr

Is ja lachhaft Alice im Wunderland wird schon wieda verfilmt LANGWEILIG

Das Spiel : LANGWEILIG

Iberano
von Iberano | 11.03.2010, 23:35 Uhr

der film wird geguckt auch wen er eher für kinder gedacht ist spielt jonny depp mit und diesen schauspieler und seine filme sind immer geil :D den ich liebe filme genauso wie spiele und...(privat )

ilovepcgames
von ilovepcgames | 09.03.2010, 18:42 Uhr

DAVON kommt ein speil ruas. das kann ja nichts werden.

bnw
von bnw | 05.03.2010, 22:27 Uhr

Hab den Film gestern in 3D im Kino mit meiner Freundin gesehen. Fand ihn sehr Unterhaltsam und Kurzweilig. Muss ja mal sagen ich bin ein Fan von Johnny Depp filmen und fand ihn auch in diesem Film wieder grandios. und wie oben schon erwähnt hat der Film nicht mehr allzuviel mit dem Märchen gemeinsam , aber trotzdem sehr gelungen, da er eher Erwachsene ansprechen soll, denke ich.

Kann ich dazu nur sagen

goetz
von goetz | 05.03.2010, 20:56 Uhr

Ohje mir grauts vor dem Film, weil ich nebenbei im Kino jobbe und ich mir zu 100% sicher bin, dass das einfach nen Kassenschlager werden wird... Sooviele verschiedene Leute werden sich das anschaun, bin mal gespannt. Wenn ich Zeit habe, werd ich ihn mir wohl auch mal anschaun, Tom Burton ist einfach gut :)

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