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Special: Filmkritik: Die Legende von Aang: Filmkritik: Die Legende von Aang

Schafft M. Night Shyamalan ein Comeback mithilfe einer der beliebtesten Zeichentrickserien der letzten fünf Jahre?

  18.08.2010   15 Kommentare   2938 Klicks
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Special: Filmkritik: Die Legende von Aang

Eine Chance für Regisseur und Serie...?

Special: Filmkritik: Die Legende von Aang

Es gibt zwei Fraktionen, die sich auf “Die Legende von Aang“ freuen: die Fans der Zeichentrickserie “Avatar“, auf die der Film basiert, und die Fans von Regisseur M. Night Shyamalan. Ich gehöre zu letzterer Gruppe, vornehmlich dank “The Sixth Sense“. Obwohl auch mir der zunehmende Qualitätsverlust seiner Filme durchaus aufgefallen ist, empfand ich nur “The Happening“ als wirklich schlecht. Insofern kann ich mit einer guten Nachricht anfangen: “Die Legende von Aang“ ist besser als die Umweltkatastrophe von vor zwei Jahren. Die schlechte Nachricht: Das liegt nicht an der Drehbuchkunst von Herrn Shyamalan, sondern sichtlich an der herausragenden Zeichentrickvorlage...

Der folgende, grobe Storyumriß ist bei Original und Kinofilm gleich: Die Welt wird von vier Nationen bevölkert, die jeweils den Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft angehören. Mit dem entsprechenden Training können sie den Boden formen, Wellen schlagen, Flammen schießen oder den Wind lenken. Doch nur eine Person ist in der Lage, alle vier Elemente zu beherrschen: der Avatar. Normalerweise wird ein neuer geboren, sobald der alte stirbt. Doch seit gut einem Jahrhundert gilt dieser als verschollen. Dafür nutzt die Feuernation ihre zerstörerische Macht, um die anderen Völker zu unterjochen. Nur durch Zufall entdecken die Geschwister Katara und Sokka den zwölfjährigen Jungen Aang, der ungefährt seit 100 Jahren in einer Eiskugel eingeschlossen war. Sofort wird klar, dass Aang der verschollene Avatar ist und schleunigst sein Training der vier Elemente abschließen sollte, bevor die Feuernation ihn erwischt.

Kastrierter Charme der Vorlage

Special: Filmkritik: Die Legende von Aang

Ich habe keine einzige Folge der Zeichentrickserie gesehen... jedenfalls nicht vor Shyamalans Kinofilm. Demnach konnte ich während der Vorführung keine Vergleiche ziehen und wurde von einem Wust an Storyelementen, gekünstelter Dramatik sowie einer allgemein mäßigen schauspielerischen Leistung geplagt. Man merkt schnell, dass Shyamalan eine Serienstaffel, bestehend aus fast 8 Stunden Material, zu einem Abend füllenden Film zusammenstauchen musste: Es passiert recht viel, doch ohne eine echte Entwicklung. Die Szenen springen vielmehr von Schauplatz zu Begebenheit und schaffen somit keine Atmosphäre. Das Lowlight ist (Achtung, kleiner Spoiler) die Erwähnung einer Liebesgeschichte, deren Entstehung durch einen schnöden Monolog aus dem Off erklärt wird.

“Die Legende von Aang“ nimmt sich viel zu ernst – ein Punkt, der mir beim nachträglichen Betrachten der Zeichentrickserie umso härter auffällt. Wo das Original nur so vor Witz und Slapstick sprüht, da herrschen in Shymalans Version bedrückte Mienen, wütende Gesichter und Angstzustände. Nur eine einzige Szene des 103 Minuten langen Filmes ist lustig gemeint und kommt auch gut rüber. Fairerweise sei auch gesagt, dass in manchen Aspekten das hoch gesteigerte Drama funktioniert: Die Szene, in der Aang zurück zu seinem Heimatdorf gelangt, hat mir noch am besten gefallen und ist in der Form auch kein Bestandteil der Vorlage.

Doch dies entschädigt nur milde für die ständig gleichen Gesichtsausdrücke, die speziell die Schauspieler von Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) zeigen. Beide strahlen keinen Millimeter Charme aus, kämpfen sichtlich mit den eher mittelmäßigen Dialogzeilen und fühlen sich schlicht verkrampft auf der Leinwand an. Noah Ringer, der den Protagonisten Aang spielt, gefällt mir bedeutend besser: Er hätte bei einem besseren Drehbuch sicherlich den Film tragen können. Bleibt noch Zuko, der Sohn des Anführers der Feuernation, dessen Rolle Dev ´Slumdog Millionär´ Patel übernommen hat. Er ist der einzige, der sich im Laufe des Filmes eher steigert und den ich gegen Ende hin als positive Überraschung im Kopf behalten habe, unter Berücksichtigung seines schwachen Auftritts in der ersten Szene. Ansonsten reicht das Repertoire gerade mal von erträglich (Shaun Toub als Onkel Iroh) bis nervig (Aasif Mandvi als Zhao).

Eine Verschwendung opulenter Themen und Töne

Special: Filmkritik: Die Legende von Aang

Das einzige, was euch in der Theorie von den Socken hauen könnte (!), ist die enorm starke Musik von James Newton Howard. Überhaupt scheint er der einzige im M. Night Shymalan-Team zu sein, der den ganzen Filmen noch etwas Auftrieb gibt – siehe allein seine wunderschönen Violineinsätze in “The Village“. Wer jedenfalls dem offiziellen Soundtrack von “Die Legende von Aang“ lauscht, der wird unbedingt diesen Film sehen wollen: Allein mit der Suite zieht Howard eine gewaltige Soundlawine durch euer Ohr, inklusive einem sanften Einsteig, hin zu einem bombastischen Thema, über dramatische Kampftöne weg und mit einem ruhigen Abklang endend. Doch im Film ist von dieser Faszination kaum etwas übrig geblieben, denn die Musik geht bei all den Enttäuschungen schlicht unter.

Filmkritik

Special: Filmkritik: Die Legende von Aang

Es tut so weh mit anzusehen, wie M. Night Shyamalan seinen eigenen Kultstatus, den er zurecht dank “The Sixth Sense“, “Unbreakable“ und ansatzweise auch noch mit “Signs“ aufgebaut hatte, nun mit jedem weiteren Film zunichte macht. Ohne das interessante Grundkonzept der Zeichentrickserie wäre “Die Legende von Aang“ ein absoluter Rohrkrepierer. Der Film nimmt sich viel zu ernst (gerade in Anbetracht der Vorlage) und krankt unter mäßigen Dialogen, hastigen Szenensprüngen sowie schlechten Darstellungen, allen voran der Geschwister Katara plus Sokka. Shyamalan hat sichtlich alles gestrichen, was den kindlichen Charme der Serie ausgemacht hat. Dafür hält er mit brutaler Dramatik dagegen, die einfach nicht zünden will.

Am meisten Leid tut mir James Newton Howard: Der hätte mit seinem hier gebotenen Score einen echten Oscar-Kandidat auf dem Zettel gehabt. Nur was bringt es, wenn die Brillanz seiner Einzelleistung im Körper eines schlechten Filmes gefangen steckt und somit abseits der Soundtrack-CD keine Chance der Entfaltung erhält? Mein Rat an Shymalan ist der gleiche, wie ihn viele bereits gegeben haben: Lass die Finger von den Drehbüchern. Von der Regiearbeit sehe ich immer noch ein paar kleine Geistesblitze und Kniffe, die eine gute Geschichte zur echten Größe verhelfen könnten. Doch meine Geduld und Hoffnungen neigen sich langsam dem Ende zu...

Ach ja, noch eine Kleinigkeit zum Abschluss: Solltet ihr euch doch für einen Kinobesuch entscheiden, dann spart euch wenigstens den 3D-Zuschlag. Abseits der Einleitungsszene war mir zu keinem Zeitpunkt wirklich bewusst, dass ich eine 3D-Brille auf der Nase hatte... von dem sanften Druck des Gestells vielleicht abgesehen.

Kommentare

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Waechter
von Waechter | 03.02.2012, 17:32 Uhr
Die Serie war super, der Film ist enttäuscht mich ein bisschen. Zumindest habe ich mir mehr erhofft... Gibt es eigentlich noch eine Fortsetzung? Es gibt ja eine ganze menge die noch fehlt...^^

5 Antworten: Alle zeigen

Azuris
von Azuris | 03.02.2012, 17:41 Uhr
Kein Dilemma bei zeitlosen Themen wink.gif
Waechter
von Waechter | 03.02.2012, 18:05 Uhr
Ja sorry, bloß ich habe mich heute neu angemeldet und schau mich einfach ein bisschen um und kann meine Kommentare nicht unterlassen (Labertasche und so)... tongue.gif
Azuris
von Azuris | 03.02.2012, 18:20 Uhr
Hehe kein Problem.
Soll ja auch so sein smile.gif
Und wie erwähnt ist es bei solchen Artikeln nicht schlimm, diese haben ja kein wirkliches "Ablaufdatum" wie Themen die irgendwann einfach eine Art Endpunt haben.

Willkommen hier auf DN wink.gif
Waechter
von Waechter | 03.02.2012, 18:57 Uhr
Danke, danke, ich denke das ich bstimmt noch irgentwelche Wasserleichen aus dem Keller ziehen werde (vllt), wo ich gerade so am "durchklicken" bin. ^.^
Wie man DNA klaut weiß ich nun ja auch... biggrin.gif
RvRlover
von RvRlover | 21.06.2011, 01:30 Uhr
Die Serie war wundervoll der Film ist schlecht, sehr gut getroffene Kritik.
Buhmi
von Buhmi | 25.08.2010, 14:27 Uhr

@SEMichi: Wie darf man das verstehen, dass du "kein 3D gucken" kannst? Kein Kino in der Nähe oder wie?

merlin3
von merlin3 | 25.08.2010, 00:28 Uhr

Ein ziemlich großes PFUI !! an den Film.

Ich habe ihn mir angesehen und war ziemlich enttäuscht davon.
Also wenn eine Trilogie, dann bitte besser als das was es hier zu sehen gab! Für diejenigen die den Anime kennen, geht da bloß nicht rein, ihr werdet Rotz und Wasser heulen! :/

SEMichi
von SEMichi | 21.08.2010, 17:39 Uhr

Also erstmal muss ich ja sagen das ich sowieso kein 3d sehen kann, daher ist es mir mit dem schlechten 3d egal.

Und nach den schlechten rezisionen und so werde ich ihn wohl nicht (legal) gucken.

Darksim
von Darksim | 20.08.2010, 21:53 Uhr

In Amerika war er nicht übermäßig erfolgreich, dennoch wird das ganze wohl fortgesetzt. Der Film hat in Amerika etwa 130 Millionen Dollar eingespielt. 150 Millionen hat er gekostet. Mit den anderen Ländern, in den er veröffentlicht wurde, bzw noch wird, sollte er die Produktionkosten in jedem Fall herausholen.

Im Grunde wäre ein richtiger Flop aber besser gewesen, da der Film der Serie in keinster Weise gerecht wird. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber die imdb Wertung von 4,3/10 gibt bereits einen guten Anhaltspunkt. Es ist scheinbar eine echt miese Umsetzung.

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