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Special: Filmkritik: Inception: Filmkritik: Inception

Was kann Christopher Nolan nach Batman? Andreas Müller verrät es euch.

  28.07.2010   0 Kommentare   3432 Klicks
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Special: Filmkritik: Inception

Kaum ein anderer Regisseur kann eine ähnlich rasante Hollywood-Karriere vorweisen wie der Brite Christopher Nolan. Scheinbar mühelos meisterte er den Sprung vom kleinen Arthaus-Thriller “Memento“ zum Blockbuster-Kino. Mit “Batman Begins“ und der Fortsetzung “The Dark Knight“ überzeugte er nicht nur Kinogänger, sondern auch die Kritiker. Jetzt wagt er mit “Inception“ das scheinbar Unmögliche: eine komplexe Story mit einem sperrigen Titel und verpackt in einen teuren Actionfilm, der auch noch ordentlich Kasse machen soll.

Die Story

Special: Filmkritik: Inception

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist der Beste seines Fachs. Eigentlich ist er nichts anderes als ein Dieb, doch seine Beute sind weder Geld noch Diamanten, sondern die Träume seiner Opfer. Er ist ein Meister der Extraktion – er dringt mit seinem Team in die Köpfe anderer ein, gaukelt ihnen eine scheinheilige Realität vor und stiehlt ihre intimsten Gedanken. Für Cobb ist der Jobb lukrativ, aber er hat auch seinen Preis - er ist ständig auf der Flucht und hat alles verloren, was er je geliebt hat. Jetzt will Cobb sein Meisterstück liefern und gleichzeitig einen Schlussstrich ziehen: Für den japanischen Industriellen Saito (Ken Watanabe) soll er keinen Gedanken stehlen, sondern einen einpflanzen. Wenn Cobb diese so genannte Inception gelingt, verspricht ihm Saito endlich die lang ersehnte Freiheit. Cobb stellt ein neues Team zusammen und zieht los. Doch dann trifft er auf einen Gegner mit dem er nicht gerechnet hat.

Perfekt, clever, ambitioniert

Ähnlich wie sein Held Cobb ist Filmemacher Nolan ein Meister der Perfektion. Sein Drehbuch ist präzise, logisch und clever aufgebaut, aber es hat ein Problem: Vielen Zuschauern dürfte das Thema zu kompliziert sein. Deshalb besteht die erste Hälfte des Films aus einem „Tutorial“. Nolan lässt seine Figuren erst einmal lang und breit erklären, wie der Traumdiebstahl überhaupt funktioniert. Das ist glücklicherweise nicht so trocken wie es zunächst klingt. Ein geheimnisvoller Anfang, ein bisschen Action und eine sehr stilvolle Kameraarbeit lassen vergessen, dass die Handlung dabei kaum einen Schritt weiterkommt. Allein der Moment, in dem sich Paris ineinander stülpt, ist schon das Eintrittsgeld wert. Schade allerdings, dass der Zuschauer von den Nebenfiguren kaum etwas erfährt. Da hilft es auch nichts, wenn Joseph Gordon-Levitt (“500 Days of Summer“) als Arthur sehr lässig wie cool Cobbs Assistenten spielt und Ellen Paige (“Juno“) zumindest andeutet, warum sie zu den talentiertesten Schauspielerinnen Hollywoods zählt.

Ocean’s 11 war gestern

Special: Filmkritik: Inception

Erst als Cobb und sein Team endlich loslegen, lässt es Nolan richtig krachen. Ein geschickt verschachteltes Finale, spannende Verfolgungsjagden und eine der besten Actionszenen der letzten Jahre, bei der die Gesetze der Schwerkraft buchstäblich aufgehoben werden, entschädigen ungeduldige Zuschauer für den dialoglastigen Anfang. Wenn Cobbs Team am Ende aber eine Festung im Schnee einnehmen muss, wirkt das wie ein alberner “Modern Warfare“-Verschnitt. Da spürt man förmlich wie Regisseur und Produzent krampfhaft versuchen ein zahlungskräftiges Publikum anzulocken. Das ist vollkommen unnötig, weil im Kern hinter der Action-Fassade sowie dem Verwirrspiel um Traum und Realität ein düsterer Psychothriller steckt. Wie Leonard in “Memento“ oder Bruce Wayne in “The Dark Knight“ ist es die Geschichte eines Mannes, der unglaubliche Schuld auf sich geladen hat und nun dafür büßen muss

Filmkritik

Special: Filmkritik: Inception

Hut ab – wohl selten hat Hollywood in den letzten Jahren so viel Geld für eine anspruchsvolle Story ausgegeben. Klar: Jeder, für den „Transformers“ oder “Call of Duty“ das Maximum an Action und Spannung darstellt, wird wohl über weite Teile der Handlung nur gähnen. Und zugegeben – beim ersten Anschauen dürften viele Fragen offen bleiben, zudem das Ende nicht unbedingt zur Aufklärung beiträgt. Dafür hat “Inception“ einen hohen Wiedersehwert. Nolan entwirft ein verwirrendes Puzzlespiel, brilliert in den Actionszenen und zeigt einfallsreiche Spezialeffekte. Manchmal kann dem Zuschauer dabei schwindlig werden, wie beim Betrachten eines Escher-Bildes... und vor Nolans Perfektion kann man sich entweder verbeugen oder von ihr abschrecken lassen. Wer will, der kann sich auch daran stören, dass die einzelnen Traumwelten nur ansatzweise wirklich surreal sind und die Auflösung vorhersehbar ist. Da fehlt dann doch etwas die Verspieltheit eines Tim Burton. Aber egal - „Inception“ ist ein perfekt konstruiertes und manchmal atemberaubendes Blockbuster-Kino, das man so gerne öfters sehen möchte.

Kommentare

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puluminati
von puluminati | 24.12.2010, 00:52 Uhr

Hab ihn jetzt auch gesehen toller Film der zweit beste dieses jahres wie ich finde

der beste ist und bleibt Jackass 3D

Elendstourist
von Elendstourist | 23.08.2010, 17:05 Uhr

Habs dann auch endlich mal geschafft den Film zu sehen und war begeistert. Auch wenn mir der Grad der Verwirrung darüber, wer jetzt was wann geträumt hat, der bei meinen Kino-Nachbarn aufgetreten ist, nicht ganz verständlich ist, da ich den Film für doch relativ einfach nachvollziehbar finde.

FritzEgner
von FritzEgner | 12.08.2010, 12:22 Uhr

Ich hab den Film gestern geguckt. Fand ihn super, der Soundtrack hat perfekt dazu gepasst, die Schauspieler kamen mir in ihren Rollen gut rüber nur die Traumwelt mit der Schneefestung hat irgendwie nicht so richtig ins Bild gepasst. Wenn der auf BluRay rauskommt wird der auf jeden Fall gekauft.

goetz
von goetz | 09.08.2010, 12:06 Uhr

Hab ihn gesehn und muss sagen, einfach nur grandioses Kino. Selten so nen spannenden, gut durchdachten Film gesehn in letzter Zeit

Mecki100
von Mecki100 | 06.08.2010, 22:00 Uhr

Bissl verwirrend am Anfang aber extrem gut :)

elektro
von elektro | 04.08.2010, 10:15 Uhr

Großes Kino, es gibt sie also noch die Regisseure und Produzenten die etwas wagen und einen Film mit Tiefgang plus Bombastoptik hinbrezeln. Hat mir von der ersten bis zur letzten Minute gefallen. Toll auch wieder Hans Zimmers typische düstere Brass-Orchestration. Die computeranimierten Szenen wirken allerdings etwas künstlich und die Action aufgesetzt. Hätte auch weniger Rumgeballer sein können.

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