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Special: G.I. Joe: G.I. Joe

Spektakuläre Anekdote: Eigentlich war geplant, dass ich mir vorletzten Montag eine offizielle Pressevorführung von “G.I. Joe“ anschaue. Dies kam aufgrund von Unentschlossenheit, ob es sich überhaupt lohnen würde, nicht zustande. Ein Tag später besuche ich die Sneak-Preview im örtlichen Kino... und ratet mal, was da unter dem Beisein von gut vier Aufpassern (das auch ja niemand per Handy mitfilmt) lief? Richtig, “G.I. Joe“. Das nenne ich Schicksal... und Glück, dass es mit der Pressevorführung ni

  12.08.2009   0 Kommentare   2922 Klicks
Special: G.I. Joe 0,0 0

 

Special: G.I. Joe

Spektakuläre Anekdote: Eigentlich war geplant, dass ich mir vorletzten Montag eine offizielle Pressevorführung von “G.I. Joe“ anschaue. Dies kam aufgrund von Unentschlossenheit, ob es sich überhaupt lohnen würde, nicht zustande. Ein Tag später besuche ich die Sneak-Preview im örtlichen Kino... und ratet mal, was da unter dem Beisein von gut vier Aufpassern (das auch ja niemand per Handy mitfilmt) lief? Richtig, “G.I. Joe“. Das nenne ich Schicksal... und Glück, dass es mit der Pressevorführung nicht geklappt hat. Ansonsten hätte ich das Ding hier zweimal sehen müssen.

Fressbots und amerikanische Helden

Special: G.I. JoeJa, das war sehr sarkastisch. Aber nein, begeistert bin ich wirklich nicht. Zunächst wären da massive Berührungsängste mit dem Thema, denn abseits eines uralten und indizierten (!) C64-Actionspiels kenne ich rein gar nichts von dem Franchise. Für das Kino ersannen die Drehbuchautoren folgende Geschichte: M.A.R.S.-Industries baut winzig kleine Nanomaschinen, die einmal aktiviert alles Metallene auffressen, was ihnen in den Weg kommt. Nur eine manuelle Deaktivierung kann sie stoppen, ansonsten futtern sie unaufhaltsam weiter. Solch eine Technologie ist freilich teuer, weshalb ohne die finanzielle Hilfe der amerikanischen Regierung das Projekt nie realisierbar gewesen wäre. Doch McCullen (gespielt von Christopher Eccelston), der Chef von M.A.R.S., hat anderes vor und möchte seine eigene Waffe zurück klauen. Ach, ich böser Junge: Jetzt fang ich schon mit Spoilern an. Doch seid beruhigt: Die Motive McCullens werden bereits fünf Minuten nach dessen Auftreten offen gelegt.

Der Held heißt Duke (Channing Tatum) und gehört einer Spezialeinheit an, mit der Mission, einen Koffer mit vier dieser Nanobomben zu eskortieren. Bei McCullens erstem Versuch, die Bomben zu stehlen, überlebt nur er und sein bester Kumpane Heavy Duty (Adewale Akinnuoye-Agbaje). Gleichzeitig muss der Duke entsetzt feststellen, dass seine Ex-Verlobte Ana (Sienna Miller), die er vor vier Jahren das letzte mal sah, zum Team der bösen Jungs gehört. Im Laufe des Filmes wird erklärt, wieso die ehemals liebe und zahme Frau sich zu solch einem Biest entwickelte. Soviel verrate ich: Dukes Bindung mit Ana ging in die Brüche, weil bei einem Kriegseinsatz ihr Bruder Rex (in Rückblenden gespielt von Joseph Gordon-Levitt) ums Leben kam und der Duke daran nicht ganz unschuldig war. Gegen Ende des Films folgt eine „Überraschung“, die ich besser nicht spoilere. Sie ist keinesfalls gut oder originell (in der Tat kam ich von alleine drauf), aber ich möchte mir nicht den Zorn potenzieller “G.I. Joe“-Fans geben. Nur soweit: Die ganzen Gründe, wieso Ana „böse“ wurde, sind schrecklich infantil.

Zurück zum Hauptplot: Die G.I. Joes, angeführt von General Hawk (Dennis Quaid), nehmen Duke und Heavy Duty nach deren holprigen Einsatz ins Team auf. Laut Hawk werden die Joes für all jene Problemfälle geordert, wo jede andere militärische Organisation versage. In diesem Falle bedeutet dies: Stellt die Nanobomben sicher. Doch dank eines blitzartigen Überfallkommandos seitens McCullens, bei dem die halbe Joe-Belegschaft stocktaub zu sein scheint, dauert es keine zehn Minuten und die Bomben sind in den Händen der Bösewichte. Dann ist ungefähr Filmhalbzeit und der folgende Storyverlauf dreht sich freilich darum, das gefährliche Gut zurück zu erhaschen. Jeder halbwegs versierte Kinogänger kann sich bereits denken, was kommt (Achtung, Mini-Spoiler): Mindestens eine der Bomben wird gezündet und macht was Großes kaputt. Der Trailer verrät bereits, dass es der Eifelturm ist, der den Film nicht überlebt. Ich frage mich seit “Armageddon“: Warum muss es eigentlich immer Paris sein, das bei solchen Actionstreifen eines auf den Deckel kriegt?

Austausch-Figuren aus allen Klischee-Kisten

Special: G.I. JoeWährend der Duke den tragischen Bubi-Helden spielt, der letztlich nicht viel schauspielerische Kraft abseits des traurigen Guckens in die Kamera hinbekommt, muss Heavy Duty als Sidekick herhalten. Und was das für ein Sidekick ist: Fast jeder Satz von ihm soll lustig oder ironisch sein. Entsprechend schwankt seine Präsenz zwischen putzig und anstrengend. Einzig Scarlett (Rachel Nichols) kann ihn bremsen, die Schönheit im G.I. Joe-Team: Sie ignoriert Gefühle, weil man diese nicht sehen könne. Heavy Duty verliebt sich sofort in die rothaarige Frau, während sie ihn spontan abweist. Scarlett ändert ihre Meinung allerdings rasch, als (Achtung, noch ein Mini-Spoiler) der gute Heavy Duty erstmals seinen Heldenmut zeigt und ihr ganz nebenbei (um nicht „zufällig“ zu sagen...) das Leben rettet. Danach wird ihr Lächeln immer freundlicher und der Macho-Ton des Filmes immer härter.

Es existiert noch ein weiterer Nebenplot: Zu den „Guten“ gehört Snake Eyes (Ray Park), während bei den „Bösen“ Storm Shadow (Byung-hun Lee) mitmischt. Beide kennen sich seit ihrer Kindheit und trainierten beim gleichen Lehrmeister allerlei Kampfkünste. Ähnlich wie bei der Beziehung zwischen Duke und Ana wird deren gemeinsame Vergangenheit in diversen Rückblenden erzählt. Während die Duke/Ana-Geschichte zwar hanebüchen, aber wenigstens wichtig für den Hauptplot des Films ist, verkommt die Snake Eyes vs. Storm Shadow-Schiene zum irrelevanten Gimmick, das man streng genommen ganz hätte weglassen können. Während Storm Shadow wie die Parodie eines Asiaten-Schönlings rüber kommt, besitzt Snake Eyes die Aura einer Tiefkühlbox. Kein Wunder: Er sagt nichts und steckt die ganze Zeit über in einem Ganzkörperanzug.

Richtig blödsinnig ist McCullens Vorgeschichte: Ganz am Anfang des Filmes seht ihr eine Szene aus dem 17. Jahrhundert, in der einer seiner Vorfahren (David Murray) eine eiserne Maske aufs Gesicht gebrannt bekommt. Der Grund: Er hat zwei konkurrierende Parteien der Profitgier wegen gleichzeitig mit Waffen versorgt. McCullen zeigt Ana gegen Mitte des Filmes diese Maske und meint, sie erinnere ihn an eine wichtige Regel. Diese sei jedoch nicht „Versorge nicht zwei Parteien mit Waffen.“, sondern „Lass dich nicht dabei erwischen, wie du zwei Parteien mit Waffen versorgst.“. Wenigstens stellt diese Maske noch einen halbwegs brauchbaren Bezug zu McCullens Schicksal am Ende des Films her, aber all das hätte man durchaus intelligenter schreiben können.

Allgemein tauchen etwas zu viele Charaktere auf, von denen viele nur kurz angerissen werden. Die ersten zwanzig Minuten über ist der Film etwas anstrengend, weil die Einführung von „Guten“ und „Bösen“ nicht enden will. Fast alle wirken dabei entsetzlich austauschbar und Klischee-triefend. Ein Vergleich wie es besser geht: In “Serenity“ von Joss Whedon wurden neun Protagonisten in einer deutlich kürzeren Zeitspanne eingeführt und dies nur so mit erinnerungswürdigen Szenen sowie Schnitten versehen.

Trotz Schwächen: Ein Actionfilm mit Zielgruppe

Special: G.I. JoeBleibt es ein völliger Verriss? Nein, ein paar Sachen sind sogar richtig gut und geben “G.I. Joe“ eine Existenzberichtigung. Die CGI-Szenen mögen viel zu künstlich aussehen und die Musik von Alan Silvestri ist zuweilen unangenehm aufdringlich, aber die Action funktioniert trotzdem. Gäbe es kein “Stirb Langsam 4.0“, dann würde ich beispielsweise die Verfolgungsjagd in Paris als die schickste bezeichnen, bei der reihenweise Autos wild wirbelnd durch die Gegend fliegen. Ebenfalls positiv: Ein paar Szenen, die mir im Trailer überhaupt nicht gefallen haben, machen im Film einen überraschend glücklicheren Eindruck. Ich beziehe mich hierbei auf die Flick-Flack Sprünge von Duke und Heavy Duty sowie den Hechter durch (!) einen fahrenden Zug.

“G.I. Joe“ ist ein ganz seltener Fall, wo mir Drehbuch und Schauspieler wenig gefallen, aber der Regisseur Stephen Sommers nicht alles versiebt hat. Der Plot ist zwar doof, jedoch abseits der überdrüssigen Charaktereinführungen angenehm erzählt. Die Szenen kommen in der richtigen Reihenfolge (ein böses „Hallo“ an McG) und der Stil wird der Actionfiguren-Vorlage gerecht. Insofern möchte ich einiges von meiner Kritik abmildern: In manchen Punkten, über die ich meckere, möchte der Film gar nicht besser sein. Hier hat niemand eine Chance auf eine Oscar-Nominierung, selbst die Tonabmischer nicht, die den Film viel zu laut machen. Doch dieser überzogen-infantile Stil ist ein „Stil“, der eingehalten wird und was ich somit respektiere. Anders ausgedrückt: “Terminator: Salvation“ wollte mehr sein und geriet allzu oft ins Lächerliche oder Belanglose. “G.I. Joe“ zeigt in vielerlei Hinsicht das, was den Produzenten und dem Regisseur vorschwebten.

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Kritik

Special: G.I. JoeMir hat der Film nicht gefallen, aber im Gegensatz zu “Terminator: Salvation“ verstehe ich wenigstens, warum andere ihn mögen könnten. Die Geschichte ist absolut nichts Besonderes und versucht mit ein paar irrwitzigen Wendungen so etwas wie Überraschungsmomente einzuführen. Das klappt jedoch nicht wirklich, dazu sind die Anzeichen zu offensichtlich und die Ergebnisse zu abstrus. Ansonsten fehlt es einigen Figuren an Glaubwürdigkeit. Speziell der fieseste der Fieslinge wird durch dämliche oder kaum näher beleuchtete Beweggründe vorangetrieben. Gegen Ende „macht“ er sich und einen weiteren bösen Protagonisten zu zwei berühmteren G.I. Joe-Comicfiguren. Diese Szene ist so mit die unglücklichste im ganzen Film, weil sie nicht dramatisch sondern unfreiwillig komisch rüberkommt.

Sei es drum: Die Schauspieler mögen kein Bein ausreißen, die Stuntleute hingegen schon. Die Actionszenen sind richtig gut und machen Laune. Sie sind nicht zu lang und nicht zu kurz. Die CGI-Szenen wirken zwar künstlich, jedoch scheint dies aufgrund der Vorlage Absicht zu sein. Einen Vergleich mit “Transfomers 2“ kann ich persönlich leider nicht bieten, weil ich mich (bislang) vor diesem Bay-Werk gedrückt habe. Bereits die Trailer zu “G.I. Joe“ suggerierten mir: „Das wird mir kaum gefallen.“ und letztlich ist für mich genau das bei herausgekommen. Wer jedoch noch keine tausend Filme gesehen hat, auf eine intelligente Handlung keinen Wert legt und einfach nur etwas Action genießen möchte, der kann sich “G.I. Joe“ mal antun.

Kommentare

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tremors
von tremors | 14.10.2009, 21:17 Uhr

gute besetzung guter film.....

j4XX0
von j4XX0 | 19.08.2009, 11:14 Uhr
Wie schon gesagt der Film trieft tierisch nach Klischees,hat nicht die intelligentesten Dialoge und teilweise ernst gemeinte und doch ins Lächerliche gezogene Szenen.Dennoch der Film überzeugt mit gutem Timing und Qualität der Actionszenen und nicht aufkommender Langeweile. Ansonsten erinnern mich einige Szenen an Crysis, Star wars, Iron man und Fantastic four, also sozusagen ein guter mischmasch aus allem. Wie schon gesagt wenn man das gehirn abschaltet kann man sich den Streifen ansehen
Slowmoe
von Slowmoe | 15.08.2009, 19:14 Uhr
ich werd heute mal mein hirn an der kinokasse abgeben und mir den streifen geben: 1.Weil ich ewig nicht mehr im Kino war und 2. weil heute eh nix los is :-)
Xancis
von Xancis | 14.08.2009, 00:48 Uhr
@Andreas: Ich fand Transformers 1 genial. Es hat alles gestimmt von Anfang bis Ende. Transformers 2 ist auch sehr gut aber wie ich damals schon bei dem Tesatbericht geschrieben habe wollte der Film alles sein und von 12-99 jahre alle ansprechen. Zu viel übertriebener und nicht komischer Witz (eltern und zwillings roboter) haben meiner Meinung nach auch alles versaut. Aber dennoch gibt es diverse dinge, die sehr gut gelugen sind. Im vergleich zum 1. teil für mich etwas schlechter aber im Vergleich zu anderen Action Filmen deutlich unterhaltsamer. Aus welchem Grund fandest du den Film denn so schlecht?
Redakteur_Andreas
von Redakteur_Andreas | 13.08.2009, 19:41 Uhr
@Xancis Ob du es glaubst oder nicht - ich fand Transformers 1 sehr unterhaltsam. Die Fortsetzung ist meinen Augen aber furchtbar.
Xancis
von Xancis | 13.08.2009, 19:38 Uhr
@Andreas: ich mein ja nur, dass i-wie keine gute Filmbewertung kommt. ich kann mich auch an keine positive erinnern. Klar Spiele, Filme usw. sind alle Ansichtssache aber ein Mensch, der Transformers 1 schlecht findet sollte keine Rezension über Transformers die Rache schreiben, in der er seine negative Meinung zum Film schildert. Wie unvorhersehbar. Und zummindest bei Transformers die Rache haben ja viele in den kommentaren geschrieben, dass sie den Film super fanden. Die Meißten sogar besser als die 1 ...
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