Special: James Cameron´s Avatar: James Cameron´s Avatar
Ein Wort trifft es am besten: Größenwahn. Alles, was Regisseur James Cameron in die Hand nimmt, muss größer, teurer und spektakulärer sein als die Konkurrenz. Dadurch war Cameron seit „Terminator 2“ technisch immer auf der Höhe der Zeit. Nur seine Drehbücher waren nicht mehr als solides Handwerk.
Ein Wort trifft es am besten: Größenwahn. Alles, was Regisseur James Cameron in die Hand nimmt, muss größer, teurer und spektakulärer sein als die Konkurrenz. Dadurch war Cameron seit „Terminator 2“ technisch immer auf der Höhe der Zeit. Nur seine Drehbücher waren nicht mehr als solides Handwerk.
Die Story
Der Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington) ist durch eine Kriegsverletzung an den Rollstuhl gefesselt. Auf dem fernen Planeten Pandora bietet sich ihm aber eine einzigartige Möglichkeit: Dank des Avatar-Programms kann er in den Körper eines genetisch geschaffenen Eingeborenen schlüpfen, der bei den widrigen Temperaturen auf dem Planeten überleben kann. Jake soll in seinem neuen Körper mit den Na´vi, den Ureinwohnern Pandoras, Kontakt aufnehmen. Schnell wird Jake aber klar, dass der Konzern, der ihn engagiert hat, nur auf ein wertvolles Mineral aus ist. Das Wohl der Eingeborenen ist den Managern egal und notfalls setzen sie ihre Ziele mit Gewalt um. Besonders Colonel Quaritch (Stephen Lang) möchte alle Ureinwohner möglichst schnell mit seinen Söldnern aus dem Weg schaffen. Als Jake die Na´vi kennen lernt und sich in die hübsche Neytiri (Zoe Saldana) verliebt, muss er sich für eine Seite entscheiden.
Nichts Neues im Cameron-Land
Hat man einen Cameron-Film gesehen, kennt man alle. So sind auch hier die Action-Szenen perfekt, Wirtschafts-Konzerne schlecht, Frauen kampfstark und der Held treu, clever und unbestechlich. Diesmal hat Cameron seine Geschichte zusätzlich mit einer Ökobotschaft und viel Ethno-Feeling gemixt, der „König der Löwen“ trifft auf „Der mit dem Wolf tanzt“. Das ist alles grandios inszeniert, handwerklich brillant, aber auch furchtbar politisch korrekt. Nichts, aber auch gar nichts, wird den Zuschauer überraschen. Ecken und Kanten sucht man in diesem Film vergeblich. Stattdessen macht hier jeder seinen Job wie die abgeklärten Soldaten im Film. Sam Worthington spielt den Action-Helden, der ihn wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren zu einem Hollywood-Großverdiener machen wird: nicht besonders gebildet, aber hartnäckig, eine Art Bruce Willis 2.0. Stephen Lang ist so routiniert gemein, wie schon 1000 Bösewichte vor ihm, und Sigourney Weaver ist das gute Gewissen des Films. Zoe Saldana macht dagegen das, was Heldinnen in einem Cameron-Film immer machen – austeilen.
Technik, die umhaut
Es ist aber egal, ob man diesen Plot oder die Personenkonstellationen schon etliche Male gesehen hat, denn der eigentliche Star des Films ist die Technik. Wenn Jake in seinen Avatar schlüpft, wird er sofort zu einem komplett computeranimierten Schauspieler, den man in dieser Perfektion noch nie gesehen hat. Doch nicht nur die Animation und Mimik der Figuren beeindrucken. Mit Pandora schaffen Cameron und seine Designer eine Welt voller Leben, wie es sie im Kino selten zuvor gab. Diese Detailverliebtheit und der Perfektionswille können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass diese fremde Welt lediglich wie ein Variante unserer bekannten Erde aussieht. Wirklich neue, einzigartige Lebensformen gibt es auf Pandora nicht.
Um dies alles zum Leben zu erwecken, dauerte es Jahre, denn Cameron wollte warten, bis die Computertechnik seine Ideen verwirklichen konnte. Beispielsweise konnte er nun mit einer so genannten „virtuellen Kamera“ erstmals die digitale Version eines Schauspielers gleichzeitig mit den digitalen Hintergründen in einer Kamera sehen. Deshalb musste die Filmcrew nicht erst Monate warten, bis erste Muster aus dem Kopierwerk kamen. Das machte die Dreharbeiten flexibler als bei vergleichbaren Projekten.
Zusätzlich entwickelte Cameron mit dem Spezialisten Vince Pace eine neuartige 3D-Fusion-Kamera. Allerdings bereitet momentan die moderne 3D-Technik in Deutschland einige Probleme.
Szenen aus dem Film
Schon der offizielle Film-Trailer zeigt durchaus Imposantes...
Kritik
James Cameron hat mit „Avatar“ einen technisch beeindruckenden Film geschaffen, der durch Set-Design, Spezialeffekte und 3D-Technik überzeugt. Die Geschichte kann dagegen nicht mithalten und verlässt sich auf Bewährtes. Die vorhersehbare Handlung und die austauschbaren Charaktere trüben zusehends das Filmvergnügen – bei knapp drei Stunden Filmdauer nicht zu verachten. Schade auch, dass Cameron nur ansatzweise die interessante Idee hinter dem Avatar-Programm hinterfragt. Bei Cameron ist es lediglich ein High-Tech-Feature, das es ihm ermöglicht, mit der Technik zu spielen. Am Ende ist sein Film „nur“ ein gut gemachter Abenteuer und Action-Film mit Ökobotschaft und ein bisschen Ethno-Kitsch. Der Regisseur beweist aber damit, dass auf ihn Verlass ist – wo Cameron drauf steht, ist auch Cameron drin. Popcorn-Fans wird es freuen, anspruchsvollere SF-Fans stöhnen nur.
Kommentare
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So viel Geld und so wenig niveau, ungeheuerlich Platte Story bei der irgendwelche Sci Fi Indianer ihre Geschlechtsteile mit allem verknoten was sie finden. Gute Bilder und sonst nur mist
Das mit der Unschärfe vor allem an den Ränder war bei mir teilweise auch so, fand ich aber nicht so schlimm da die Gesamtoptik darunter in meinen Augen eigentlich kaum gelitten hat.
Ein wirklich tolles Kinoerlebnis, die Kritik an der Story mag berechtigt sein, aber ich schau mir lieber eine schon oft erzählte Geschichte an wenn sie so grandios erzählt und visualisiert wird als eine dieser vermeintlich kreativen Stories die mies umgesetzt sind. Es muss ja nicht immer zwanghaft kreativ sein, so wie das einige hier fordern, ich fands einfach nur schön gemacht, fertig. Zwangskritiker die sich als die Gralshütter des SF Genres sehen wie "Nr. 4" wirds immer geben, den Leuten kann mans doch eh nie recht machen, und mir ist die Kritik wohl genauso egal wie dem Herrn Cameron.
Ein tolles Kinoerlebnis, kann man im Vergleich auf dem heimischen TV sicher vergessen.
Ob jetzt von der Machart/Technik oder der Story, Ich finde es gut das entlich mal wieder die Menschheit so gezeigt wird wie sie ist, ausbeuterisch, Sonnst sind es meist Aliens die die Agressoren sind
Naja aber ich wil kein Kritiker sein, weil ich finde Kritiken bringen eh nichts, es ist immer ansichtssache und jeder hat nen anderen geschmack, aber wenn man schon mit großen Erwartungen heutzutage ins Kino geht, wird man immer sagen "Buh" sowas war doch schon mal, die Story ist ne Kombi aus dem und dem Film. Überlegt doch, was man sich auch anschaut, irgendwie gabs das schon mal.Oder du bist einer der auf nen Film geprägt ist. Beispiel: Biste eingefleischter "Star Wars" Fan wirste immer deine Meinungen und ansichten danach ausrichten und es wird nie genügen.
Man sollte auch bedenken das "Avatar aufbruch nach Pandora" nen AufbauFilm ist und es ne Triologie werden soll, wer weiß schon wie das Gesammtwerk aussehen wird