Zu Beginn der Story ist eigentlich schon alles vorbei: Überbevölkerung, Klimakatastrophen und die Diskussion um Killerspiele. Der T-Virus hat nämlich fast alle Menschen in blutdürstige Zombies verwandelt und die Welt liegt in Schutt und Asche. Nur eine Handvoll Überlebende macht sich auf den Weg durch eine verdorrte Wüstenlandschaft nach Alaska, dem einzigen Ort, wo angeblich Leben noch möglich ist. „Extinction“, ausgelöscht, heißt der treffende Titel des letzten Teils der Resident Evil Film-Trilogie, ein dreist-derber Mix aus „Mad Max II“ und „Day of the Dead“. Daraus macht der Film aber keinen Hehl und soviel Ehrlichkeit macht sympathisch. Wer aber Anspruch sucht, sollte lieber „GZSZ“ gucken.
Mad Alice
Die Handlung von „Extinction“ schließt lose an das Ende von „Resident Evil: Apocalypse“ an, aber schert sich wenig um inhaltliche Zusammenhänge. Alice cruist auf dem Motorrad durch die amerikanische Wüste, zerlegt ab und an ein paar Zombies und ihr alter Kumpel Oliveira beschützt einen Treck letzter Überlebender, die von Claire Redfield angeführt werden. Noch immer aber will die Umbrella-Corporation den T-Virus zu ihren Gunsten nutzen und so klont Dr. Isaac fleißig eine Alice nach der anderen. Original-Alice ist nämlich auch infiziert, doch statt sich in einen Zombie zu verwandeln, wird sie zu einer Art Superheldin mit telekinetischen Fähigkeiten. Alice hat natürlich etwas gegen die Pläne des bösen Doktors und macht sich auf den Weg, um ihm das Handwerk zu legen. In einem abgelegenen Forschungslabor, belagert von unzähligen Zombies, kommt es schließlich zum Showdown.
Alte Bekannte
Zur Erinnerung: Die ersten beiden „Resident Evil“-Filme hatten mit der gleichnamigen Videospielreihe nur wenig gemein. Alice alias Ex-Modell Milla Jovovich musste im ersten Teil mit einem Spezialkommando ein unterirdisches Genlabor der Umbrella-Corporation aushebeln und in der Fortsetzung ein paar Überlebende aus Racoon City beschützen. Aus dem Survival-Horror der Vorlage wurden ziemlich krude Actiongelage, die den Fans anscheinend aber gefallen haben und „Extinction“ das beste Wochenendeinspielergebnis der Reihe beschert hat. Produzent und Drehbuchautor Paul W. S. Anderson war bei allen drei Filmen beteiligt, aber zumindest ist er kein zweiter Uwe Boll, beherrscht er doch die Grundprinzipien des Action-Films, nämlich Tempo und Ironie. Regisseur ist diesmal aber Russel Mulcahy und einige der älteren Leser werden sich vielleicht an seinen 80er-Jahre-Filmhit „Highlander“ erinnern. Allerdings arbeitete er danach auch ganz getreu dem Motto „Es kann nur einen geben“ und hat seitdem kaum noch etwas Nennenswertes zustande gebracht. Hier macht er aber seine Sache ordentlich – rasante Schnitte, schräge Perspektiven und ordentlich Blut. Zynisch betrachtet, eben alles, was das Fanherz begehrt.
Der Kracher aber ist und bleibt Milla Jovovich. Nein, sie kann nicht schauspielern und ihre Mimik beschränkt sich auch nur auf ungefähr zwei Gesichtsausdrücke, aber dafür springt die attraktive Tschechin so athletisch durch die Handlung, dass man sich fragen muss, wo sie wohl war, als die Filmrolle der Lara Croft vergeben wurde.
Kein Kunstwerk, aber…
Man kann von dieser Art Popcorn-Kino halten, was man will und wenn in hundert Jahren weise Leute die Annalen der Geschichte mit den besten Filmen aller Zeiten schreiben, wird man „Resident Evil: Extinction“ vergebens suchen. Nein, der Film wird nicht mal eine Fußnote wert sein, aber was soll´s? Mulcahys Film ist so entwaffnet plump und vorhersehbar, dass er in der richtigen Runde Spaß machen kann. Dieser Endzeit-Horror-Western ist kurzweiliger Action-Trash von der Stange, bei dem Fans des Videospiels aber aufpassen sollten, denn vom subtilen Horror der ersten Spiele ist nur wenig übrig geblieben. Die Filme setzten schon immer auf Action und plünderten wild im Fundus des „Resident Evil“-Universums, aber Hand auf Herz – wer kann mir aus dem Stand sagen, in welchem Spiel Claire, Chris, Jill oder Leon auftraten? „Extinction“ verlangt gar nicht, ernst genommen zu werden und das ist gut so. Knapp hundert Minuten wird man temporeich unterhalten, besser als in den Vorgängern, aber danach sollte man das Ganze schnell wieder vergessen. Das dürfte aber nicht sonderlich schwer fallen.
Verlosung: Gewinnt zwei ´Resident Evil´-Fan-Pakete
Passend zu unserer ´Resident Evil: Extinction´-Rezension verlosen wir zwei Fanpakete bestehend aus je einem ´Resi´-Shirt und einem Film-Soundtrack. Um einen dieser Preise zu ergattern, müsst ihr einfach nur eine simple Frage beantworten:
Wie lautet der Name des zweiten Resident Evil - Kinofilms?
Die Lösung schickt ihr per Email an
Gewinnspiel@DemoNews.de. Gebt bitte eure Postadresse an, damit wir euch die Preise im Falle eines Gewinns zusenden können. Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen, Redakteure von DemoNews.de können nicht an der Verlosung teilnehmen.
Einsendeschluss: 07.10.2007, 23.59 Uhr