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Special: Terminator - Die Erlösung: Terminator - Die Erlösung

Ein Film steht und fällt mit seinem Regisseur: Die „Terminator“-Serie bildet hier keine Ausnahme. James Cameron schuf mit den ersten beiden Episoden zwei zeitlose Meisterwerke, hingegen Jonathan Mostows dritter Teil es sehr schwer hatte, diesen Kultstatus auch nur ansatzweise erreichen zu können.

  03.06.2009   30 Kommentare   3821 Klicks
Special: Terminator - Die Erlösung 0,0 0

 

Special: Terminator - Die Erlösung

Ein Film steht und fällt mit seinem Regisseur: Die „Terminator“-Serie bildet hier keine Ausnahme. James Cameron schuf mit den ersten beiden Episoden zwei zeitlose Meisterwerke, hingegen Jonathan Mostows dritter Teil es sehr schwer hatte, diesen Kultstatus auch nur ansatzweise erreichen zu können. Und nun kommt McG daher, der seine weniger geachteten Remakes zu „3 Engel für Charlie“ vergessen machen möchte. „Terminator - Die Erlösung“ spinnt das Albtraum-Szenario der post-apokalyptischen Welt weiter und zeigt John Connor als einzige Hoffnung beim Kampf Mensch gegen Maschine.

Kurze Zusammenfassung des ersten „Terminator“

Special: Terminator - Die ErlösungWir erinnern uns: Skynet ist ein System aus Computern und Robotern, das irgendwann in der Zukunft ein Eigenleben entwickelt und die Menschheit mit ihren eigenen Atombomben nahezu auslöscht. Danach entwickelt sich eine Wiederstandsbewegung, die von John Connor angeführt wird. Aus diesem Grund baut Skynet eine Zeitmaschine und schickt einen so genanten Terminator in die Vergangenheit. Seine Aufgabe: Sarah Connor, Johns Mutter, zu töten, so dass er nie geboren werde. Als Gegenpart reist Kyle Reese in die gleiche Zeit, um Sarah zu beschützen. Am Ende schläft Sarah mit Kyle, Kyle stirbt, der Terminator wird zerstört und Sarah ist mit John schwanger. Soweit die Story des ersten „Terminator“-Filmes, auf den mehrfach im neuen Titel „Terminator - Die Erlösung“ Bezug genommen wird. Die Ereignisse in den anderen beiden Episoden spielen eine eher untergeordnete Rolle, weil dort die Katastrophe zunächst verhindert wird („Terminator 2 - Tag der Abrechnung“) und letztlich doch stattfindet („Terminator 3 - Rebellion der Maschinen“).

Höllentrip

Special: Terminator - Die Erlösung„Terminator - Die Erlösung“ knüpft überraschenderweise nicht direkt am Ende des Vorgängers an, sondern ungefähr ein Jahr zuvor: Ein Mann namens Marcus Wright, gespielt von Sam Worthington, sitzt in der Todeszelle und wartet auf seine Hinrichtung. Dr. Serena Kogan (Helena Bonham Carter) überredet ihn rechtzeitig, seinen Körper nach seinem Tod der Forschung zur Verfügung zu stellen. Als er die Giftspritze bekommt, ist es ihr Gesicht und ihre Stimme, was er als Letztes sieht und hört. Alles verschwimmt, das Bild wird weiß, Ende und aus... so hat es sich Marcus zumindest gedacht. Fünfzehn Jahre später hat die Menschheit nur noch wenig zu lachen. Skynet hat die halbe Erde mit Nuklearraketen zerbombt und jagt mittels hässlicher Terminatoren die Überbleibsel der Menschheit. Ein kurzer Einsatz der Wiederstandsbewegung zeigt die aussichtslose Lage auf dramatische Weise: Der gesamte Trupp wird vernichtet, einzig John Connor (diesmal gespielt von Christian „The Dark Knight“ Bale) überlebt das Himmelfahrtskommando. Gleichzeitig wacht Marcus Wright inmitten einer zerstörten Landschaft auf und versteht nicht, wie ihm geschieht: Trotz vollzogener Hinrichtung scheint er nicht tot zu sein. Er macht sich auf die Suche nach Gründen für seine unerwartete Existenz und stößt dabei zufälligerweise auf den noch jungen Kyle Reese, ohne den Connor gar nicht existieren würde.

„Terminator: Die Erlösung“ erzählt zwei Handlungsstränge: Der eine dreht sich rund um John Connor und wie dieser seinen „späteren“ Vater Kyle Reese kennen lernt. Der andere Handlungsstrang behandelt das Schicksal von Marcus Wright und warum dieser fünfzehn Jahre nach seinem Tod wieder quicklebendig ist. Eine der wichtigsten Pointen verrät bereits der Trailer, trotzdem spreche ich für den folgenden Absatz eine Spoiler-Warnung aus: Marcus Wrights Körper geriet in die Hände von Skynet und besteht größtenteils aus Metall. Sprich: Er ist selbst eine Maschine, auch wenn er dies nicht wahr haben möchte. Die Moral des Filmes dreht sich rund um die Frage: Kann eine Maschine menschliche Züge annehmen? Ist es möglich, dass sie nichts von ihrer künstlichen Existenz weiß? Oder ist das alles nur ein Trick, um Connor & Co. in eine Falle zu locken? Die Antworten auf all diese Fragen möchte ich nicht verraten, doch sie sind alles andere als spektakulär und klettern keinen Millimeter aus der Klischeekiste heraus.

Eine Welt ohne Atmosphäre

Special: Terminator - Die ErlösungAls ewiger James Cameron-Fan verehre ich die ersten beiden „Terminator“-Filme. Dort habe ich eine clever inszenierte Story, kompetente schauspielerische Leistungen und ansprechende Spezialeffekte in einem. Jonathan Mostows „Terminator 3“ hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, weil sich die Geschichte zu sehr auf eine Aneinanderreihung von Action- und Krachwumm-Szenen konzentriert. Aber dank einiger Gags wurde ich immerhin amüsiert und bezüglich des mutigen Endes sogar überrascht. „Terminator: Die Erlösung“ hingegen möchte ich am liebsten ganz schnell vergessen, denn McGs Interpretation der Serie ist eine einzige Enttäuschung. Das fängt bereits bei der Kulisse an, die mich an keiner Stelle überzeugen konnte. Sie wirkt weder bedrohlich noch unheimlich, sondern einfach nur langweilig. Ein verregneter Tag inklusive dunkelgrauer Wolkendecke hier in Gießen und Umgebung erzeugt jedenfalls bei mir mehr Endzeitstimmung. Natürlich bekommt ihr auch mal die Überreste einer zerstörten Großstadt zu sehen. Doch ist diese übertrieben leblos dargestellt: Die Protagonisten laufen vielmehr ungeniert durch die Gegend und werden ab und zu von einem bösen Terminator erschreckt. Auch wenn alle Nase lang irgendwelche unwichtigen Nebenfiguren im Explosionsrausch des Filmes ums Leben kommen: Beklemmend schaut anders aus.

Der Geschichte fehlt es massiv an Glaubwürdigkeit. Egal ob nun die Menschen oder die Maschinen am Zug sind: Häufig habt ihr das Gefühl, dass sie sich bei ihren Plänen blindlings darauf verlassen, das die jeweilige Gegenseite unbewusst mitspielt. Die Logik scheint nur von Szene zu Szene zu funktionieren, nicht jedoch im Gesamtkontext des Filmes. Viele Charaktere verkommen zu schnöden Gimmicks und vermitteln nicht einmal im Ansatz so etwas wie Tiefe. Ganz schlimm trifft es ein kleines Mädchen namens Star (verkörpert von Jadagrace Berry), deren Aufgaben sich auf zwei Dinge beschränken: stumm zu sein und vor Schreck zu erstarren, sobald es einen Terminator spürt. Wo die Kleine diese „Fähigkeit“ erlangt hat oder was ihr Hintergrund ist, bleibt unbeantwortet.

Nicht einmal die Erzählstruktur ist frei von Mängeln: Häufig, wenn sich die Handlung entweder auf Connor oder auf Wright konzentriert, werden zwischendurch kurze, wie belanglose Szenen des jeweils anderen Hauptakteurs eingestreut. Noch unzufriedener bin ich mit der Umsetzung der „Marcus stirbt und findet sich plötzlich in einer zerstörten Welt wieder“-Idee: Am besten wäre es gewesen, wenn der Regisseur beide Ereignisse unmittelbar hintereinander gezeigt hätte. Das hätte mir als Zuschauer bestmöglich den Bruch beider Welten, und vor allem wie Marcus Wright diesen erlebt, vermittelt. Doch in der von McG realisierten Form stecken dazwischen einfach viel zu viele andere Szenen, weshalb dieser Wechsel von normaler Welt hin zur post-apokalyptischen keine Wirkung erzielt.

Flach, blass und laut

Special: Terminator - Die ErlösungVon der schauspielerischen Leistung her enttäuscht allen voran Christian Bale, der die bislang blasseste Version von John Connor verkörpert. Seine eigentlich dramatischen Szenen vergeigt der gute Mann sogar so sehr, dass ihm Ende des Jahres eine Nominierung für die goldene Himbeere winken könnte. Richtig peinlich: Er ist derjenige, der inmitten eines besonders traurigen wie dramatischen Momentes den berühmten Satz „Ich komme wieder.“ aussprechen darf. Es war die einzige Szene während der Vorführung, in der gut die Hälfte der versammelten Pressemannschaft gelacht hat. Davon abgesehen wirkt Helena Bonham Carter als Dr. Kogan viel zu unnatürlich, während Sam Worthington und Anton Yelchon noch das Beste aus ihren klischeetriefenden Rollen machen. Ähnliches gilt für Bryce Dallas Howard als Kate Connor, Johns schwangerer Frau. Allerdings wird ihr Charakter dermaßen nebensächlich behandelt, weshalb man sie sarkastisch formuliert auch ganz hätte weglassen können.

Die Actionszenen stimmen etwas versöhnlich, gleichwohl es ein paar abenteuerliche Kameraperspektiven weniger hätten sein können. Die Explosionen sind groß, der Sound kracht mächtig und die Spezialeffekte passen sehr gut ins gefilmte Material hinein. Allerdings schaffen auch sie es viel zu selten, so etwas wie Atmosphäre zu erzeugen. Die Terminatoren sehen zwar realistisch, aber weniger bedrohlich aus, als der gute alte Arnold Schwarzenegger im Ur-Film von 1984 . Achtung, Mini-Spoiler: Gleichwohl sorgt der Österreicher unbewusst für ein kleines Highlight, denn gegen Ende hin macht John Connor zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem sagenumwobenen T-800. Hierfür haben die Effektmeister des Filmes das Konterfeit von Schwarzenegger auf den Kopf der Maschine kopiert, so wie er vor dreißig Jahren aussah. Dies macht einen wirklich guten Eindruck, allerdings ist der technische Schnickschnack bereits nach wenigen Minuten wieder vorbei.

Kritik

Special: Terminator - Die ErlösungAm Ende sind es die Emotionen, die fehlen: Ich verspüre keine Dramatik, wenn Connor oder Wright ihre Heldenaktionen starten. Ich verspüre keine Emotionen, sobald irgendwelche Charaktere sterben. Ich verspüre kein Adrenalin, weder bei den größten Skynet-Maschinen noch bei den vielen Explosionen. Die Welt wirkt leblos, aber nicht beklemmend-düster, sondern schlicht und ergreifend langweilig-öde. Die schauspielerische Leistung erreicht maximal die Durchschnittsmarke, was mit an der sehr flachen Charakterisierung der Protagonisten liegt. Helena Bonham Carter und Christian Bale setzen noch eins obendrauf, weil ich bei ihren eigentlich dramatisch gedachten Szenen lieber lachen wollte. Unterm Strich bleiben ein paar gut gemachte Actionszenen, die allerdings auch nicht ewig viel Laufzeit einnehmen, und zwei Handlungsstränge, von denen der eine langfristig bekannt war (weil er den Bogen zum ersten „Terminator“-Film spannt) und der andere am Ende beinahe belanglos wirkt. Die derzeit wenig erbaulichen Einspielergebnisse in Amerika betrachtend ist an dieser Zukunftsvision nur eines düster: Ob es überhaupt zu den beiden geplanten Fortsetzungen kommen wird.

Kommentare

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Waechter
von Waechter | 06.02.2012, 12:25 Uhr
Ich bin auch ein bisschen enttäuscht... Ich bin der Meinung das Teil 3 eigentlich am besten ist obwohl der 2. Teil auch ziemlich rockt..
tremors
von tremors | 14.10.2009, 21:19 Uhr

jo stimmt langweilig...und dabei hab ich mich so gefreut drauf....man man man

WithoutBreath
von WithoutBreath | 11.07.2009, 14:07 Uhr
Hab in mir auch im Kino angeschaut. CGI vom feinsten ... Action solala ... aber der Schluss mit dem "Österreicher" :D
Slice
von Slice | 09.07.2009, 12:08 Uhr
habe auch ein bisschen mehr erwartet aber war ganz gut ;)
QUAD4
von QUAD4 | 15.06.2009, 22:57 Uhr
hab den film auch im kino gesehen und fand den als terminator fan scheisse. so als aktion film ist er ok aber ansonsten wirkt der film wie die need for speed serie.
tremors
von tremors | 12.06.2009, 08:31 Uhr
neeeee nichts für mich.....langweilig genau wie die serie von....mfg:j_smoke:
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