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Sucker Punch: Viel Krach, nichts dahinter

Manche Leute sagen, dass moderne Actionfilme wie Videospiele sind – Sucker Punch ist das beste Beispiel dafür, allerdings kein gutes. Nach Watchmen entführt Regisseur Zack Snyder seine Zuschauer auf einen eigenwilligen Actiontrip, der nach einer Mischung aus Matrix, Inception und Sin City aussieht, aber dem schon recht schnell die Puste ausgeht.

  01.04.2011   13 Kommentare   1963 Klicks
Sucker Punch 3,0 1

Die Geschichte ist ein wirrer, provokativer Zitatenmix: Baby Doll (Emily Browning) wird von ihrem Stiefvater in ein Sanatorium eingewiesen und soll dort lobotomisiert werden. Bevor das geschieht flüchtet sie sich in Gedanken in eine Fantasiewelt, in der sie als Stripperin arbeitet und sich mit den Kolleginnen Sweat Pea (Abbie Cornish), Rocket (Jena Malone), Amber (Jamie Chung) und Blondie (Vanessa Hudgens) anfreundet. Als es ihr auch dort zu gefährlich wird, bietet ihr ein geheimnisvoller alter Mann (Scott Glenn) eine Lösung an: Wenn Baby Doll fünf Dinge beschafft, kann sie fliehen. So geht es wieder eine Traumebene weiter und nun kämpft sie mit ihrer Girlieband als Supersoldatin gegen Steampunk-Nazis, Drachen und Samurai. Dazwischen springt die Handlung im Inception-Stil hin und her, um das dünne Storygerüst in die Länge zu ziehen.

Durchgeknallte Action-Fantasy

“Es trifft dich unvorbereitet“ – so der Slogan des Films. Snyder will es allen zeigen und inszeniert das erste Mal eine eigene Story. In seinen besten Momenten wirkt der Film wie ein feuchter Nerdtraum mit zahlreichen Zitaten aus Film, Comic und Videospiel. Die Nazis sehen aus wie die Helghast aus Killzone, die Schwertkämpfe könnten aus Kill Bill stammen und die Zugsequenz gegen Ende erinnert an irgendeinen Schlauchlevel aus Gears of War. Optisch kann man als Zuschauer nicht meckern, denn diese Actionsequenzen sind visuell eine Wucht und fast jedes Bild wäre als Wallpaper geeignet. Als fade Ausrede für diese eigenwillige und bildgewaltige Action-Fantasy beschwört Snyder wie Lewis Carroll in Alice im Wunderland oder Guillermo del Toro in Pan’s Labyrinth die Kraft der Fantasie als einzigen Ausweg, um einer schrecklichen Realität zu entkommen. Snyder spricht dabei viele ernste Themen wie Kindesmissbrauch und Vergewaltigung an, aber bei ihm reicht es nur zur Groschenromanrhetorik. Das liegt vor allem an den fünf Hauptfiguren, denn statt einer Geschichte hat Snyder ihnen noch nicht einmal genügend Klischees verpasst, damit der Zuschauer mit ihnen leidet. Baby Doll, Sweet Pea oder Blondie haben nur einen vermeintlich coolen Namen, sonst nichts.

Auf Dauer ermüdend

Jetzt könnte man sagen: „Was juckt mich der Psychomist, ich will Action!“ Das funktioniert, wenn man sich nur auf die wirklich atemberaubenden Kämpfe konzentriert. Denn egal ob Schwertduelle oder die zahlreichen Schießereien – hier ist Snyder in seinem Element. Perfekt choreographierte Zeitlupenaufnahmen oder beeindruckende Explosionen zeigen, dass der Regisseur von 300 Maßstäbe setzen kann. Aber: Es wird auf Dauer ermüdend. Snyder schafft es nämlich nicht, die Spannung zwischen den einzelnen Actionszenen zu halten. So ist zwar jede für sich betrachtet ein Höhepunkt, aber es gibt keine Steigerung. Zu Beginn jeder Sequenz geht einfach alles wieder von vorne los und das jedes Mal im gleichen Stil: Großaufnahme Baby Doll, Rockmusik, Action.

Fazit

Bei einem Videospiel würde das Fazit so lauten: Tolle Actionszenen, aber langweilige Schlauchlevel, miese Gegner K.I. und haarsträubende Cutscenes trüben das Vergnügen. Die Grafikengine gibt sich zwar redlich Mühe, aber mehr als eine Techdemo bleibt von der dünnen Geschichte nicht übrig…

Ok, jetzt im Ernst: Sucker Punch ist vielleicht nicht so schlecht, wie es manche Kritiker gerne hätten und er ist trotz seiner pubertären Provokationen oder seines unfreiwillig komischen Psychoquarks bestimmt nicht der Untergang des Abendlandes. Es ist einfach kein guter Film und weder Popcorn- noch Trashfans werden sich wahrscheinlich dabei amüsieren können. Beinharte Snyder-Fans dürfen zumindest auf die Heimkinoversion warten, denn angeblich musste der Regisseur mehrere Minuten kürzen, um in den USA die PG-13–Freigabe zu bekommen. Ob die Uncut-Version diesen wirren Filmtorso zu einem Meisterwerk macht, darf bezweifelt werden.

Kommentare

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Waechter
von Waechter | 03.02.2012, 15:48 Uhr
Ich habe mir den Film angeguckt, man sieht sehr viel Action und zahlreiche Effekte nur .. wenn man gegen eine Wand geworfen wird und nicht mal EINEN kratzer am Körper hat finde ich das natürlich auch ein wenig fragwürdg..^^
Aber wer Spass an Action hat ist dort richtig aufgehoben.

7 Antworten: Alle zeigen

Waechter
von Waechter | 03.02.2012, 16:41 Uhr
Das stimmt auch, nun aber ist es so das sie trotzdem, (um beim Beispiel zu bleiben) gegen die Wand geworfen wird (in diesem Traum) und nicht (wenn man nicht verletzt werden möchte) den Schlag ausweicht oder den Gegner gleich zum explodieren bringt... smile.gif
Im Grunde ist es ja egal darüber könnte man Seiten schreiben, der Film ist nun eben so gemacht "Action-Fantasy" tongue.gif
Mr_Styles
von Mr_Styles | 03.02.2012, 16:45 Uhr
Der Film ist so grottenschlecht, dass ich mich weigern sollte, für sowas meine Tastatur abzunutzen... also lieber nicht Seiten darüber schreiben und es dabei belassen: Der Film ist ein Flop!
agony
von agony | 03.02.2012, 16:57 Uhr
@Mr_Styles: Hast du die Kinofassung oder die Version auf DVD/BD gesehen?
Mr_Styles
von Mr_Styles | 03.02.2012, 16:58 Uhr
Ich musste mir die BD Fassung angucken wink.gif
killmoves
von killmoves | 03.04.2011, 18:11 Uhr
Bin mir nicht ganz sicher ob ich ihn mir jetzt ansehen soll oder nicht.Die Story hört sich echt schlecht an, aber ich glaub so einen Film muss man einfach im Kino sehen,der Action und Effekten wegen. Fragt sich ob Herr Snyder mein Geld verdient hat oder nicht... mal gucken
Shadowlord
von Shadowlord | 02.04.2011, 14:53 Uhr
Wollte mir den Film eigentlich letzten Donnerstag angucken. Die wirklich zahlreichen, extrem schlechten Kritiken haben mich aber davon abgehalten und ich werde vermutlich warten, bis er (hoffentlich dann in der Langfassung) in den Videotheken steht.
Dieses Review bekräftigt mich in dieser Entscheidung.
Xancis
von Xancis | 02.04.2011, 11:12 Uhr
hab den Film zwar ni gesehen, aber lustiges Fazit wink.gif ma schauen ob ich ihn mir noch ansehen werde, bin jedoch über die negativen äußerungen von überall recht skeptisch, ob er gut ist. Wird aber überall Werbung für den Film gemacht. Bin gestern vom Hauptbahnhof bei uns bis nach hause gefahren und hab vllt 5 mal Werbung für den Film gesehen ...
LachederMann
von LachederMann | 01.04.2011, 16:57 Uhr
ich fand den film richtig gut, als ich im kino war habe ich genau das bekommen was is wollte: viel aktion, tolle bilder! ich bin nicht in den film reingegangen und habe eine super geschichte erwartet, deswegen war die vll mangelnde handlung für mich wurscht. ich würde den mir noch sogar nen 2 mal angucken!
ach ja waren überigens keine nazis, die hatten nen kaiser, also wohl er erster wk.
merlin3
von merlin3 | 01.04.2011, 16:52 Uhr
Da stimme ich dir zu Andreas! Gute Action Szenen aber das dazwischen ist so langweilig, das man kaum Lust hat sich das an zu sehen. Zumal man sich Anfangs wirklich Mühe geben muss, um das ganze überhaupt zu verstehen...

Das ganze hätte besser ohne diese... nüchternden Sequenzen gedreht werden können.
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