Wäre der Bademantel jedoch wundervoll eingepackt gewesen... nicht auszudenken, wie euphorisch der damals 15-Jährige reagiert hätte. Denn zu Weihnachten kommt es nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Präsentation. Die wertvollsten Geschenke können billig wirken und kaum beachtet werden, wenn sie nur in liebloses Geschenkpapier gestopft wurden. Anders herum trumpfen aber auch preiswertere Geschenke dann auf, wenn die Verpackung außergewöhnlich ist – etwas Besonderes. Etwas, das man nicht kurz hinter der Kasse einer Elektronikkette verpacken lassen kann. Wir bei DemoNews.de wollen euch einen kleinen Verpackungstipp vorstellen. Mit ein paar Utensilien, Spucke und Geduld wird auf diese Weise ein echter Hingucker daraus. Arbeitsaufwand: Vielleicht 5-6 Stunden. Kosten? Um die 20 Euro. Das Ziel: Eine Truhe, die beim Öffnen das Geschenk (beispielsweise einen Gutschein oder doch ein ganzes Spiel) indirekt durch den Deckel anleuchtet. Aufwändig? Nein.
Erst einmal klingt es nach verdammt viel, was wir auf dem Zettel hatten. Dazu gingen wir in verschiedene Läden und kauften ein, was wir direkt fanden. Sparfüchse werden viele der Artikel in Discountern wie McGeiz oder auch Pfennigpfeiffer eine ganze Ecke günstiger finden. Wir begnügten uns mit dem schnellen Einkauf.
Viel Zeugs zum Basteln, oder? Keine Angst, das Resultat fällt platzsparender aus.
Zunächst der grundlegende „Rohstoff“ unseres Projekts:
- Eine Holztruhe (NanuNana – Preis ab 3,95 €) - in unserem Fall kostete das gute Stück 6,95 €
Im idee.Creativmarkt um die Ecke klaubten wir weiteres Zeug zusammen, das wir brauchen:
- Ein Kantholz mit den Maßen 1m x 1cm x 1cm (1,39 €)
- Füllwatte (1,99 €)
- Roter Bastelfilz (0,69 €)
- Goldlack (3,99 €)
Zwei Rolltreppen weiter bedienten wir uns im Sortiment der Drogerie Müller:
So, fast alles zusammen, fehlt nur noch die Elektronik. Bei Conrad wurden wir fündig und kauften:
- 1 Miniatur-Drucktaster „Öffner“ (1,04 €)
- 8 LEDs 10000 5mm (zusammen 5,14 €)
- Einen Batterieclip für 2 Batterien AA (0,29 €) - alternativ geht auch ein 9V-Block mit entsprechendem Gehäuse.
Summa summarum kamen wir so auf 34,87 €, wobei allein die T-Shirt-Folie extremes Gewicht besitzt. Wer darauf verzichtet oder einige der Utensilien schon daheim hat, kann den Gesamtpreis schnell drücken. So, alles beisammen? Dann machen wir den Werkzeugcheck.
Wir brauchen:
- 1 Cuttermesser
- 1 Laubsäge
- 1 Lötkolben
- 1 Schere
- 1 kleiner Kreuzschlitzschraubendreher
- 1 Klebeband
- 2 Pinsel, möglichst rund und weich
- 1 Schwamm
- 1 Bügeleisen plus Bügelbrett
- 1 Stück Schleifpapier
1. Arbeitsschritt: Vorbereitungen
Zunächst gilt es, die Truhe für unseren Umbau vorzubereiten. Dazu müssen wir den Deckel vom Rest der Truhe trennen, also mit dem Schraubendreher ran und die Schrauben hinten gelöst.
Noch ist sie in einem Stück... noch!
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Nach dem Lösen der Schrauben.
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2. Arbeitsschritt: Lackierung
Das Schmuckstück. Also noch nicht.
Ist das geschehen, dreht den Deckel um und bereitet ihn für einen Goldanstrich auf der Deckelinnenseite vor. Das heißt konkret, dass ihr die Oberfläche vor dem Anstrich mit etwas Schleifpapier anrauen solltet. Wichtig: Der Anstrich sollte gleichmäßig erfolgen, also nicht zuviel auf einmal auftragen. Wiederholt dieses Prozedere, bis der Lack vollständig deckt und das Holz nicht mehr durchschimmert.
Gleiches macht ihr dann mit dem unteren Teil der Truhe. Falls etwas Lack „daneben gegangen“ sein sollte, kann dieser mit einem feuchten Schwamm entfernt werden. Während der Anstrich trocknet, können wir uns schon mal dem Rahmen widmen, der die LEDs fassen soll.
3. Arbeitsschritt: Der LED-Rahmen
Da unsere Truhe aus dem Deckel heraus leuchten soll, wenn wir sie öffnen, müssen wir natürlich die LEDs irgendwie anbringen. Ideal dafür ist ein Holzrahmen, der in den Deckel geklebt wird. Die darauf angebrachten Lämpchen sollen das Geschenk indirekt beleuchten, indem ihr Licht von der Goldschicht im Deckel reflektiert wird.
Was wir für den Rahmen brauchen sind das Kantholz, die Laubsäge, selbstverständlich die LEDs, das Gewebeklebeband, der Alleskleber und die Drahtlitze sowie ein Lötkolben.
Das Fertigen des Rahmens wird viel Arbeitszeit und Geduld in Anspruch nehmen. Insbesondere das Verlöten der Elektronikbauteile kann ein Geduldspiel sein – wer hier zu ungestüm vorgeht, beschädigt im schlimmsten Fall die LEDs irreparabel, so dass ihr sie austauschen müsst.
Doch der Reihe nach: Zunächst messt ihr die Innenseiten des Truhendeckels aus und sägt mit der Laubsäge die entsprechenden Teile zurecht. Habt ihr alle vier Elemente gesägt und abgeschliffen, klebt ihr sie zu einem rechteckigen Rahmen zusammen. Zum Zusammenkleben des Rahmens übt einen sanften Druck aus, jeweils eine Minute pro Klebefläche. Wichtig: Viel hilft nicht viel. Tragt nur so viel Kleber auf wie wirklich nötig ist.
Habt ihr die vier Elemente aus dem Kantholz gesägt...
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... klebt ihr diese zusammen. Als Rechteck.
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Ist der Rahmen so weit stabil, schleift ihr mit dem Schleifpapier zunächst etwas Holz an der Außenseite des oberen rechten Randes weg. Anschließend klebt ihr das Gewebeband auf die Oberseite, so dass sich eine raue Oberfläche ergibt, auf der ihr die LEDs und Drähte besser platzieren und verlöten könnt. Die überstehenden Ränder des Klebebandes schneidet ihr mit dem Cuttermesser ab.
Geschafft? Gut. Jetzt wird es wirklich knifflig. Bevor wir zum anstrengenden Teil kommen, nehmt euch die Zeit und bepinselt den inneren Rahmen als auch die Unterseite mit der goldenen Farbe.
Beklebt die Oberfläche mit dem Gewebeband und schneidet die Ränder ab.
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Anschließend dreht ihr den Rahmen um und lackiert ihn. Tut nicht weh.
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Jetzt kommt der theoretische Teil. Auf der rauen Oberfläche des Rahmens sollen die LEDs angebracht werden – je drei auf den langen Seiten, je eine auf den kurzen Seiten – insgesamt also acht Lämpchen. Markiert euch die Abstände, wenn ihr möchtet oder setzt sie einfach nach Gefühl. Bevor ihr jetzt anfangt die LEDs simpel in Reihe zu schalten und so das Wissen aus dem Physikunterricht anzuwenden, ein Tipp unsererseits: Selbstverständlich könnt ihr Plus- an Minuspol löten. Der Energiehunger der kleinen Leuchtlämpchen ist aber enorm. Jede LED unseres Projektes benötigt eine 3V-Spannung, um zu leuchten. Ein schwerer 9V-Block reicht also gerade einmal aus, um drei Lämpchen Energie zu speisen – bei vier LEDs hintereinander steigt er aus. Da leuchtet dann nichts mehr.
Simpler und energiesparender ist jedoch die Parallelschaltung, die ihr euch wie eine Strickleiter vorstellen könnt. Da wird der Pluspol der LED mit dem nachfolgenden Pluspol verlötet und das Gleiche geschieht mit den Minuspolen. Bildlich gesprochen: Die kurzen Ärmchen der LED werden mit den anderen kurzen verlötet, die langen Ärmchen mit den langen. So entsteht wie im Schema eine Strickleiter. Der Vorteil ist der, dass dann selbst eine 3V-Energiequelle – beispielsweise zwei AA-Batterien – vollkommen ausreichen, um der Konstruktion genügend Power zur Verfügung zu stellen.
So sieht die Parallelschaltung schematisch aus. (Quelle:
Loos.eu)
Habt ihr die LEDs angeordnet, beginnt die Fummelarbeit. Schneidet den Draht, den ihr zum Verlöten braucht, immer so zu, dass ihr genügend Spiel habt, um ihn etwas zu bewegen, er aber nicht unnötig im Weg liegt. Kappt die Isolierschicht an den Enden mit dem Cuttermesser und lötet sie an die Ärmchen der LED. Eine grundlegende Anleitung zum Löten für Einsteiger findet ihr beispielsweise hier. Achtet auch darauf, dass der Lötkolben für kleine elektronische Bauteile ausgerichtet ist – mit einem 30V-Lötkolben killt ihr die LEDs massenweise.
So, habt ihr endlich den gesamten Stromkreislauf gelötet, fixiert die Bauteile mit weiterem Gewebeklebeband auf der Oberfläche. Wichtig: Entsprechend unserem Schaltbild lötet ihr nur ein Kabel des Batteriefaches an einen der Pole. An den anderen Pol wird ein extra Draht gelötet. Ein letzter Check mit der Energiequelle und schon geht es an den Einbau in den Truhendeckel.
Verklebt die LEDs und Drähte nach erfolgreichem Löten mit einer zusätzlichen Schicht Gewebeband.
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Prüft dann, ob der Stromkreislauf noch immer funktioniert. Wenn nicht, dann ist was schief gelaufen
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4. Einbau des LED-Rahmens
Tragt an den Außenseiten des Rahmens einen schmalen Streifen Alleskleber auf, damit er fest im Deckel fixiert werden kann. Dreht den ganzen Rahmen um und setzt ihn so in den Deckel ein, bis die Kanten bündig abschließen. Dabei geht sicher, dass die Kabel auch wirklich an der Seite durchgezogen wurden und nicht eingeklemmt sind. Wenn der Kleber getrocknet ist, bepinselt ihr die Fläche mit der Deckel und Rahmen abschließen wieder mit Lack. Anschließend setzt ihr den Deckel auf die Truhe und verschraubt Deckel und Truhenunterteil wieder miteinander. Schaut nach, ob sich die Truhe schließen lässt. Ist das der Fall, geht es zum nächsten Arbeitsschritt.
Ohne Licht...
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... und mit Licht. Beeindruckend, oder?
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5. Fertigstellung der Elektronik
Wir haben den LED-Rahmen gefertigt und in die bepinselte Truhe eingesetzt, die nun wieder in einem Stück ist. Batteriepack und die Drähte sind (nun) die nächste „Baustelle“. Wir könnten natürlich den Stromkreislauf herstellen und uns daran erfreuen, dass alles fein aus dem Deckel heraus leuchtet. Aber: Wir wollen ähnlich wie einem Kühlschrank, dass das Licht nur angeht, wenn wir die Truhe öffnen. Im geschlossenen Zustand soll sie ja keinen Strom verbrauchen und dementsprechend muss der Stromkreislauf unterbrochen werden, damit es zappenduster bleibt.
Unser Schlüsselelement ist der Miniatur-Drucktaster „Öffner“, der beim Schließen der Truhe den Stromkreislauf unterbricht. Zunächst löten wir ihn zwischen den Extradraht, den wir im Deckel verlötet haben und dem losen Ende des Kabels des Batteriepacks. Prüft anschließend, ob das Licht bei einem Druck auf den Schalter erlischt. Ist das der Fall, können wir weitermachen. Ansonsten überprüft nochmal die Lötstellen und behebt das Problem gegebenenfalls.
Doppelseitiges Klebeband in Action: Zunächst klebt ihr ein Stück in die vordere rechte Ecke und bringt den Schalter an...
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... dann nehmt ihr die Unterseite des Batteriepackes und klebt dieses auf den Boden der Truhe. Versteckt die Drähte.
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Entfernt die Kappe des Druckschalters. Dieser soll natürlich nicht sofort zu sehen sein, weshalb wir ihn vorne rechts in die Kiste setzen. Schneidet euch ein Stück doppelseitiges Klebeband zurecht, das ihr in den rechten vorderen Winkel der Truhe klebt und drückt den Schalter dann dagegen. Wichtig: Der Schalter muss so mit der Oberkante des Truhenbodens abschließen, dass er nur leicht hervorsteht, wenn die Truhe geöffnet wurde. Sitzt er zu niedrig, schließt er nicht – sitzt er zu hoch, drückt ihr ihn aus seiner Position und demoliert so die Truhe.
Wenn sich der Schalter zu sehr bewegt, kleistert in ruhig noch etwas mit Kleber an das doppelseitige Klebeband. Dann prüft ihr, ob sich die Truhe richtig schließen lässt und dabei das Licht ausgeht. Fixiert anschließend das Batteriepack mit doppelseitigem Klebeband auf der rechten Seite der Truhe am Boden. Die Kabel sollten nach Möglichkeit nicht zu sehen sein, sie könnt ihr zwischen Batteriepack und der Truhe verstauen.
6. Das Kissen
An und für sich wäre die Truhe schon fertig, doch es fehlt noch das Besondere etwas, das die Truhe edler macht und sie nicht so leer und nackig lässt. Wir entscheiden uns für ein rotes Filzkissen, das einen 8-Bit-Pilz aus Super Mario ziert und auf dem dann kleine Präsente wie etwa Gutscheine platziert werden können. Wir brauchen dafür natürlich den Filz, Füllwatte zum Aufpolstern und die T-Shirt-Folie, sowie unseren Alleskleber. Zudem solltet ihr schon mal euer Bügeleisen und das Bügelbrett hervorholen.
Sucht euch ein nettes Motiv aus dem Netz oder einer anderen Quelle und skaliert es im Programm so, dass es auch in die Truhe reinpassen würde. Tipp: Je weniger Farben es hat, desto besser ist das Resultat. Aufwendige Renderbilder aus Krachern wie Uncharted eignen sich nicht für die Übertragung auf die T-Shirt-Folie. Anschließend spiegelt ihr das Bild horizontal in eurem Grafikprogramm und druckt es. Schneidet das Motiv anschließend an den Rändern aus (am besten mit dem Cuttermesser) und legt es zentral auf den Filz und wärmt das Bügeleisen auf höchster Stufe vor. Dann bügelt ihr das Motiv mit hohem Druck und kreisenden Bewegungen auf den Filz – eine Minute sollte vollkommen ausreichen. Lasst den Stoff abkühlen und zieht die Trägerfolie ab. Voilà, das Motiv ist auf den Stoff übertragen.
Unser aufgebügeltes Motiv
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Und das fertige Kissen in der Kiste.
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Nun müssen wir es nur noch aufpolstern. Klar, es wäre möglich, den Stoff nach allen Künsten des Handwerks zu nähen, doch da es eh auf dem Boden der Truhe fixiert wird, reicht auch Kleben völlig aus. Dreht dann den Stoff um, so dass das Motiv nach unten zeigt. Klappt die Seiten zur Mitte hin um (soweit, dass die Breite des Kissen identisch mit der der Truhe ist) und nehmt den oberen Teil zur Mitte hin. Klebt die sich überlappenden Teile zusammen, so dass sich eine Tasche ergibt, in die ihr dann die Watte füllt. Nehmt nur so viel, dass es plüschig wird.
Klappt anschließend den unteren Teil des Stoffes nach oben, so dass sich die beiden Teile überschneiden und verklebt auch diese. Schon ist das provisorische Kissen fertig. Dieses könnt ihr auf den Boden der Truhe kleben und prompt ist unser kleines Werkstück abgeschlossen.
Fertig. Unser kleines Nerdkästchen.
Welche Truhe ist die richtige?
Natürlich – in unserem Fall haben wir nur eine kleine Truhe verwendet, um demonstrieren zu können, was möglich ist, um eine etwas andere Geschenkverpackung zu kreieren. In unser Kästchen passen bequem besagte Gutscheine oder dergleichen. Bei Videospielen, Filmen oder anderen Präsenten wird es aber eng. Abhilfe verschaffen euch die Truhen in anderen Größen, die Läden wie NanuNana im Sortiment führen. Gegebenenfalls müsst ihr ein paar LEDs mehr einkleben, damit der Deckel ausreichend ausgeleuchtet wird – ansonsten bleibt aber alles wie gehabt. Tipp: Wollt ihr die Spiele in die Truhe „stellen“, solltet ihr Steckmasse statt Watte einsetzen. Über diese kann der Filz wie ein Kissenbezug gezogen werden – drückt anschließend die Hülle tief in das Steckmassekissen. Das Spiel sollte dann stecken bleiben und ist so ein besonderer Blickfang.