Nichts Neues braucht das Land...?
Und noch ein Asphalt Raser...
Bereits das Lineup hört sich nicht besonders prickelnd an: Rayman Origins, Michael Jackson The Experience HD, Dungeon Hunter: Alliance, Lumines: Electronic Symphony und Asphalt: Injection standen mir als Probespiel zur Verfügung. Das sind durch die Bank weg Umsetzungen, Fortsetzungen oder Spinoffs bekannter Titel. Und entsprechend musste ich Neuerungen mit der Lupe suchen.
Die beiden Gameloft-Titel haben mich am wenigsten überzeugt: Dungeon Hunter: Alliance ist aller Voraussicht nach erneut ein Diablo-Klon der dezent uninspirierten Sorte. Ich laufe mit meinem Helden durch Dungeons sowie Städte, töte unzählige Monster und haue ein paar Zauber heraus. Der vordere sowie hintere Touchscreen wird primär zum Steuern der begleitenden Fee genutzt, wobei ich alternativ die Bewegungen über das rechte Analogpad einleite.
Während mir vom Spiel her nur eine dezent überladene Inventarführung sowie ein Button-Smash-lastiges Leveldesign im Gedächtnis blieben, bereitem mir die Ladezeiten große Sorgen: Die wandeln an der Grenze des Zumutbaren. Meine Frage, ob dies in der Verkaufsversion anders sein werde, bekam ich ein “Vermutlich nein, Release ist ja bereits in einem Monat“ zu hören.
Auch Asphalt: Injection leidet unter einem Präsentationsmanko, nämlich das es bei weitem nicht so schick aussieht wie sein iPad-Vorläufer. Hier rächt sich der relativ kleine Bildschirm der PSP Vita, im Gegensatz zum stattlichen Screen von Apples Wunderbrett. Auch von den Details her macht die Grafik einen zwar bunten, aber wenig aufregenden Eindruck. Davon abgesehen hat mir Asphalt im Gegensatz zu Dungeon Hunter zumindest Spaß gemacht: Das flotte Autorennen gewinnt sicherlich keinen Grimmepreis, könnte aber Genrefans mit seiner soliden Spielbarkeit zufrieden stellen.
Fort- oder Umsetzungen?
Sollte auch in "klein" ganz "groß" sein: Rayman Origins.
Das neue Lumines mit dem Namenzusatz Electronic Symphony dürfte sich ebenfalls kaum von seinen Vorläufern unterscheiden. Wieder ordne sowie drehe ich 2x2 große wie bunte Blöcke, um gleichfarbige Quadrate zu bilden. Diese werden anschließend markiert und vom stets von links nach rechts schwenkenden Balken „registriert“ sowie kurz darauf in Punkte umgewandelt. Das Konzept ist weiterhin zu empfehlen, jedoch vermisse ich auch hier echte Neuerungen. Ach halt, bevor ich es vergesse: Ich kann auf der PSP Vita die Blöcke alternativ zum Steuerkreuz mit dem Touchpad bewegen sowie drehen. Super…
Ein wenig ratlos saß ich bezüglich Michael Jackson – The Experience vor dem Bildschirm, mangels persönlicher Erfahrungen mit den bereits erschienenen Versionen (von Wii bis 3DS). Auf der Vita streiche ich jedenfalls im Takt mit einem oder zwei Fingern über den Touchscreen, peile dabei eine Markierung an und ziehe den/die Finger im rechten Moment wieder zurück. Während dies gut präsentiert wird, stimmt die Atmosphäre trotzdem nicht. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, die Musik oder auch nur den Tanzstil eines Michael Jacksons nachzuspielen oder zu spüren. Der Sound und die Steuerung müssten meines Erachtens für diese Art von Spiel besser miteinander harmonieren.
Abschließend wäre noch Rayman Origins abzufeiern, einer technisch sehr starken Umsetzung des Xbox 360/PlayStation 3/Wii-Originals. Wobei dies nicht ganz korrekt ist: Laut Ubisoft Deutschland wird es ein paar Welten weniger geben, aber dafür innerhalb dieser zusätzliche Levels. Die Grafik bleibt weiterhin ein Hingucker: Selbst auf dem “kleinen“ Vita-Display sieht Rayman Origins wundervoll aus. Dafür sorgt hier das Touchscreen-Feature für die meiste Häme: Ihr könnt mit euren Fingern den Bildschirmausschnitt vergrößern oder verkleinern. Zwar entdeckt ihr erst auf diese Weise jedes Pixeldetail von Rayman Origins, aber dafür leidet die Übersicht, weshalb das Feature in meine Augen zum Gimmick verkommen wird.
Ausblick
Und das war es auch schon: Ich möchte nicht rumstänkern, aber mein erstes Vita-Erlebnis ist erstaunlich unaufregend gewesen. Zugegebenermaßen sorgt der Umstand, dass ich mir jüngst endlich ein eigenes iPad geleistet habe, für einen dezent verwässerten Ersteindruck – jetzt muss ich mich nämlich wieder an einen “kleineren“ Bildschirm gewöhnen. Aber auch so schreit das Lineup nach lieblos, wenn hier nur Umsetzungen sowie Spinoffs, diese praktisch ohne große Neuerungen, auf mich warten. Am meisten bin ich deshalb noch auf Rayman Origins gespannt, weil mir dort immerhin ein paar neue Levels versprochen werden und die Grafik nach wie vor eine Granate ist. Und auch Lumines: Experience Symphony könnte zumindst die Faszination des Konzeptes neu aufleben lassen. Den Rest, so leid es mir tut, muss ich nach diesem Ersteindruck nicht wirklich haben.
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