Ich kenne Dich, Leser. Wahrscheinlich denkst Du gerade, „Haha, die schrulligen Typen von DemoNews.de. Haben sich wieder eine provokante Überschrift ausgedacht und in Wirklichkeit steckt gar nichts dahinter“. Okay, zugegeben: Normalerweise machen wir es immer so. Aber in diesem Fall ist alles ganz anders. Denn wir von DemoNews.de meinen es ernst. Und daher reckt die ganze Redaktion die rechte Faust in die Luft und brüllt lauthals: „Weg mit diesen Killerspie….“ … Hallo? Huhu? Wo seid ihr denn? Komisch, gerade waren doch noch alle Kollegen da und nun bin ich alleine im Büro…. Na egal, das sind eh alles Weicheier. So stört mich wenigstens keiner bei diesem Artikel und bei meinem Anliegen, Euch davon zu überzeugen, dass die Killerspiele alle abgeschafft gehören. Und dies sollte erst der Anfang sein. Denn das Verbot von Killerspielen ist uns von DemoNews.de… ähm… mir alleine nicht genug. Doch alles der Reihe nach:
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese dummen Ballerspiele unsere niederen, destruktiven Instinkte ansprechen. Und dies in unserer heutigen Zeit, wo wir im Kino, im TV, in Zeitschriften oder im Internet tagtäglich mit Gewalt konfrontiert werden. Das ist einfach zuviel. Da muss man ja völlig verblöden und weich in der Birne werden. Deshalb muss man nun einen Schlussstrich ziehen. Weg mit dem Privatfernsehen, weg mit Hollywood-Filmen, weg mit der BILD-Zeitung, weg mit den Tagesthemen!! Dies sind die einzig richtigen Schritte, die die Regierung möglichst sofort einzuleiten hat. Denn wenn man nichts mehr über Gewalt liest und auch niemand mehr über Killerspiele berichtet, dann interessiert sich auch niemand mehr dafür. Schon der Volksmund weiß schließlich: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Ich bin stattdessen dafür, dass die Politiker ein eigenes Gremium für Computerspiele ins Leben rufen. Einen Namensvorschlag dafür hätte ich schon einmal: Bundes- und Landesagentur für Spiel und Spaß, kurz B.L.a.S.S. Hier sollte erst einmal genau definiert werden, was Spaß überhaupt ist. Und sobald wir alle endlich wissen, warum und woran wir uns erfreuen, kann man dies auch in vernünftige Bahnen lenken. Damit ließe sich auch gleich ein anderes Problem in den Griff bekommen: Das der zu wenigen Kinder in Deutschland. In gerade nur noch 35% aller deutschen Haushalte leben Kinder! B.L.a.S.S könnte dafür sorgen, dass wir weniger Spaß am Töten und mehr Lust am…ähm… sagen wir mal an zwischenmenschlicheren Dinge bekommen. Beispielsweise, indem man ein staatliches Software-Entwicklungsinstitut bezuschusst. Wie wäre es denn dabei mit dem Namen G.e.i.L (Games für emotionale und intelligente Liebe)? Dieses Studio entwickelt nur noch Spiele, die das Prädikat „Besonders aufreizend“ erfüllen. Denn wenn uns Killerspiele alle zu Mördern machen, dann machen uns Sexspiele doch logischerweise alle zu hormontriefenden Zeugungsmaschinen!
Natürlich stehen wir hier vor dem Problem, dass der typische 08/15-Lüstling versuchen könnte, seine Triebe in der Öffentlichkeit auszuleben. Dies lässt sich aber ganz einfach verhindern, indem wir zum einen Ausgangssperren verhängen und zum anderen die Menschen in Zwangsehen zusammenführen. So bekommen auch unattraktive, aber durchaus potente bzw. fruchtbare Mitmenschen die Gelegenheit, ihre Triebe völlig legal und für die Gesellschaft produktiv auszuleben. Und damit ja niemand wagt, seine Sexlust irgendwie anders abzureagieren, sollte man sich überlegen, Sexshops zu schließen und den Namen Beate Uhse zum Unwort des Jahres zu küren. Die Pille, Kondome und Massagestäbe gehören verboten, Viagra sollte im Handel neben Kaugummis und Dauerlutschern ins Sortiment aufgenommen werden und Pornos gibt es nur noch in der Apotheke für verheiratete Paare. Natürlich immer mit dem Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Gut, nun wären wir also soweit, dass wir nur noch G.e.i.L geil finden. Dies bedeutet, unsere Wirtschaft lebt weiter auf, da wir nur noch Blümchen & Bienchen-Games spielen und Killerspiele uninteressant sind. Da wäre es nur noch der nächstlogische Schritt, von vornherein auch Spielsysteme aus dem Ausland zu verbieten. Denn warum sollten wir unsere schöne neue Zockerwelt auf Playstations und X-Boxen ausleben und damit den Ausländern das Geld in den Rachen werfen? Die Kohle sollte lieber in Deutschland bleiben. Die Lkw-Maut hat ja bereits gezeigt, dass wir schnell und produktiv innovative Techniken zum Einsatz bringen können. Die deutsche Industrie sollte sich deswegen zusammentun und ein eigenes System entwickeln – die „Lustkugel“ wäre doch ein netter Name dafür, oder?
Es ist aber natürlich klar, dass wir nicht unser ganzes Leben nur mit Sex ausfüllen können. Auch für die Bildung sollte etwas getan werden. Durch den Konsum dieser ganzen komischen Manga-Comics verblöden doch unsere Kinder und Jugendlichen. Die gehören genauso auf einem Scheiterhaufen verbrannt wie irgendwelche Superhelden oder watschelnde Enten im Matrosenanzug, die sich unser Nachwuchs zum Vorbild nimmt. Stattdessen müssen wir in unserer Gesellschaft für positive Idole sorgen. Ein staatlicher Verlag muss her, der hübsche bunte Bildergeschichten, beispielsweise mit unseren Politikern, veröffentlicht. „Mensch, Merkel“, „Unser Münte ist der Beste“ oder „Schäuble: Ein Leben auf der Überholspur“ wären schöne Titel. Dazu führt man dann noch etwas Infotainment in Form von „Onkel Edmund erklärt den Transrapid“ ein und schon würde sich unsere Jugend mit vernünftigen Dingen beschäftigen. Außerdem müssen an den Schulen gezielt die Klassiker gefördert werden. Keine Brutalo-Geschichten mit irgendwelchen Mechpanzern, sondern nette, harmlose Märchen wie Hänsel & Gretel, der Struwwelpeter und klassische, friedliche Literatur wie die Nibelungensaga, die griechische Mythologie, Tolstois „Krieg und Frieden" oder auch die Bibel.
Halt, Stopp… die Bibel… Religion… hmm… Religion ist eigentlich auch so eine Sache. Man denke an die Kreuzzüge, man denke an die Inquisition, man denke an islamistische Terroristen, man denke an die Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Sind das nicht alles Konflikte, sprich Kriege, sprich Mord und Totschlag, im Namen einer höheren Sache? Dass dies nicht gut sein kann, sollte uns eigentlich der gesunde Menschenverstand sagen. Deswegen sollte die Politik auch gleich noch Religion jeglicher Art und Ausprägung verbieten und alle Gotteshäuser niederreißen. Dann ist Schluss mit dem „Auge und Auge“- und „Meiner ist größer als Deiner“-Gelabere.
An dieser Stelle beende ich nun meine sinnvollen Theorien zu sinnvollen Maßnahmen, die unser Leben in sinnvolle Bahnen lenken würde. Mir ist klar, dass nicht jeder Kleingeist sofort davon begeistert wäre, doch dies zeigt wohl nur, was für dumpfe, hirnlose und von Gewalt geprägte Konsumenten wir doch alle geworden sind. Es ist ganz klar ersichtlich, dass wir in unserer Gesamtheit nicht mehr klar denken können und auf lange Sicht nicht mehr selbst bestimmen sollten, was gut für uns ist und was nicht. Wir alle brauchen Führung! Und wer Führung braucht, braucht auch Verbote! Schließlich sollte sich eine starke Gemeinschaft und Demokratie die Freiheit nehmen, Verbote durchzusetzen. Verbote sind etwas Gutes, denn sie schränken uns in unseren Möglichkeiten ein, Schlechtes zu tun. Und dies ist doch gut. Oder?