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Kolumne: Wir retten die Welt!: Wir retten die Welt!

Das Leben ist doch wirklich ungerecht. Wir haben den trockensten April seit zirka fünf Millionen Jahren und Tag für Tag locken Sonnenschein und Rekordtemperaturen die Menschen zu Spaziergängen im Freien oder sogar zum Besuch des Schwimmbads. Auch ich würde gerne meine Sonnenbrille aufziehen, um etwas im Stadtpark lustwandeln und dabei den leicht bekleideten Mädels heimlich in den Ausschnitt schielen zu können – aber nein, ich bin dazu verdonnert, in den Redaktionsräumen zu verharren und mich um

  27.04.2007   0 Kommentare   3503 Klicks
Kolumne: Wir retten die Welt! 0,0 0

Kolumne: Wir retten die Welt!
Das Leben ist doch wirklich ungerecht. Wir haben den trockensten April seit zirka fünf Millionen Jahren und Tag für Tag locken Sonnenschein und Rekordtemperaturen die Menschen zu Spaziergängen im Freien oder sogar zum Besuch des Schwimmbads. Auch ich würde gerne meine Sonnenbrille aufziehen, um etwas im Stadtpark lustwandeln und dabei den leicht bekleideten Mädels heimlich in den Ausschnitt schielen zu können – aber nein, ich bin dazu verdonnert, in den Redaktionsräumen zu verharren und mich um meine längst mal wieder überfällige Kolumne zu kümmern. Hurra! Und als ob dies nicht genug wäre, lachen mich die netten Kollegen auch noch aus und ich muss mir Sprüche anhören wie „Da entgehst Du wenigstens dem Klimawandel!“. Haha, was für ein Schenkelklopfer. Danke schön. Wenn mein Zimmerchen wenigstens nicht direkt unterm Dach an der Südseite untergebracht wäre oder mir der Chefredakteur einen Ventilator spendieren würde – da reicht aber angeblich wieder mal das Geld nicht aus, da alles für die Klimaanlage im Chef-Büro drauf ging. Verdammte Hitze! Verdammter Klimawandel! Wer soll da noch denken können? Ich will keine Rekordtemperaturen! Ich will die Eiszeit zurück! Ich will, ich will…. ähm… oh… ah…. ich glaub ich habe ein Thema für meine Kolumne! Genau! Ich bekämpfe den Klimawandel! Ich verfasse ein Manifest, an dem sich die Menschheit orientieren wird. Eine Grundsatzerklärung und Orientierungshilfe für alle Spieler, denen die Umwelt am Herzen liegt! Oder ich schreib wenigstens irgendwas, damit ich hier endlich rauskomme….

Es ist aber auch wirklich ein Unding, wie die Spieleindustrie mit unserer Umwelt umgeht. Man nehme nur mal Sony: Da bauen die eine neue Konsole zusammen und haben anscheinend noch nie was vom Energiesparen gehört. Das Netzteil der Playstation 3 verbraucht im Durchschnitt satte 150 bis 200 Watt (maximal 380 Watt), was verglichen mit der Playstation 2 (45 Watt) und der Wii (20 Watt) schon heftige Zahlen sind. Xbox 360-Schlingel brauchen sich hier aber gar nicht zu freuen, schließlich verbraucht ihr Liebling beachtliche 140 bis 180 Watt im Vollbetrieb. Außerdem sind die Lüfter dieser Konsole so sehr beschäftigt, dass die alle zusammengenommen bestimmt schon allein für einen globalen Temperaturanstieg von mindestens ein bis drei Grad verantwortlich sind! Da kann man echt sagen, dass die NextGen-Konsolen noch mehr Emissionen (sprich: heiße Luft) verbreiten als deutsche Autobauer und Politiker zusammen.

Kolumne: Wir retten die Welt!Ich fordere daher ein radikales Umdenken. Ich bin der Meinung, dass alle Konsolen und auch Computer zukünftig nur noch mit Wasserkühlung ausgeliefert werden dürfen! Hausbesitzern sollte der Kauf einer solchen Konsole vom Staat subventioniert werden, vorausgesetzt sie verbinden die Konsole mit ihrer Heizungsanlage. Denn dann könnte man das erhitzte Kühlwasser direkt in die Heizung einspeisen und hätte hier einen echten NextGen-Kreislauf, der Stadtwerke und andere Gas-/Öl-/Fernwärme-/Oderwasauchimmer-Lieferanten entlastet und mithilft, unsere endlichen Energien etwas einzusparen. Spielen für die Umwelt sozusagen!

Immerhin hat sich Sony ein wenig der aktuellen Lagen angepasst und Energiefresser wie eine Rumble-Funktion in Joypads abgeschafft. Der tolle Bewegungsmelder verbraucht da weit weniger Strom – auch oder gerade weil er ja eh kaum zum Einsatz kommt. Allerdings ist es völlig unverständlich, warum Controller, Konsolen und PCs allen möglichen Schnickschnack beinhalten, aber niemand Solarzellen in die Geräte integriert. Per USB könnte man ein paar schicke Zellen an den PC anschließen, um sinnbildlich am sonnigen Fenster sein Windows aufzuladen. Und anstatt Pads und Handhelds umständlich mit Batterien oder Akkus zu bestücken, würde es auch hier reichen, sie einfach ein, zwei Stunden in die Sonne zu legen.

Kolumne: Wir retten die Welt!
Wieso eigentlich nicht gleich die ganze Konsole den Sonnenstrahlen aussetzen? Ach ja, genau. Da würden die Teile gleich noch mehr heißlaufen und womöglich könnte dazu noch die Plastikhülle schmelzen. Es ist sowieso nicht verständlich, warum hier Kunststoffe benutzt werden, die man beispielsweise aus Erdöl herstellt. Es wäre doch viel sinnvoller nachwachsende Rohstoffe zu nutzen. Bäume gibt es immer wieder und Sony, Microsoft und Nintendo könnten die Namen ihrer Konsolen gleich anpassen. Ich würde eine „Holzbox 360“, eine „Klotzstation 3“ oder eine „Trii“ sehr attraktiv finden. Auch für Casemodder wäre dies ein völlig neuer Ansatz, der ganz bestimmt schnell Mode machen würde: „Guck mal, mein Computer in endgeiler Buche-Optik!“ Das wäre doch was. Und wenn man dann noch mit Möbelherstellern zusammenarbeitet, käme dabei auch ein hübsches Eigenheim heraus, bei dem sich der technische Schnickschnack endlich nicht mehr vom Kiefern-Sofatisch oder dem TV-Schrank aus Ahorn abhebt – verschiedene Editionen einer Spieleplattform vorausgesetzt.

Über kurz oder lang sind dies alles natürlich nur halbherzige Maßnahmen. Auf lange Sicht muss sich die Spieleindustrie ein Beispiel an den Autobauern nehmen. Erst dieser Tage kann man wieder davon lesen, dass BMW und Mercedes zusammenarbeiten, um als gleichberechtigte Partner ein innovatives Hybridmodul für heckgetriebene Pkws zu entwickeln. Ebenso sollten beispielsweise Nintendo und Sony zusammen eine Hybrid-Konsole entwickeln, auf der beide Controller inkl. Bewegungssensoren funktionieren. In der europäischen Version der Playstation 3 wurde eh ein Stück Hardware weggelassen – da müsste die Wii doch locker reinpassen. Das Gehäuse besteht dann natürlich aus Holz und Wasserkühlung sowie Solarzellen werden integriert– fertig wäre die umweltfreundlichste Konsole aller Zeiten, für die dann natürlich nur ein Name wie „Griiinstation“ (zu Deutsch: Grüüünhaltestelle) mehr als geeignet und gerechtfertig wäre. Wenn dieser Schritt vollzogen wurde, müsste man natürlich den nächsten gehen – der nur darin bestehen kann, die aufwendig und umweltfeindlich hergestellten Silberscheiben (CD, DVD, Blue-ray etc.) komplett abzuschaffen und den Vertrieb in Gänze auf das Internet umzustellen. Oder aber man erfindet beschreibbare Holzscheiben…

Kolumne: Wir retten die Welt!
Letztendlich muss aber auch eines klar sein. Es geht nicht, die ganze Arbeit auf die Konsolenhersteller abzuschieben. Auch die Politik und wir Spieler müssen unseren Beitrag dazu leisten. Hier möchte ich einmal mehr auf die Auto-Thematik verweisen. In Mailand und anderen Regionen Norditaliens wurden in letzter Zeit immer öfters sonntags mehrstündige Fahrverbote ausgesprochen. Und warum sollte man nicht ein weltweites Sonntagspielverbot aussprechen? Es wäre sicher ein leichtes, die „Holzbox 360“ oder die „Griinstation“ mit einer Art „elektronischer Wegfahrsperre“ auszurüsten, damit die Konsolen an allen Sonn- und Feiertagen erst gar nicht eingeschaltet werden können. Konsequenterweise sollte man dies eigentlich auf alle elektronischen Geräte ausweiten – ein Sabbat-Sunday für jedermann zum Wohle der Umwelt und des Klimas sozusagen. Außerdem wäre dieser Tag ideal, um etwas Sport zu treiben: Beispielsweise zuhause auf dem Hometrainer, der zusammen mit einem schicken kleinen Akku gleich zur eigenen Stromgewinnung genutzt werden könnte. Auch Haustiere, beispielsweise all die Hamster dieser Welt, könnten mitmachen. Als Folge aus der Einsparung und Neugewinnung von Strom hätten wir plötzlich ein solches Überangebot an Elektrizität, weswegen alle Atomkraftwerke auf dem gesamten Planeten abgestellt werden und selbst der Iran seine friedliche Urananreicherung einstellen könnte!

Kolumne: Wir retten die Welt!Es gibt noch viele Ansätze zu diesem Thema. Beispielsweise könnte man eine Petition starten mit dem Ziel, dass Nintendo seine Games wieder in Pappschachteln verkauft. Oder aber Publisher werden verpflichtet, Spiele für mehrere Plattformen alle auf einer einzigen DVD zu veröffentlichen. Oder aber Games, die den Spieler zu einem umweltfeindlichen Verhalten verführen – allen voran Rennspiele – sollten gesetzlich verboten bzw. zumindest mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden. Oder aber es dürfen von vornherein nur noch Spiele mit einem Umwelt-Aspekt entwickelt werden (Rapsöl-Racer, Medal of Humus, Recycling Tycoon usw. usf.). Oder, oder, oder...ich lasse es jetzt einfach gut sein, denn ich habe genug Text für eine Kolumne geschrieben und kann endlich meine Sonnenbrille herausholen. Mädels, ich komme!!

Kommentare

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shakar
von shakar | 01.05.2007, 18:09 Uhr
Klasse Text, wirklich sehr unterhaltsam zu lesen :D
fatcat
von fatcat | 01.05.2007, 15:22 Uhr
...Zocken für die Umwelt das ist mal ein Anfang....:D
Agrotimor
von Agrotimor | 01.05.2007, 12:55 Uhr
sehr geiler Text :)
BonEcrack3r
von BonEcrack3r | 01.05.2007, 12:25 Uhr
Geiler Text! Eine Trii, oder ne Klotzstation oder gar Holzbox 360, muahahha! Geil! Achja: Man kann ja auch noch Solarzellen entwickeln, die gleich das Licht des Fernsehers, TFTs oder der Gleichen wieder in Strom umwandeln, und das am besten noch ungefähr so: Fernseher Verbraucht 100W, Solarzelle bringt 200W .... Muhahah! @Freud : Geile Idee!!!! Schönen 1. Mai Euch allen!
Game-Checker
von Game-Checker | 29.04.2007, 15:38 Uhr
sehr sehr gut :)
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