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X-Men - Erste Entscheidung: So werden Superhelden gemacht

Neue Mutanten braucht das Land. Gut zehn Jahre nach Bryan Singers Megahit "X-Men" wagen die Produzenten einen Neuanfang. Die Besetzung wurde komplett ausgetauscht und die Regie übernahm "Kick-Ass" -Regisseur Matthew Vaughn. Viel gewagt und trotzdem gewonnen?

  10.06.2011   3 Kommentare   1644 Klicks
 
 
X-Men - Erste Entscheidung 10,0 2

1962: Es ist der Beginn der Swingin' Sixties, doch die Welt steht kurz vor dem Höhepunkt des Kalten Kriegs zwischen Russland und den USA. Was keiner weiß: Nicht etwa irgendein Politiker zieht die Fäden, sondern der wahnsinnige Wissenschaftler, Playboy und Superbösewicht Sebastian Shaw (Kevin Bacon, "Footloose") spielt die beiden Supermächte gegeneinander aus. Allerdings rechnet Shaw nicht mit seiner ehemaligen "Zögling" Erik Lehnsherr (Michael Fassbender, "Inglorious Basterds"). Dem hat Shaw als Nazi-Wissenschaftler übel mitgespielt, weil Erik seine übernatürlichen Magnetkräfte nicht zeigen wollte und jetzt will Erik Rache! Dabei lernt er den Engländer Charles Xavier (James McAvoy, "Wanted") kennen, der für die USA eine schlagkräftige Mutantentruppe zusammenstellt. Beide Männer erkennen schnell, dass sie ein gemeinsames Ziel haben: Shaw zu stoppen! Die X-Men bereiten sich auf ihre erste große Schlacht vor.

Riskanter Reboot

Die Ausgangslage ist mehr als gewagt: Lohnt es sich nach so kurzer Zeit eine erfolgreiche Filmserie neu zu starten? Die Darsteller sind fast alles Unbekannte und der Regisseur hat bisher nur einen Achtungserfolg mit "Kick-Ass" vorzuweisen. Der Grund mag vielleicht daran liegen, dass die unmittelbaren Vorgänger "Der Letzte Widerstand" oder "Wolverine" zwar Kasse gemacht haben, aber bei den Fans nicht sonderlich beliebt sind. Mit diesen beiden Filmen wurden die Filme immer oberflächlicher und sie setzten eher auf Action als auf packende Story und glaubwürdige Figuren. Deswegen will Regisseur Vaughn mit seinem Film zurück zu den Anfängen der "X-Men": "Die Effekte sind dazu da, die Figuren zu unterstützen. Der Film ist eine Charakterstudie mit fulminanten Actionszenen.”

Anspruch trifft Action

Die ersten "X-Men" waren mehr, als eine bloße Aneinanderreihung spektakulärer Effekte. Wolverine, Rogue und die anderen Mutanten hatten nicht nur mit ihren Gegnern, sondern auch mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen. Kaum einer dieser "Helden" hatte eine reine Weste und ähnlich wie in den Spiderman-Filmen stand das menschliche Drama im Mittelpunkt. Darüber hinaus schwang eine gesellschaftskritische Note mit, denn die Mutanten sind im X-Men-Universum eine verachtete Minderheit, die ständig auf der Flucht ist. Passend dazu fing der erste Film mit Szenen der Judenverfolgung aus dem II. Weltkrieg an und später standen die X-Men reaktionären Politikern gegenüber, denen alles Neue fremd und gefährlich erschien. So gesehen waren die Probleme von Wolverine & Co. auch eine Metapher auf Rassismus.

Fazit: Solide Superheldenaction

Trotz der guten Ausgangslage bin ich enttäuscht. Natürlich gibt es auch diesmal wieder die obligatorische Botschaft für mehr Toleranz, aber irgendwie lässt mich das Ganze kalt. Das liegt vielleicht daran, dass hier alles nach Schema F abgehakt wird. Nazis? Check. Mad Scientist? Check. Superhelden mit Problemen? Check. Kurz, es hätten auch ein paar Überraschungsmomente mehr sein können.

Die Handlung ist vorhersehbar und die einzig spannenden Fragen liegen eher im Mythos der Comic-Reihe. Wie wird Erik zu "Magneto"? Warum sitzt "Professor X" im Rollstuhl? Warum müssen sich die X-Men verstecken? Diese Punkte werden alle solide im Drehbuch abgehakt ohne dass es besondere Höhepunkte gibt. Sicher, das Finale im Meer bietet mit einem fliegenden U-Boot, Verfolgungsjagden durch die Luft und einem coolen "Finishing Move" einige Aha-Momente, aber davor bleibt alles ziemlich bieder. Das liegt auch an Regisseur Vaughn, der offensichtlich nur einen Auftragsjob erledigt hat und in keinem Moment an die durchgeknallten Actionszenen aus "Kick-Ass" erinnern kann. Bei dem Hintergrundszenario der 60er-Jahre hätte ich mir doch etwas mehr "Spielwitz" erwartet. So ist "X-Men: Erste Entscheidung" leider nur Mittelmaß. Kann man, muss man aber nicht gesehen haben.

 

Kommentare

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QUAD4
von QUAD4 | 15.06.2011, 21:57 Uhr
hab den film gesehen und fand den gut. sogar besser als die anderen x-men. besonders x-m3 war schwach.
spolier: wolvie hat natürlich auch seinen gastauftritt smile.gif geile szene
19meiky84
von 19meiky84 | 11.06.2011, 17:16 Uhr
Ich bin auf jeden Fall gespannt ohne Ende ! Muss den Film sehen wie die Teile davor (kleiner X-Men Fan).

1 Antwort:

Flauwy
von Flauwy | 14.06.2011, 14:04 Uhr
Geht mir genauso. Ich gebe zwar zu, dass die Filme nicht gerade besser geworden sind, aber Superhelden sind einfach genial und noch besser sind ein ganzer Haufen Superhelden. Deshalb <3 X-Men
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