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"Auch wenn du die Natur mit der Mistgabel austreibst, wird sie immer zurückkehren"
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Äpfel vs Birnen, Runde 2: Battlefield 3 vs. Landwirtschafts-Simulator 2011!

Und am sechsten Tag schuf Gott den Menschen. Und er sah, dass es gut war! Am siebten Tag ruhte Gott. Und am achten war ihm dermaßen scheißenlangweilig, dass er vom Himmel allerlei Kraftstoff, den Ottomotor und weitere Kraftaggregate ab 1000 Kubikzentimetern aufwärts schmiss, dass die Menschheit sich nur fragen konnte: "Was machen wir damit? Panzer bauen oder Traktoren? Ach kommt, Jungs! Machen wir doch beides!" Und deshalb gibt es nun das zweite Äpfel vs Birnen. Eine Kategorie, in der wir Spiele miteinander vergleichen, die man eigentlich nicht vergleichen kann. Heute: Battlefield 3 und Landwirtschafts-Simulator 2011. Giganten!

  13.01.2012   10 Kommentare   1631 Klicks
Äpfel vs Birnen, Runde 2 0,0 0
Tankstelle Neuwied: Der Kampf um Ökobenzin nahm immer obskurere Formen an.

Und wer jetzt sagt: „Ey, dat kann man gar nicht, nie und nimmer vergleichen!“ Doch, und wie! Was werkelt in einem Panzer? Ein großer Motor! Was werkelt in fast allen Landwirtschaftsmaschinen? Große Motoren! Scheinbar muss es ja da eine Verbindung geben. Tatsächlich: Mit dem einen Aggregat wird die zubetonierte Landschaft plattgemacht und werden allerlei Homo Sapiens über den Jordan geschickt, mit dem anderen Umweltverschmutzer werden blühende Landschaften geschaffen und Radieschen gepflanzt, die unsere toten Mitmenschen von unten beim Wachsen bestaunen dürfen. Das ist Evolution im Zeitraffer.

Die Frage ist nur: Kaputtmachen oder Aufbauen – was davon macht mehr Spaß? Unser Chefsven® schwört ja auf alles, was Simulator im Spieletitel trägt. Da reißt er Kirchen ein, häckselt Baumstämme, fährt in Geisterstädten Streife oder simuliert Simulationen. Was ihn dazu bewegt, sowas einem Actionkracher vorzuziehen, wissen wir ehrlich gesagt nicht. Aber gut, Chefsven® mag die Ruhe, das Gefühl, einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft geleistet zu haben. Wenn er den Rechner ausknipst, verpufft dieses gute Gefühl zwar im Nichts, aber für den Moment war das wohl schön. So geht es scheinbar auch alle jenen, die Bus fahren und nach getaner Arbeit hinter dem virtuellen Buslenker Platz nehmen. Da düst Fred Huckerübe gemütlich über die Allee, pfeift auf Haltestellen oder Fahrpläne und wird hochkant aus der virtuellen Firma geschmissen, die er lustigerweise genauso nennt wie das reale Gegenstück. „Haha, haben wir es dem Schwein von Chef mal gezeigt!“ Dann geht’s Fred schlafen und erwacht in einem immer wiederkehrenden Albtraum, der sich Alltag nennt. Was tun? Am nächsten Abend wieder Alltag simulieren und alles aushebeln, was Cheffe von ihm erwartet. Täglich grüßt das Murmeltier.

Unter falscher Flagge - ein Panzer der Partei Die Grünen. Mit angehangenem Truppentransporter.

Schwer vorzustellen hingegen, wie ein Soldat in Afghanistan nach tagelanger Patrouille sagt: „So, jetzt noch ein paar Iraner in Battlefield 3 über den Haufen schießen – das wär's!“ Krieg ist eine hässliche Sach. Und ehrlich gesagt: Wir stellen uns dann doch lieber vor, wie sich viel zu alte Kinder ins Schlachtengetümmel stürzen, als dass ein vollkommen demotivierter Soldat sich dazu aufrafft, dem eigentlichen Schrecken ins Gesicht zu sehen. Und sich via Xbox Live von Kids vollnölen zu lassen, dass es gerade *PENG!* gemacht und unser Soldat X das Zeitliche gesegnet hat. Insofern befinden sich Soldat und Bauer, der ja virtuell alles besamen darf, was sich Acker schimpft, im gleichen Dilemma: Von der Gesellschaft belächelt und ausgegrenzt – der eine, weil er zum Morden in die fernöstliche Steppe zieht; der andere, weil er schlicht zu doof und/oder uncool für die Stadt ist – werden beide mit ihrem Alltag auch in der Spielewelt konfrontiert. Der Soldat aber, der (zu Recht) schlecht gelaunt auf seiner Pritsche hockt und sich vermutlich lieber Viva Pinata wünscht, als den zigsten Egoshooter, der knapp neben seinem Camp mitten im Nirgendwo spielt, wird wohl kaum die Früchte seines Erfolges begutachten wollen. Bodycount = null.

Doch der Bauer? Ha, der schlägt der bescheuerten Natur ein Schnippchen! Was fällt dieser Natur überhaupt ein, es entweder gar nicht oder aber sintflutartig regnen zu lassen, die Temperatur auf den Feldern nach Gutdünken zu regeln und grenzdebile Hasen und anderes Tierzeugs über die Saatfurchen zu scheuchen, welche den Ertrag zu einem Grenzwert gegen Null tendieren lassen? Der freut sich königlich darüber, im Landwirtschafts-Simulator endlich mal unter Beweis zu stellen, wie er mit seiner ohnehin an den Tag gelegten Akribie den Hof prosperieren lassen würde. Blühende Landschaften, soweit es die Grafikkarte darzustellen vermag. Nun ja, in unserem Selbstversuch konnten wir weder Battlefield 3, noch dem Landwirtschafts-Simulator 2011 außerordentlich viel Spielspaß bescheinigen.

Zwei gezähmte Kühe auf dem Sprung über ein überflutetes Feld - an der Dosierung muss die Bio-Armee noch arbeiten.

Weder wollen wir uns per Gamerscore und Dog Tag als Menschenschlachter profilieren, noch abwarten, bis nach gefühlten 35 Wochen die ersten Pflänzchen sprießen. Ganz im Gegenteil, wir wollen schon an der Action teilhaben, aber eben nicht böse sein. Deshalb folgende Idee: Wie wäre es, mit einem M1A Abrams Karotten in die Saatfurchen zu böllern, während unser Mörserkumpel am Feldrand per Wasserbombe für ideale Bewässerung sorgt? Wie hört es sich an, mit einem Panzer die Ferkel zu handlichen Koteletts zu zerdrücken und Federvieh mit einem Flammenwerfer nicht nur zu entfedern, sondern nebenbei noch zu broilern? Muahahaha! Sadistisch? Nö, schließlich muss ja irgendwo das blutende Stück Mediumsteak oder die Hühnerkeule herkommen – die wachsen bekanntermaßen nicht im Boden, sondern müssen mühsam vom jeweiligen Nutztier gepflückt werden.

Man kann ja für ganz sensible Naturen Tofu-Mods oder dergleichen installieren, vielleicht neue Texturen und Sounds für das Schlachtvieh, welches sich dann mit einem „Yippie, endlich geht’s los!“ ins Jenseits verabschiedet und dabei grinst. Kommt jetzt gar nicht auf die Idee, euch das Gleiche in Battlefield 3 vorzustellen! Wie pervers! Das mag zwar die besseren Grafiken haben, den knackigeren Sound oder direkteren Kontrollen. Es ruft aber nicht beim Spielen jene Gefühle hervor, wie der Landwirtschafts-Simulator: Nach getaner Arbeit, nachdem der Hof endlich bestellt ist und das Viech in der Tiefkühltruhe des örtlichen REWE unterkam - Friede. Dann sind wir zufrieden, glauben der Menschheit einen Gefallen erwiesen zu haben und schalten den Rechner mild lächelnd aus. *Puff!* Weg ist das Gefühl,... war aber schon schön.

Irgendwie.

Kommentare

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19meiky84
von 19meiky84 | 15.01.2012, 14:05 Uhr
Naja vergleiche nkann man das nicht wirklich....aber gelungener, solider und lustiger Artikel wink.gif
FlexDB
von FlexDB | 13.01.2012, 16:05 Uhr
Ich fands bei Operation Flashpoint so schön mit dem Trecker rumzufahren... während sich die anderen die Birne weggepustet haben, hab ich nen Ausflug gemacht und die Landschaft bestaunt....und nebenbei Camper plattgefahren. smile.gif
MrBlade
von MrBlade | 13.01.2012, 15:54 Uhr
Bauern und Soldaten, Panzer und Traktoren miteinander zu vergleichen scheint ja gar nicht mal so falsch zu sein. biggrin.gif Sehr witziger Artikel. Was sagt denn Chefsven® dazu? sneaky.gif
Zitat:
Tankstelle Neuwied

Das macht mir irgendwie Angst. blink.gif

7 Antworten: Alle zeigen

FlexDB
von FlexDB | 13.01.2012, 22:39 Uhr
Solang du dich während dessen nicht im Freien in einem Umkreis von 100m daven befindest, kann dir net viel passieren. smile.gif
Pinguin
von Pinguin | 14.01.2012, 12:06 Uhr
Hast du das mit nem Zollstock nachgemessen oder woher weißt du das des genau 550m sind?
MrBlade
von MrBlade | 14.01.2012, 12:13 Uhr
Kugel Maps Routenberechnung. cool.gif
Pinguin
von Pinguin | 14.01.2012, 14:21 Uhr
Du Fuchs!
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Wirklich Eintrag löschen?

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