Einen Comic zu einem Rollenspiel wie Dragon Age zu machen ist an sich schon eine Herausforderung. Ist das Ganze aber auch noch im Genre Fantasy angesiedelt, verhundertfacht sich die Konkurrenz, denn kaum ein anderes Comicgenre kann so viele Titel aufweisen. Worauf haben die Macher ihren Fokus gelegt? Einen Comic zur Spielserie, das Fantasy Genre oder eine gute Mischung aus beidem?
Verbotene Liebe

Der „Dragon Age“-Comic lässt sich zeitlich nicht genau zuordnen, ist aber irgendwo um den ersten Teil „Origins“ angesiedelt. Wie durch die Spiele bereits bekannt, werden im Land Ferelden magiebegabte Kinder von den Templern in den Turm des Zirkels verschleppt, um dort unter Aufsicht ausgebildet zu werden. Es herrscht eine immense Abneigung zwischen den beiden Fraktionen und es kommt immer wieder zu Vorfällen. Dennoch geht die Ausbildung der Magier, ebenso wie die der Tempelritter weiter. Trotz der Spannungen ergibt es sich, dass die angehende Magierin Veness und der Templer Sadatt eine gewisse Zuneigung zueinander entwickeln. Das ist natürlich strengstens verboten und auch die Aufgaben des jungen Templers vereinfachen die Beziehung zu Veness nicht gerade. Obwohl Sadatt im Zuge seiner Ausbildung getrimmt wird, hart gegenüber den Magiern zu sein, so machen sich Zweifel bei ihm breit, ob das wirklich nötig ist. Es kommt wie es kommen muss und Sadatt zögert als er einen Zauberer töten soll, was mehrere Templer fast das Leben gekostet hätte. Verunsichert sucht er das Gespräch mit Veness, die ihrerseits sehr angetan von seinem Zögern war und hofft in ihm einen sanftmutigen Templer gefunden zu haben. An diesem Abend bleibt es natürlich nicht bei einem Gespräch, sondern es geht ordentlich zur Sache.
Danach hat Sadatt ein schlechtes Gewissen, da er alles wofür die Templer stehen und kämpfen verraten hat und ignoriert Veness zukünftig. Diese hat aber ein ganz anderes Problem, denn der Verhütungszauber hat nicht funktioniert und sie ist schwanger. Als die Anführer das mitbekommen, gibt es natürlich eine riesen Aufruhr und es wird nach dem Vater gesucht. Würden die Templer herausbekommen, dass einer aus ihren Reihen der Vater ist, so würde das Kind sofort getötet werden. Glücklicherweise nimmt aber ein Freund von Veness die Vaterschafft auf sich und die Sache scheint geklärt zu sein. Veness kommt aber damit nicht klar und flieht aus dem Turm. Sadatt wird beauftragt die Flüchtige zu finden und zu töten. Bis Sadatt sie findet, ist seine Tochter bereits geboren und Veness gibt sie einem Reisenden mit um sie vor den Templern zu schützen. Sadatt überkommt der Zorn und er tötet seine Geliebte. Anschließend kehrt er verbittert zum Turm zurück. Fortan legte er seinen richtigen Namen ab und nennt sich nur noch „Duty“. Er steigt durch seine Skrupellosigkeit und Härte schnell in den Rängen der Templer auf.
Seine Tochter Gleam wächst bei einem Schmied auf, der sie adoptiert. Schnell merkt Gleam aber, dass sie ein großes Talent mit dem Umgang der Magie hat. Dadurch zieht sie nicht nur die Aufmerksamkeit der Zwerge auf sich, sondern auch die der Templer. Gelingt es Gleam der Ausbildung im Turm des Zirkels zu entkommen und was passiert wenn sie ihren Vater treffen sollte?
Stilmix der funktioniert
Orson Scott Card und Aaron Johnston haben mit ihrer Story zu Dragon Age vieles richtig gemacht – aber nicht alles. Die Geschichte kann sowohl von Fans der Spiele gelesen werden als auch Leser die selbige nicht kennen, aber auf Fantasy stehen. Alles wird gut erklärt und logisch aufgebaut. Für „Dragon Age“-Kenner gibt es ein Widersehen mit dem Templer Gregoir und auch der Turm des Zirkels dürfte sofort wiedererkannt werden. Die Zeichnungen von Mark Robinson lassen sich für mich schwer vom Stil her einordnen. Es sind eindeutig Elemente aus fernöstlichen Stilen, wie zum Beispiel die Stellung der Augen zu erkennen. Die Proportionierung der Gesichter und zum Teil auch die Körperhaltungen erinnern immer wieder stark an Cartoons. Vielleicht ist aber genau diese Mischung der Grund, dass die Charaktere und deren Gefühle so gut an den Leser weitergegeben werden.
Fazit
Die Story wird Fans der Spiele sicherlich gefallen, da es ein paar nette Wiedererkennungseffekte gibt. Dennoch ist die Geschichte nicht direkt mit denen aus den Spielen verwoben. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass auch andere Leser eine Chance haben den Inhalt zu verstehen. Insgesamt ist die Story gut, aber mehr nicht. Für mich war sie zu vorhersehbar und der Spannungsbogen fällt auf den letzten Seiten ziemlich ab. Auch den Schluss fand ich persönlich nicht zufriedenstellend. Die Zeichnungen haben mir zuerst nicht gefallen, doch nach kurzer Zeit war ich dann doch positiv überrascht, wie Robinson sein Können geschickt einsetzt um den Leser anzusprechen. Der Stil bleibt natürlich wie immer Geschmacksache.
Zur Leseprobe
Dragon Age von Orson Scott Card, Aaron Johnston und Mark Robinson im Softcover mit 148 Seiten ist bei Panini Comics erschienen. Preis: 16,95 Euro