Hauptmenü der Superlative
Mit einer gar nicht mal geringen Erwartung schmiss ich die DVD ins Laufwerk und installierte Winter Sports 2012. Mein letztes Wintersportspiel war RTL Winter Sports 2009, liegt nun schon drei Jahre zurück, was immerhin ein durch und durch spielerisch unterhaltsames Gesamtpaket mit sich gebracht hat. Gut, Installation abgeschlossen, jetzt `ne Runde schönen Wintersport. Doch schon das Menü bereitete mir große Sorgen: Ich war mir nicht mehr sicher, ob die Jungs von Amazon wirklich Version 2012 versendet hatten. Genauso gut hätte ich auch das Hauptmenü von Tetris über mich ergehen lassen können. Naja, was zählt, ist das Spiel.
Nur leicht editiert:
Alles drin, alles dran, aber alles Senf.
Winter Sports 2012 triumphiert mit insgesamt zehn Disziplinen auf unbekannten Pisten. Darunter Super G, Abfahrt, Slalom, Curling, Motorcross und Snowboarding, die in einem Cup oder als Einzeldisziplin gespielt werden dürfen. Wer fährt heute noch Ski wenn’s auch das Snowboard gibt. Eine Runde „Freestyle“ mit dem schönen Snowboard wird mit Sicherheit Spaß machen. Tut es aber nicht, ich schildere Euch mal den Ablauf. „Der Kommentator gibt unverständlichen Mist von sich. Drücke die Leertaste, um zu beginnen. Hämmere jetzt auf die Leertaste um zu „beschleunigen“, der Snowboarder bewegt sich im Übrigen von selbst. Ein Balken füllt sich, je schneller die Leertaste in Einzelteile zerlegt wird, desto schneller füllt sich der Balken. Dann füllt sich der Balken schließlich Gelb, jetzt darf ich um Gottes Willen den Absprung nicht verpassen, ein kurzer Push auf die Leertaste genügt allerdings. Dann darf ich endlich mit meinem ganzen Geschick und Wissen die Tricks durchführen. Insgesamt gibt es davon zwei: Mit der „A“-Taste dreht sich der Snowboarder in der Luft rückwärts, mit der „D“-Taste vorwärts. Landet er nicht im genau richtigen Winkel, stürzt er. Die anschließende Punkteverteilung ist mir ein Rätsel, selbst nach einem Sturz erhielt ich 233 Punkte. Wahrscheinlich wollen die Entwickler den Spieler einfach nur ein wenig motivieren.
Einen letzten Versuch vergebe ich der klassischen Abfahrt. Wieder darf ich auf die Leertaste hämmern um Schwung zu holen, danach kann ich meinen Skier aber immerhin selber kontrollieren. Die Steuerung setzt aber nochmal einen drauf: Mit der „A-Taste“ bewege ich meinen Skier nach links, mit der „D-Taste“ nach rechts. Währenddessen kann oder muss ich mit der „G-Taste“ carven, mit der „H-Taste“ beschleunigen und mit der „J-Taste“ einen Turboboost aktivieren. Die Steuerung lässt sich nicht verändern, und N²O für Skier gibt’s doch noch gar nicht. Mein Orientierungssinn versagt schließlich, und mein Abfahrtskünstler knallt stets gegen die Bande. Nach ein paar weiteren Versuchen ist mein Geduldsfaden schließlich gerissen.
Fazit
Was haben sich die Entwickler dabei nur gedacht? Wie hat es dieses Spiel überhaupt auf den Markt geschafft? Independent Arts hat in dieser Version schlicht und einfach alles falsch gemacht, in allen Belangen ein absoluter Rückschritt gegenüber RTL Winter Sports 2009 von 49 Games und in allen Aspekten für die Tonne. Zwei Punkte sprechen also für absoluten Schrott, die sich Winter Sports 2012 durch den Umfang von zehn Disziplinen, und der Möglichkeit, mit mehreren Spielern ein Turnier zu starten, noch gerade erkämpfen konnte. Alles andere grenzt in der Tat am Super Gau.
2 \ 10






