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Exklusiv: Rainer Fromm (Frontal 21) und Jürgen Hilse (USK) im Gespräch 0,0 0
 
 

Exklusiv: Rainer Fromm (Frontal 21) und Jürgen Hilse (USK) im Gespräch: Exklusiv Rainer Fromm (Frontal 21) und Jürgen Hilse (USK) im Gespräch

Gestern Nacht schliefen Spieler, Hersteller oder sonstige Involvierte der Spiele-Branche mit einem Gefühl von Ärger, Empörung und Fassungslosigkeit ein. Wenn sie überhaupt schlafen konnten, denn was Rainer Fromm mit seinem Bericht in "Frontal 21"(ZDF) auslöste, war schlicht eine Welle der Kritik. Immer mehr „menschenverachtende Killerspiele“ seien auf den deutschen Markt geraten, seien für Kinder und Jugendliche frei erwerbbar und wären ein Armutszeugnis für die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). In einem exklusiven Telefongespräch erläuterte und verteidigte Rainer Fromm seine Vorwürfe und holte etwas weiter aus. „Ich verstehe den ganzen Trubel nicht“, stieg Hr. Fromm in unser Gespräch ein und rechtfertigte den Vorwurf, Doom III gelte als „nicht jugendgefährdend“. Die Bezeichnung jugendbeeinträchtigend treffe hier zu. Auf meine Anfrage hin erwidert der USK-Vetreter Jürgen Hilse: „Wir urteilen bei einem Spiel, ob es die Kriterien einer Indizierung erfüllt und damit nicht beworben werden darf und andere Sanktionen zum Zuge kommen. Oder ob es eben eine „ab 18“-Kennzeichnung erhält und nur an Erwachsene verkauft werden darf, so ein Fall war bspw. Doom III. Die provokative Auslegung, Doom III sei folglich für Jugendliche geeignet, ist nicht zulässig.“ Rainer Fromm springt sofort zur Moral über, wirft er doch Doom III vor, lediglich wegen seiner Tabubrüche so erfolgreich zu sein. „Es wäre doch genauso erfolgreich, wenn es keine Splatter-Effekte geben würde, aber ID setzte ganz bewusst auf diese Gewaltdarstellungen. Dabei wollen die Spieler doch gar keinen Splatter, sie wollen schlichtweg fesselndes Gameplay. Ich habe mir oft die Frage gestellt: Warum nicht auf einen roten Punkt schießen? Muss es denn unbedingt eine Blutfontäne sein? Nein!" Das Argument, wonach die Missionen doch der zentrale Ausgangspunkt eines Videospiels seien, ließ Hr. Fromm nicht so recht zu: „Machen wir uns doch nichts vor: GTA wird doch nur der Anarchie wegen gespielt! Leute verprügeln, Mafia spielen. Ich kenne keinen Spieler, der sich ernsthaft für die Missionen interessiert." Diese Sichtweise ist nicht zutreffend, was auch Jürgen Hilse bekräftigt: „Gestern im ZDF-Chat zu Rainer Fromms Beitrag waren 749 Leute, die Verrisse und Kritik einbrachten. Ein einziger verharrte in seiner einseitigen Position: Hr. Fromm“ Dabei geht es dem Journalisten Fromm doch nur um die Moral: „Ich fordere moralische Werte in der Spieleindustrie und nicht diese ewige Heuchelei. Nochmal: Spieler wollen nur Spielspaß, die Industrie hingegen ist nach wie vor der Ansicht, Gewaltdarstellungen und Splatter seien das A und O. Überschriften in Spielezeitschriften wie „Blutige Weihnachten“ sind zutiefst erschütternd, aber nicht umsonst sind die Redakteure so eng mit den Industrievertretern verschachtelt. Wer abweicht von der sonst üblichen Berichterstattung, bekommt keine Testmuster mehr. Ein Umstand, der nicht hinzunehmen ist.“ Ganz nebenbei wetterte Fromm über die Hardwareanforderungen eines Doom III: „Das ist eine Frechheit!“ Beschwichtigend machte er auf seine Unterstützung für die Initiative „Quake-Spieler gegen Gewalt“ aufmerksam, das für ihn ein Zeichen sei, dass er zwar leidenschaftlich spiele, aber gegen die unmoralischen Spiele etwas unternehmen müsse. Eine Industrie ohne Ego-Shooter also? „Nein!“, meint Fromm. „Aber eben keine Gewalt! Fantasievolle Ego-Shooter würden sich genauso gut verkaufen wie Doom III. Und nehmen wir doch mal Soldier of Fortune, das von der Spielergemeinde nicht beachtet wurde: Verschiedene Trefferzonen reizen nicht, ergo ein Signal an die Industrie: Die Spieler brauchen keine Gewalt!“ Diese letzte Aussage ist natürlich richtig, nur sollte der Fairness halber erwähnt werden: Soldier of Fortune (Double Helix) hat mit gutem Gameplay nicht allzu viel zu tun. Insofern kein Wunder, dass das Spiel vernachlässigt wurde an der Ladentheke. Zum Schluss geiferte Rainer Fromm noch gezielt gegen die USK: „Die Eltern haben doch heute keine Medienkompetenz, also muss die USK eine passende Regelung entwerfen. Und was passiert? Nachdem nach dem Massaker von Erfurt doch eigentlich schärfere Gesetze versprochen wurden, gibt es heute mehr Fortsetzungen von indizierten Spielen denn je. Es liegt also nicht an den Eltern, sondern an gesetzlichen Initiativen. Leider muss ich feststellen, dass trotz der angeblich „schärferen Gesetze“ Doom III für Jugendliche erwerbbar ist (siehe Test bei einem Spieleladen im Bericht). Indizierungen würden hier Abhilfe schaffen!“ Dass eine Indizierung wirksam ist, macht Hr. Fromm an „Return to Castle Wolfenstein“ fest. „Es ist heute ein Mythos, den kaum einer kennt. Wenn ich in die Stadt gehe und das Spiel kaufen möchte, finde ich es nicht. Das ist Wirksamkeit!“ Das ist leider auch ein Verbot, das Erwachsene trifft, die das Spiel doch eigentlich kaufen dürften... Kurz nach Gesprächsbeginn entschuldigte sich Rainer Fromm für einen kurzen Augenblick, seine Kinder bräuchten Hilfe am Computer: „Natürlich geht auch in unserem Haushalt nichts ohne Spiele, auch ICH spiele sehr gerne. Heute früh erst „Command&Conquer“.“ Hier wird deutlich: Hr. Fromm spricht nur zum Teil als Journalist, denn als solcher muss er objektive Zusammenhänge berichten und sollte sich nicht der Panik-Mache hingeben. Denn ein viel gewichtigerer Aspekt ist Rainer Fromm als Vater, der als solcher freilich eigene, auf das Wohl der Kinder gerichtete Ansichten vertritt. Dass diese in einem Bericht des ZDF in einer so einseitigen Form daherkommen, ist schade und nicht korrekt. „Es hätte aber keinen Sinn gemacht, die Hersteller miteinzubauen. Die werden sich kaum kritisch und objektiv über ihre Produkte äussern. Immerhin kam Jürgen Hilse von der USK in drei Statements zu Wort, es war also ausreichend Platz für vielschichtige Ansichten.“ Hr. Hilse sieht das anders: „Die Verbindung Erfurt mit den Computerspielen ist nichts anderes als ein vorurteilendes Klischee, eine Panikmache. Es ist frivol! In dem Bericht wurde gezielt ein falscher Zungenschlag verwendet.“ Mir sei eine ganz subjektive Betrachtung noch kurz gestattet: Es ist bitter, dass der seltene Ausflug von Videospielen in die öffentliche Sichtweise derart einseitig ausfällt, wie in diesem „Frontal 21“-Beitrag. Rainer Fromm spricht sicherlich vernünftige Punkte an, denn einige „Gewalt-Spiele“ sind weder löblich, noch moralisch, noch vertretbar. Allerdings ebenso wenig zu akzeptieren ist eine journalistische Arbeit, die 14-Jährige als Ausgangspunkt für Klischees und Vorurteile macht, die elterliche Kompetenz NICHT in der Verantwortung für den Kauf der „Ab 18“-Spiele sieht und die einseitig und verzerrend dargestellt ist. Rainer Fromm ist ein sympathischer Mensch, mit dem eine Diskussion Spaß macht und auch Sinn hat. Den gestrigen Beitrag darf man leider nicht so stehenlassen, denn dieser entstand offenbar aus der subjektiven Sichtweise eines Familienvaters heraus. Nachvollziehbar zwar, aber keinesfalls für eine Plattform wie das ZDF geeignet. Fromms Ruf nach Indizierungen will nicht so recht in eine Demokratie passen, deren Grundgesetz Freiheit und individuelle Entfaltung garantiert. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang auch der Artikel von Gaming-Universe.
Quelle: PCGames.de

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