Ein UFO? Nein, ein Designkonzept eines Fans zur Xbox 720.
PC-Spieler wähnen sich gegenüber Konsoleros gerne im technischen Vorteil: Während Titel der ersten Generation einer neuen Konsolenära in der Regel zeigen, was auf den neuen Plattformen machbar ist, fallen spätere Veröffentlichungen im Vergleich zum PC-Pendant deutlich ab. Etwa in Battlefield 3. So sind Konsolenspieler zwar froh darüber, dass sie alle Titel für ihre Plattform ohne (größere) Einschränkungen spielen können, schielen aber doch ganz gerne ins Computerlager.
Die Gerüchteküche brodelt weiterhin und zur (bislang nicht bestätigten) Xbox 720 kursieren einige neue Gedankenfetzen, wie sich die neue Microsoft-Konsole neben zukünftigen PCs etablieren kann. Eine Überlegung: Die Konsole lässt sich upgraden. Etwa mit neuen Grafikeinheiten, mehr Arbeitsspeicher, etc. Ein entsprechendes Patent habe Microsoft bereits 2012 angemeldet.
Ein modularer Aufbau könnte durchaus als Innovation gepriesen werden - und würde maßgeblich vom Kurzzeitgedächtnis der Branche profitieren. Neu ist die Idee nämlich nicht, mit solch zusätzlichen Einheiten die Leistung einer Konsole zu erhöhen.
Nintendo als Wegbereiter modularer Aufrüstungen, Sega als Extrem
Angefangen hat diese Art und Weise der Aufrüstung schon in den 1980ern, genauer: mit Nintendo. Deren Famicom (im Westen als NES bekannt; Wikipedia-Eintrag) wurde schon recht früh mit einer optionalen Erweiterung namens Disk Station bedacht, welche die Speicherkapazitäten regulärer Module vervielfachte. In den USA wurde das NES um Tastatur und Modem erweitert - viele Jahre vor dem zivilen WWW konnten sich Nutzer online unterhalten, Tickets für das Kino bestellen, zusammen Spiele zocken oder sogar eine recht primitive Webcam anschließen. Weshalb das eingestellt wurde? Die US of A hatten Angst, von den Japanern ausspioniert zu werden. So schildert es zumindest David Sheff in seiner Nintendo-Biografie "Game Boy" aus dem Jahre 1993. Mit dem Super Nintendo probierte sich der Traditionskonzern in Satelliten-Komponenten (BS-X zum Sat-Download von Spielen) und GameBoy-Adaptern und dem bis heute eher unbekannten X-Band-Modem, das einen weiteren Versuch von neuartigen Onlineanbindung darstellt. Im Westen besonders populär war die in Module integrierte FX-Einheit, welche StarWing, StuntRace FX und Yoshi's Island: Super Mario World 2 dank doppelter Rechenleistung zu nie dagewesener Grafikopulenz verhalf. Randnotiz: Die SNES-Spiele hätten durchaus noch prächtiger ausfallen können, hätte sich Nintendo mit Sony arrangieren können. Die brachten die geplante CD-Komponenten für das Super Nintendo nach Aufkündigung des Vertrages in Eigenregie als PlayStation auf den Markt. Als PlayStation.

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| Im Westen unbekannt: Das Famicom/NES mit Diskerweiterung |
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Mit SatellaView und Modem wagte Nintendo in Fernost einen weiteren Anlauf. |
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| Um die Jahrtausendwende erscheint mit dem 64DD die nächste erfolglose Erweiterung... Selbst ein URA Zelda (a.k.a. Zelda: Master Quest) retten es nicht. |
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Vollends pervertiert wird der Addon-Wahn von Sega. Irgendwo unter all den Gerätschaften versteckt sich tatsächlich noch ein reguläres MegaDrive... |
Auf die Spitze trieben es die Jungs und Mädels von Sega, die ihr MegaDrive in den 1990ern zu einem Monster gigantischen Ausmaßes aufbockten. War das Grundgerät relativ kompakt gehalten, so verwandelten die Mega CD-Erweiterung, System Converter zum Abspielen von MasterSystem-Modulen und 32X-Grafikbeschleuniger das Device zu einem Türstopper der luxuriösen Art. Retten konnte das siechende Gerät keines der Gadgets.
In jüngerer Vergangenheit bekamen das N64 (RAM-Erweiterung; 64DD-Laufwerk für Japan plus Modem), Atari Jaguar (CD-Laufwerk) und PC-Engine/TurboGrafx 16 (Hardwareupdates wie neue Prozessoren, neuer RAM; Wikipedia-Eintrag) ebenfalls Updates, die das Gerät pushen sollten. Genützt hat es - nichts. In der Regel waren die Addons Randnotizen.
So sollte man auch die Ankündigung eines modularen Aufbaus für den Xbox 360-Nachfolger nicht allzu hoch einschätzen. Es könnte sich hier auch lediglich um eine Nachrüstfunktion für Gadgets der á la Kinect halten denn "echten" Updates.