No Nintendo
Explosionen in der Luft. In 3D, versteht sich.
Zugegeben: Ab und an gehen wir nicht gerade mit einem Gefühl der Vorfreude oder Aufregung an ein Spiel. Ace Combat Assault Horizon Legacy erschien uns im ersten Moment als ein weiterer Auswurf der erfolgreichen Kampfflieger-Serie, der mit seinem nativen 3D mal schnell auf Kundenfang gehen soll. Schließlich ist es schon komisch, dass Namco mit dieser Reihe bislang einen großen Bogen um Nintendo-Konsolen gemacht hatte – mit Ausnahme einer total verkorksten GameBoy Advance-Fassung von 2005. Und nun eine 3DS-Fassung? Eine Überraschung.
Wer noch nie mit einem Ace Combat-Spiel in Berührung gekommen ist, sollte zunächst wissen, dass sich die Titel auf Dog Fights am Himmel konzentrieren. Wo in Heatseeker (Wii, 2006) oder Over G Fighter (Xbox 360, 2007) das Lösen einer Rakete Kilometer vor dem Sichten des Ziels reichten, um das gegnerische Flugvehikel in einem gigantischen Feuerball aufgehen zu lassen, könnt ihr jetzt dem anderen Piloten fast in die Augen schauen, ehe er mit abgerissenen Tragflächen oder einer zerstörten Außenhülle gen Boden trudelt. Solche Kampfszenarien muten äußerst fantastisch an, ist die Storyline vergleichsweise realistisch (nur die Welt und Fraktionen sind frei erfunden) und könnte so oder ähnlich auch jeden Tag in der Zeitung stehen. Als Pilot zwischen den Fronten werdet ihr zum Spielball politischer Intrigen und müsst letztlich mit dem Abschuss einiger weniger Flugzeuge Millionen von Menschen retten. Krieg ist eine fiese und doofe Sache, aber so läuft es nun einmal.
Gegen alle physische Vernunft
Zu nah sollte man den Gebäuden nicht kommen. Wie im wahren Leben...
Schon die erste Mission zeigt wie es Namco mit dem physischen Realismus hält. Egal, in welchem Jet ihr sitzt, ihr könnt drosseln und das Vehikel in Querlagen bringen, auf Spitz stehen lassen oder im 90°-Winkel nach oben ziehen – alles klappt ohne Strömungsabriss, sodass ihr euch voll und ganz auf die Himmelsschlachten konzentrieren könnt. Schön und gut, aber noch/doch etwas fad. Das Salz in der Suppe sind die stylischen und cineastischen Action-Manöver, die ihr abrufen könnt. Dazu füllt ihr durch das Heranfliegen und Verfolgen des Gegners eine Anzeige. Ist diese komplett gefüllt, reicht ein simpler Druck auf den Y-Knopf und schon saust euer Jet mit einer akrobatischen Flugeinlage so hinter den Feind, dass ihr ihn bequem ins Jenseits befördern könnt.
All das fühlt sich dynamisch an und lässt euch wie Tom Cruise in Top Gun fühlen. Nicht zuletzt ist das dem autosteroskopischen 3D des Nintendo-Handhelds geschuldet. Die Entwickler von Namco verstanden es, die ohnehin beeindruckenden visuellen Effekte, wundervollen Landschaften wie auch tollen Modellen mit einer beeindruckenden Plastizität zu versehen, die auf der höchsten Stufe glücklicherweise keine Kopfschmerzen bereitet. Somit ist Ace Combat einer der wenigen Titel auf 3DS, der die Vorteile des 3D-Displays erstaunlich gut demonstriert. Selbst die Einsatzbesprechungen und Menüs profitieren vom Tiefeneffekt, die spannend inszenierten Wiederholungen eurer Einsätze sind wahres Eye-Candy.
Die schon angesprochene Steuerung ist ohne Fehl und Tadel, die KI aber durchaus aufbaufähig. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad schießt ihr die feindlichen Geschwader wie Tontauben vom Himmel. Dass ihr recht schnell euer eigenes Fluggerät mit aller technischem Schnickschnack aufrüsten könnt, macht die Sache nicht schwerer, sondern nur kürzer. Wer die Herausforderung liebt, sollte im Auslieferungszustand auf Totenkopfjagd gehen.