Alan Wake: Noch sieht alles friedlich aus.
Inhaltlich hat sich am Spiel nichts geändert. Ihr schlüpft in die Rolle des Bestsellerautors Alan Wake und macht mit eurer Frau Alice einen Trip in den Nordwesten der USA. Doch schon bald entpuppt sich euer beschaulicher Urlaubsort Bright Falls als ein Hort des Bösen. Wobei - passiert das alles wirklich oder bildet ihr euch das nur ein? Drehen die Stadtbewohner ernsthaft durch oder verliert ihr euren Verstand? Jedenfalls verschwindet Alice und ihr macht euch auf eine Reise durch die Hölle.
Alan Wake ist im Grunde die Spielumsetzung eines Stephen-King-Romans, den der "Meister des Horror" nie geschrieben hat. Ein Held am Beginn der Midlife-Crisis, alltägliche Dinge, die plötzlich verrückt spielen und normale Menschen, die auf einmal unglaublich furchtbare Dinge tun. Diesen Plot haben die Finnen herausragend inszeniert und sorgen für schaurig schöne Stimmung an den Bildschirmen. Dabei wird die Geschichte wie eine Fernsehserie inszeniert, inklusive einzelner Episoden und einer Zusammenfassung im Stil von "Was bisher geschah". Außerdem punktet das Spiel in den Details, wie beispielsweise einer Radioshow oder einer Fernsehserie, die ihr euch im Spiel anhören und ansehen könnt. Das ist perfekt präsentiert - allerdings kann das eigentlich Spiel da nicht ganz mithalten.
Licht und Schatten
Es geht auch spektakulärer. Mit einer Leuchtpistole könnt ihr mehrere Gegner ausschalten.
Eine wesentliches Spielelement ist das Licht. Wenn nämlich plötzlich unheimliche Wesen über euch herfallen oder sogar Baufahrzeuge zum Leben erweckt werden, könnt ihr sie mit eurer Taschenlampe kurz bremsen und schwächen. Das ist auch bitter nötig, denn ihr habt nur ein überschaubares Waffenarsenal zur Verfügung. Beispielsweise eine Pistole oder eine Schrotflinte. Im Prinzip laufen die einzelnen Abschnitte immer ähnlich ab: Plötzlich tauchen Feinde auf und ihr erledigt sie oder rennt zur nächsten Leben-spendenden Laterne, die praktischerweise auch als Speicherpunkt dient. Zum Glück sind die relativ fair verteilt, denn frei speichern dürft ihr nicht. Besonders abwechslungsreich ist das leider nicht und nur gelegentlich werden die Actionszenen durch Geschick- oder Rätseleinlagen unterbrochen. Die ausführliche Review zum Spiel findet ihr hier.
Extras für PC-Fans
Die PC-Version ist zwar inhaltlich identisch, aber die Grafik ist um einiges detailreicher und schärfer. Da das Spiel von seiner Atmosphäre lebt, ist das eindeutig ein Vorteil gegenüber der Konsolenversion. Außerdem könnt ihr jetzt das HUD ausstellen und schnell auf die bessere englische Tonspur wechseln. Die Masu/Tastatur-Steuerung ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber danach lässt sich damit deutlich genauer schießen als mit dem Gamepad. Zudem wird die PC-Version mit den beiden DLCs "The Writer" und "The Signal" veröffentlicht. Sie sind zwar nicht unbedingt notwendig zum Verständnis der Geschichte, aber sie liegen qualitativ deutlich über dem DLC-Durchschnitt, auch weil sie visuell teilweise sehr eigenwillig sind.
Alles dabei: Die Limited Edition der PC-Version von Alan Wake (Foto: Nordic Games)
Neben den DLCs gibt es für Käufer der Box-Edition, die am 2. März 2012 ein paar Tage nach der Steam-Variante erscheint, einige schöne Extras, welche teilweise mit der Limited Edition der Konsolenversion identisch sind - für einen günstigeren Preis. Die Standard-Variante beinhaltet neben den DLCs den hörenswerten Soundtrack sowie Postkarten und Sticker. Mit der Limited Edition bekommt ihr sogar noch Audiokommentare, ein Making-Off, Musikvideos und die Alan Wake Files. Diese fiktive Beweissammlung liefert einige Hinweise zu den Hintergründen um die Ereignisse in Bright Falls. Insgesamt betrachtet bekommt ihr mit der PC-Version das Alan-Wake-Rundumsorglos-Paket. Wenn ihr aber die Konsolensammlerausgabe und die DLCs bereits besitzt, lohnt sich die Anschaffung nur für beinharte Fans.