Zwei Storys
Ein Mann und seine Kettensäge: Der aus MadWord bekannte Jack Cayman
Zunächst war ich ein wenig überrascht. Die Vorgeschichte von Anarchy Reigns präsentiert sich in unbeweglichen Comics und englischen Texten. Da musste ich erst einmal überprüfen, ob ich meine Surround-Anlage überhaupt eingeschaltet habe. Doch tatsächlich: Die Geschichte wird völlig lautlos und mehr als trocken präsentiert. Habt ihr das einmal hinter euch gebracht (oder übersprungen), könnt ihr euch zwischen einem von zwei Charakteren entscheiden, mit denen ihr den kurzen Einzelspieler-Modus bestreitet. Kurz, weil ihr mit der jeweiligen, vergleichbar trockenen präsentierten Story innerhalb von drei Stunden durch seid. Wenigstens bekommt ihr hier Videos geboten!
Worum es geht, ist in wenigen Worten erzählt: Tötet den Bösewicht und schnetzelt euch dabei durch Horden von Gegnern! Und wenn ich von Horden schreibe, dann mein ich dies wortwörtlich so. Neben dem Hauptstory-Strang gibt es in der Kampagne noch etliche Nebenmissionen und sogar zahlreiche Boss-Kämpfe zu bewältigen. Dass es dabei keine deutsche Sprachausgabe geboten wird, ist noch verschmerzbar. Doch dass fehlen von englischen, geschweige denn deutschen Untertiteln ist schon etwas ungewöhnlich und ein kleines bisschen ignorant. Es sollte euch aber klar sein, dass das Verstehen des gesprochenen Textes gar nicht wirklich erforderlich ist, um der mehr als dünnen Story folgen zu können.
Brutal brutal!
Das Game geizt nicht an Effekten:
Die Kämpfe in den frei begehbaren Arealen lassen allerdings zunächst keinerlei Wünsche offen: Die Gegner könnt ihr mit einer breiten Palette an Moves und Finishing-Moves in Grund und Boden hauen. Die Fights sind grandios animiert und sehen klasse aus. Zudem sind sie überaus brutal. Blut spritzt in übertriebenen rauen Mengen. Leider stellt sich aber trotzdem allzu schnell eine gewisse Monotonie ein. Man hat schnell alles gesehen und bekommt kaum mehr Neues serviert.
Frischen Wind bringt aber der Multiplayer-Modus von Anarchy Reigns. Neben den Standard-Modi „Deathmatch“, „Capture the Flag“ oder „Survivor“ hat mich der „Death Ball“-Modus eine Zeitlang gut unterhalten. Dabei handelt es sich um ein Ballspiel, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten und versuchen, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen. Dass es dabei nicht gerade zimperlich zugeht, ist euch sicher klar.
Bekannte Gesichter
Bayonetta prügelt mit
Interessamt wird der Mulitplayer-Part von Anarchy Reigns außerdem dadurch, dass ihr Zugriff auf weitere Charaktere habt, die allesamt ihren eigenen Kampfstil mitbringen.Dazu zählen bereits aus anderen Platinum Games bekannte Kämpfer, wie Jack „Madworld“ Cayman, der mit seiner Kettensäge für Ruhe unter den Gegnern sorgt oder sogar die herunterladbare Hexe Bayonetta höchstpersönlich (in der Limited Edition enthalten). Wer keine Lust hat online zu gehen, kann auch gegen Bots antreten, deren KI allerdings zu wünschen übrig lässt.
Technisch gibt es auch hier nichts zu meckern. Die Arenen sind gigantisch und die Animationen und Kämpfe sehen im Mehrspieler-Part ebenso flüssig und stylisch aus. Das ganze Geschehen wird von einem fetzigen HipHop-Soundtrack stimmig untermalt, der zu gefallen weiß (wenn man auf diese Art Musik steht).