Hoch hinaus
Ihr seid der Zorn Gottes.
Der Turm von Babel: Er soll den Menschen zu Gott führen. Nette Idee – nur was, wenn der das gar nicht gerne sieht, wenn Hunderte von kleinen Männchen sein Wolkenwohnzimmer stürmen? Nein, das gehört verhindert. Und um auf Nummer sicher zu gehen, geben wir uns nicht mit Sprachentrennung zufrieden, sondern machen die Eindringlinge und ihre Bauten einfach platt.
Als Gott beherrscht ihr alle vier Naturgewalten: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Euch stehen jeweils zwei Angriffsarten sowie eine Spezialattacke zur Verfügung. So könnt ihr eure “Gegner“ einfrieren, verbrennen, durch die Luft schleudern oder ertränken. Die meisten Aktion enden tödlich, mit einer ganz besonderen Ausnahme: Dank einer Regenwolke könnt ihr eure “Feinde“ für einen kurzen Moment verlangsamen.
“Gegner“ und “Feinde“ setze ich nicht ohne Grund in Anführungszeichen. So haben die armen Wesen kaum etwas entgegenzusetzen. Genau genommen stolzieren sie stur wie blind das Gerüst des Turmes hinauf, mit dem Ziel, ihn fertig zu stellen. Größtenteils handelt es sich um Arbeiter, die Steine schleppen. Doch ab und an verirrt sich ein Priester hinzu, der sich dank seiner Magie gegen eines der von euch angewandten Elemente zu schützen weiß. Entsprechend müsst ihr ihn einfach mit einem anderen töten. Etwas später setzt ihr euch mit verzauberten Vasen auseinander, deren Träger ihr besser in Ruhe lasst. Ansonsten verliert ihr für ein paar Sekunden genau die Fähigkeit, mit der ihr den tödlichen Angriff ausgeführt habt.
Spaß gesucht
Die Arbeiter des Turms: Unermüdlich wie Ameisen.
Bautürme, mit denen vereinzelte Arbeiter den Turm von einem höheren Punkt aus besteigen, sowie Schiffe, die ab und an herbei schippern, sollten theoretisch für Abwechslung sorgen. Doch speziell letztere ziehen den Spielablauf nur in die Länge: Sobald sie ankommen, verlässt die Kamera den Turm und zeigt dafür das nackte Meer. Wie in einer simplen Schießbude feuert ihr schnöde Feuerbälle auf die Boote. Dieses Element fühlt sich enorm angetackert an, weil das eigentliche Spielgeschehen komplett einfriert.
Aber auch ansonsten ist Babel Rising kaum spannend und dafür sehr anstrengend. Eine Runde im Kampagnenmodus, der aus fünfzehn Levels besteht, dauert gefühlt viel zu lange, weil ihr eigentlich nichts anderes macht als ständig zwischen den Elementen zu wechseln. Zwar kommt später dank der Bautürme sowie aufgrund der magischen Vasen mehr Hektik ins Spiel. Doch das ändert nichts daran, dass ihr stupide einen Angriff nach dem anderen von euch gebt, ohne dafür groß belohnt zu werden.
Denn grafisch wie soundtechnisch ist kaum etwas los bei diesem Download-Only Titel. Die Präsentation erledigt ihren Job, fertig aus. In Sachen Steuerung habt ihr die Wahl zwischen einem behäbigen Joypad und einer anfangs witzigen, aber auf Dauer ermüdenden Kinect-Eingabe. Und im Multiplayer-Modus, der nur Offline funktioniert, könnt ihr entweder miteinander oder gegeneinander Menschen vom Turm befreien. Nur ändert sich auch dort wenig am dumpfen Spielprinzip.