Batman erstrahlt im vollen Glanz
Ein verbesserter Anzug ermöglicht Batman, während des Kampfes kinetische Energie aufzubauen. Wird diese Energie aktiviert, befindet sich Batman im B.A.T.-Modus und kann mehr Schaden austeilen und Feinde leichter aufspüren.
Vor etwas mehr als einem Jahr schickte uns Entwickler Rocksteady als Bruce Wayne/Batman auf die Gefängnisinsel Arkham City. Was wie der Vorgänger Batman: Arkham Asylum als Hau- und Prügelorgie begann, steigerte sich zu einem der wegweisenden Spiele der letzten fünf Jahre. War das Debüt schon von ausgezeichneter Qualität, konnte Batman: Arkham City in allen Bereichen noch ein paar Schippen drauf legen und überzeugte uns fast restlos. Xbox 360, PlayStation 3 und PC wurden bereits bedient, zum Start der neuen Wii U ist nun auch diese mit einer entsprechenden Umsetzung an der Reihe.
Wir konnten das Spiel schon vor einigen Monaten in Köln anspielen. Was wir dort erlebten glich jedoch einem Desaster: Die Grafik ruckelte, alles wirkte grob, die Steuerung war sehr schwammig und damit ungenau, der Gadget-Einsatz in dem eigens kreierten Demo-Level nervte. Ständig schauten wir hin und her, wurden vom HDTV auf das GamePad verwiesen und umgekehrt. Wir waren verwirrt. Und traurig...
Batman kann besser!
Joker & Harley: Ein ganz reizendes Pärchen
...aber nur bis zu jetzt veröffentlichten Version: Die lässt uns nämlich jubeln!
Spielerisch läuft bei Batman: Arkham City eh alles zusammen: Fledermausmann Bruce Wayne muss die Stadtviertel des gesetzlosen Landes unter seine Kontrolle bringen, schaltet deshalb der Reihe nach die Unterwelt Gothams vom Joker über Pinguin bis zu Two-Face aus. Daneben löst er Rätsel des Riddlers, vertreibt Schlägertrupps mit einer Tracht Prügel und sammelt Informationen über ein ominöses Projekt, das sein Erzfeind im Untergrund vorbereitet und welches das Leben in ganz Gotham City verändern kann.
Batman ist kein klassischer Superheld und auf seine Gadgets angewiesen: Batarang, Sprengstoffe, X-Ray-Visoren, Decoder, etc. trägt er wie immer an seinem Gürtel oder in seinem Anzug spazieren und nutzt diese per Knopfdruck. In den üblichen Fassungen. Die Wii U bietet all diese kleinen Wunderwaffen auf dem Touchscreen, wo ihr sie über den Schirm zieht, Codes antippt, Radiofrequenzen sucht oder die interne Wiki der Superschurken nach nützlichen Infos durchforstet – im konservativsten Falle zeigt euch der Controller eine Karte der näheren Umgebung an. Atmosphärisch: Nutzt ihr den Touchscreen schaut Batman ebenfalls auf sein Handgelenk, an dem der neue Batcomputer befestigt ist. Solche Details saugen euch regelrecht in die Welt Gothams und wirken nicht aufgesetzt. Welch ein Unterschied zur gamescom-Demo vor einigen Monaten!
Kleine technische Schnitzer
Arkham City "lebt" auch auf der Wii U
Einige Probleme hat auch diese Version von Batman: Arkham City noch, namentlich die Unreal Engine 3. Diese lädt nach einem Neustart eine ganze Weile noch Texturen in den Speicher, während ihr mit dem Flattermann an Häusern entlangspurtet, zerreißt das Bild ganz gerne mal oder präsentiert euch die schönsten Panoramen Arkham Citys als Diashow. Das war das Problem auf der PlayStation 3, das war das Problem auf der Xbox 360 und auf vielen PC-Systemen. Und nun eben auch auf Wii U. Glücklicherweise läuft ein Großteil des Spiels sehr stabil und flüssig, sodass ihr euch der hochspannenden und wendungsreichen Geschichte rund um den Joker und die Gefängnisstadt Arkham City widmen könnt. Hier und da fallen matschige Texturen inmitten der Post-Gotik auf oder die Framerate geht in die Knie, stilistisch könnt ihr diesem Titel jedoch keinen Vorwurf machen. Ein großes Lob haben nicht nur die Grafiker und Deisgner verdient, sondern auch die Tonspezialisten: Selbst die deutsche Synchro ist dermaßen humorvoll und pointiert, dabei selbstbewusst und atmosphärisch, dass man nur aus weitergehendem Interesse zur englischen Fassung schaltet...
Wii U-Spieler erhalten nicht nur das Hauptspiel samt neuem B.A.T.-Computer, sondern sämtliche Downloadinhalte wie die Catwoman-Missionen als vorinstallierte Zugaben. Der Spieleumfang von Batman: Arkham City beträgt gigantische 20 Stunden für die Hauptmissionen der Story, die Nebenmissionen selbst werden euch knapp 5 weitere Stunden an die Bildschirme fesseln.