Arg! Sand! Dreck! GARAGE!!! HILFE!
Die Wurzel allen Übels: Der Bagger aus der Innenansicht.
Der Bau-Simulator 2012 fängt angenehm harmlos: Ihr beginnt euren neuen Job bei einer Baufirma. Eure erste Aufgabe ist es, zu einem bald entstehenden Einfamilienhaus zu fahren und dort eine Garage zu errichten. Wäre genau diese zu erledigende Tätigkeit dort realistisch, der Protagonist des Spiels wäre besser mit Hartz-IV beraten. Ich habe geschlagene 45 Minuten benötigt, um mit einem kleinen Bagger eine markierte Fläche auszuheben und die Erde auf einen Laster zu hieven. Grund für diese Zeitverschwendung ist die miserable und alles andere als eingängige Steuerung des Fahrzeuges: Ihr nutzt die Cursor- und WASD- Tasten, um das Ding zu bewegen, die Schaufel zu kontrollieren und das Loch entstehen zu lassen. Dummerweise ist das alles andere als intuitiv, logisch oder gar einfach. Nicht einmal mit dem unterstützten Xbox 360-Joypad will das vernünftig klappen. Ich glaube, nach dieser 3/4 Stunde verdoppelte sich die Anzahl meiner grauen Haare. Grässlich! Eine echte Katastrophe! So macht das Spielen kein Spaß!
Zum Glück wendet sich das Blatt. Schon bald dürft ihr mit einem Teleskopkran das Dach der Garage aufsetzen. Das ist eine fordernde Angelegenheit, zumindest ich habe dies in einem Simulator der letzten Jahre noch nicht überstanden. Diese Geschicklichkeitsherausforderung ist eine Bereicherung für das Spiel. Nach und nach kommen ähnlich geartete Baustellen hinzu, bei denen ihr mal ein Schwimmbad errichtet, ein anderes Mal mit einem Gabelstapler Paletten an Ziegeln ausladet. Ganz amüsant ist das Bauen von Windrädern und einer Schule - vorausgesetzt, ihr kommt irgendwann einmal mit dem Bedienkonzept klar. Es ist zwar sinnvoll, zwischen Fahren und Aktionen (der jeweiligen Vehikel) zu differenzieren, letztlich muss die Kontrolle der großen Baumaschinen aber logisch und eingängig sein. Gerne auch komplex, solange sie nachvollziehbar ist. In meinen Augen ist das das Hauptproblem vom Bau-Simulator 2012. Nicht einmal der erste Patch hilft weiter.
Solide!
Zum Glück gibt es nicht nur Bagger!
Zwar ist das Spiel grafisch nicht auf der Höhe der Zeit, wirkt aber aufgrund des idyllischen Vorstadt-Szenarios mit Reihen- und Einfamilienhäusern authentisch. Dadurch sammelt der Bau-Simulator 2012 viele Pluspunkte. Sowieso gefällt mir das freie Herumfahren durch den hübsch präsentierten Ort hin zu den Baustellen gut. Die Physikengine kommt allerdings ausschließlich bei den Missionen zum Einsatz. Ihr bleibt gerne mal an Straßenschildern hängen, das ist unrealistisch. Vermute ich. Bei den Aufträgen wiederum sind die Darstellungen und Eigenheiten der Gerätschaften glaubwürdig und soweit gelungen. Trotzdem stören die teils verwirrenden Kameraperspektiven und die Clipping-Fehler sehr. Es fehlt sichtlich an einer präzisieren Kollisionsabfrage. Das vorhandene Radio braucht ihr aufgrund der üblen Melodien gar nicht erst einschalten, die Soundeffekte dagegen passen gut.
Ein Lob verdient sich schließlich der Fuhrpark. Der ist reichhaltig und bietet eine ganze Menge, vor allem nach ein paar Spielstunden. Dann nutzt ihr einen Betonmischer, andere Baggerarten oder einen Radlader. Seid ihr mal zu Fuß unterwegs, zeigen die Entwickler auch, dass sie in der Lage sind, attraktive Figuren zu basteln. Fein!