Kaum geht es los...
Grundsätzlich gibt es an den Gefechten in Call of Duty: Black Ops - Declassified wenig auszustezten. Aber...
Verantwortlich für Call of Duty: Black Ops - Declassified zeigt sich nicht CoD: Black Ops II-Macher Treyarch, sondern Nihilistic Software, die mit Resistance: Burning Skies bereits einen Ego-Shooter für die PS Vita abgeliefert haben. Leider haben diese Erfahrungswerte aber nicht dazu ausgereicht, uns einen auch nur halbwegs ordentlichen Einzelspieler-Modus bieten zu können.
Allein die sogenannte Kampagne hat diesen Namen nicht wirklich verdient: Sie besteht aus zehn aneinandergereihten Missionen, die durch eine sehr vage angedeutete Storyline miteinander verwoben wurden. Jede dieser Missionen dauert maximal fünf Minuten, was bedeutet, dass die komplette Kampagne in weniger als einer Stunde durchgespielt werden kann! Verhindert wird dies nur dadurch, dass es innerhalb der Missionen keine Speicherpunkte gibt. Werdet ihr am Ende der stets schlauchartig angelegten Areale doch noch von einer feindlichen Kugel erwischt, geht es wieder komplett zurück zum Anfang. Immerhin bekommt man dadurch die Möglichkeit, die Positionen der Gegner auswendig zu lernen, denn die warten stets exakt an derselben Stelle auf euch. Ist die Aufgabe bewältigt, wird anhand des gewählten Schwierigkeitsgrads, der benötigten Zeit und der Trefferquote ein Punktestand berechnet, mit dem ihr euch in Online-Leaderboards verewigt.
Die Skimaske: Zeitloser Klassiker aller Terroristen!
Theoretisch könnte man anschließend versuchen, nochmals eine bessere Leistung abzuliefern. Praktisch habe ich aufgrund der monotonen Schlauchlevel und der unausgewogenen Gegner-KI zumeist davon abgesehen: Die feindlichen Soldaten sind einerseits oftmals so dumm, dass sie meinen direkt vor ihnen stehenden Elite-Kämpfer komplett übersehen und stattdessen intensiv die leere Ecke daneben inspizieren. Anderseits verfügen sie immer wieder über hellseherische Fähigkeiten und fangen bereits aus allen Rohren zu ballern an, bevor ich mich überhaupt dem Raum genähert habe, in dem sie sich befinden. Ähnliches bei der Treffsicherheit der KI-Kameraden: Wenn ich zwei Mal hintereinander dasselbe Szenario spiele und dabei auch nicht den Schwierigkeitsgrad verändere, kann sich die Leistung desselben fiesen Terroristen trotzdem von "trifft den Boden nicht, auf dem er steht“ zu "Weltklasse-Scharfschütze“ wandeln. Soviel zum Thema "ausgewogenes Balancing“.
... ist es auch schon wieder vorbei!
Die Kampagne ist also nach einer Stunde abgehackt, aber es gibt ja noch zwei weitere Spiel-Modi! Dies wäre zum einen die "Zeitattacke“, die mit ihren fünf Levels nochmals für rund 15 - 20 Minuten Spielspaß sorgt. Länger wirklich nicht, da wir darin lediglich auf Pappkameraden ballern. Die einzige Herausforderung: Terroristen (die mit den Kopftüchern und den Kalaschnikows) von Zivilisten (verängstigt dreinblickende Krawattenträger) zu unterscheiden, um am Ende die maximale Punktzahl zu ergattern. Und ja: Dies ist so aufregend wie es klingt!
Schließlich wäre da noch der "Feinde“-Modus, in dem wir auf Multiplayer-Maps gegen immer größer werdende Gegnerwellen antreten. Also ein Horde-Modus ohne Mitspieler, der nochmals eine gute halbe Stunde interessieren kann. Wenn wir also zusammenrechnen und dabei großzügig aufrunden, lässt sich sagen, dass Call of Duty: Black Ops - Declassified famose zwei Stunden Einzelspieler-Freuden zu bieten hat.
Multiplayer mit Macken
Die MP-Maps sind zwar klein, aber durchaus abwechslungsreich angelegt.
Dann muss eben der Multiplayer-Part die Kohlen aus dem Feuer holen! In diesem dürfen sich bis zu acht Vita-Frontsäue in vier bzw. fünf unterschiedlichen Varianten bekriegen. Dazu zählen der Free for All-Modus (alle gegen alle) und das klassische Team-Deathmatch, in dem 4vs4-Partien ausgetragen werden. Teamkämpfe bieten auch die Modi "Abschuss Bestätigt“, bei dem wir die Marken der gekillten Mitspieler aufsammeln müssen, und "Abwurfzone“, in dem es um die Eroberung bzw. Verteidigung von Zonen geht. Und schließlich hätten wir noch die "Team Taktik“, in der wir via Zufallsgenerator eine der drei teambasierten Modi spielen.
Insgesamt eine geringe Auswahl, die aber dank des schnellen Gameplays ordentlich Spaß macht. Vorausgesetzt, man schläft nicht während der unglaublich langen Ladezeiten ein und/oder fliegt aufgrund von Verbindungsproblemen nicht gleich wieder aus einer Partie raus. Ist die Multiplayer-Schlacht geschlagen, bekommt ihr für eure Taten Erfahrungspunkte zugesprochen, mit denen ihr neue Waffen und Modifikationen freischalten könnt.
Noch ein Wort zur Grafik und dem Sound von Call of Duty: Black Ops - Declassified. Zwar haben wir beispielsweise beiUncharted: Golden Abyss gesehen, dass man aus der PS Vita optisch noch deutlich mehr herausholen kann, trotzdem gehen der ansehnliche und stimmige Look sowie die ordentliche Soundkulisse soweit in Ordnung. Gleiches gilt für die Steuerung, die keine Probleme bereitet und mit der jeder Pad-Veteran ohne großartige Einweisung sofort zurechtkommt.