Zelte aufschlagen
Trauriger Urlaub, hm? Ach, so schlimm ist es gar nicht.
Viel muss ich zum Camping-Manager 2012 eigentlich nicht sagen, oder? Eure Aufgabe ist es, in etlichen Gebieten Europas Zeltplätze aufzubauen und erfolgreich zu führen. Neben der Kampagne steht auch ein Endlosmodus zur Verfügung, mit dem ihr den Rest eures Lebens verbringen könnt. Wenn ihr mögt. Jedenfalls ist das Grundprinzip schnell verstanden, hält sich der Titel doch an den bewährten Aufbauspiel-Konventionen. Mit einem kleinen Budget legt ihr los, wählt Orte für Zelte, Campingwagen oder Chalets, stampft Imbissbuden aus dem Boden, ziert das Gebiet mit Bäumchen, Brunnen, Sträuchern und sorgt für Unterhaltung sowie zufriedene Gäste. Diese wollen beispielsweise Wasser an ihrem Zelt, eine Toilette oder Duschen.
Klingt simpel? Ist es auch! Und sehr flott habt ihr die Feinheiten begriffen. Klos sollten halt nicht zu nah an den Zelten stehen, das sorgt für schlechte Ambiente-Punkte des jeweiligen Ortes. Und Trampoline oder Rutschen für die Kids erzeugen Lärm. Auch nicht optimal. Letztlich ist es das Ziel, die zur Verfügung stehenden Objekte möglichst bedacht anzuordnen, sodass ihr einen reizvollen Campingplatz erhaltet, der den virtuellen Besuchern gefällt. Nur dann lassen sie schnöden Mammon da, indem sie sich Eis kaufen oder hohe Platzgebühren zahlen.
Ganz einfach! Zu einfach!
Ein visuell akzeptables Gewusel auf dem Bildschirm.
Ehrlich gesagt bereitet mir das simple und sofort ersichtliche Spielkonzept Freude. Loslegen und einen Campingplatz aufbauen, optimieren und Geld scheffeln. Dafür, dass der Camping-Manager 2012 von einer Person entwickelt wurde, funktioniert das Gebotene sogar ganz gut. Dumm nur, dass es andererseits etliche Defizite hagelt. Die 50 wählbaren Objekte unterscheiden sich zwar voneinander, doch ich sehe keine Differenzen zwischen „Chalet 1“ und „Chalet 3“. Zum Beispiel. Viele Aspekte sind dubios und erklärt der Entwickler nicht. Wieso ein Campingwagen unbeliebt ist? Das erfahrt ihr nur zufällig, genauso ist nicht klar, wieso die einen Menschengruppen glücklich sind und die anderen nicht. Feine Analysen zum Verbessern des eigenen Platzes fehlen schlichtweg. Außerdem wiederholen sich die Aufgaben ständig. Nach zirka zwei, drei Stunden habt ihr alle zur Verfügung stehenden Optionen ausgeschöpft. Dann folgt Routine. Und noch schneller die Langeweile. Es fehlt die Komplexität und der Tiefgang - genau das, was ich von einer hochwertigen Aufbausimulation erwarte.
Grafisch ist der Camping-Manager 2012 nicht berauschend. Nennen wir es mal freundlicherweise zweckmäßig. Aber ehrlich gesagt stört mich dieser Aspekt noch am wenigsten. Die Steuerung ist stellenweise unlogisch, beispielsweise das Drehen von Gebäuden. Ich dachte zu Beginn, dass dies gar nicht möglich wäre. Naja. Und grundsätzlich inakzeptabel sind die sporadischen und nicht nachvollziehbaren Abstürze - und das, obwohl Astragon bereits zwei Patches anbietet. Ärgerlich.