Castlevania schafft es auch auf den Nintendo 3DS! Kommt Mirror of Fate an die Qualität der Vorgänger heran?
Wow, sieht das gut aus! Ist das überhaupt noch der Nintendo 3DS?!
Als ich vor einigen Wochen in München auf Nintendos Post-E3-Event war, habe ich es zeitlich leider nicht geschafft, mir das neue Castlevania für den 3DS anzuschauen. Umso gespannter war ich natürlich darauf, es auf der gamescom anzuspielen - schließlich will ich mir das Spiel auf keinen Fall entgehen lassen, nachdem ich schon die spirituellen Vorgänger auf dem DS super fand, allen voran das hervorragende Order of Ecclesia. Nachdem ich nun den 3DS aufgeklappt und die Demo gestartet hatte, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Ich habe kein 3DS-Spiel in Erinnerung, das auch nur annähernd so fantastisch aussieht wie Castlevania: Mirror of Fate. Die 3D-Kulissen sprühen nur so vor Details, die Animationen sind herrlich flüssig - man hat tatsächlich das Gefühl, Mercury Steam hätte das große Lords of Shadow auf das kleine System gepackt. Wie das finale Spiel aussehen wird, das ja vor kurzem erst in das nächste Jahr verschoben wurde, kann ich mir kaum ausmalen. Es ist wirklich beachtlich, was die Entwickler aus dem kleinen Nintendo 3DS herausgekitzelt haben. Besonders der 3D-Effekt besticht durch eine tolle Raumtiefe und kaum vorhandenes Ghosting.
Wo die Protagonisten ihre Peitsche schwingen, wächst kein Gras mehr - großartige Kämpfe!
Natürlich geizt auch Mirror of Fate nicht mit fetten Gegnern.
Zwischen Metroid und Lords of Shadow bleibt nur noch Mirror of Fate
Obwohl die Kulissen gänzlich dreidimensional sind, findet das Spielgeschehen nach wie vor auf zweidimensionaler Ebene statt, ganz so, wie man es von den klassischen Castlevania-Spielen gewohnt ist. Allerdings gaben die Entwickler schon vor einer Weile bekannt, dass sich der 3DS-Ableger etwas vom beliebten Metroidvania-Prinzip entfernen möchte. Stattdessen wird wohl ein größerer Wert auf die Kämpfe gegen kleine Standard-, mittlere Zwischen- und mächtige Bossgegner gelegt. Das Kampfsystem macht auf jeden Fall optisch wie spielerisch schon einiges her, da der jeweilige Protagonist - man wird im Spiel zwischen drei Figuren wechseln: Simon, Alucard und Trevor - seine Peitsche gekonnt durch die Lüfte schwingt und einiges an Möglichkeiten besitzt, den Feinden den Garaus zu machen. Man sollte selbstverständlich kein Kampfsystem erwarten, das in einer Liga mit dem großen Castlevania: Lords of Shadow oder God of War spielt, allerdings ist die Vielfalt der Techniken schon jetzt ziemlich umfangreich und breit gefächert. Neben dem typischen Blocken und Ausweichen beherrschen die Figuren den Uppercut, Distanz- wie Nahangriffe, brachiale Finishing-Moves sowie Rundumschläge und Combo-Ketten. Die Skelette in der Demo widersetzten sich meinen Angriffen jedoch durchaus intelligent und konterten teilweise sehr geschickt, sodass es unerlässlich ist, taktisch vorzugehen. Eine Schnetzelorgie wird Mirror of Fate nicht werden.
Neben den Kämpfen bietet Castlevania: Mirror of Fate die traditionelle Mischung aus Erkundung und Rätseln, welche in unregelmäßigen Abständen eingestreut werden. In der umfassenden Testversion bestand ein Teil zum Beispiel daraus, sich einen Schlüssel zu besorgen, der erwartungsgemäß an einer ganz anderen Stelle in der Welt zu finden war. Um dorthin zu gelangen, musste man an Decken entlang schwingen, sich an Kanten hinauf ziehen, in klassischer Jump'n'Run-Manier über Kronleuchter hüpfen und darauf achten, nicht die Orientierung zu verlieren. Damit dies nicht passiert, serviert euch Mirror of Fate auf dem unteren Bildschirm des Nintendo 3DS eine Karte der Spielwelt. Diese ist zwar frei begehbar, allerdings benötigt man immer wieder neue Gadgets, Techniken und Zauberkräfte, um wirklich vorwärts zu gelangen - das Metroid-Schema greift also doch mehr, als es Mercury Steam ankündigte. Der Touchscreen wird übrigens nur für Karte und die Menüführung benötigt, Wischeinlagen oder ähnliche Elemente gab es in der Anspielversion nicht zu sehen.