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Death Road

Active Zone Group
Immanitas Entertainment
Rennspiel
02.07.2012
k.A.
PC

Bewertung
USK
  12.07.2012   0 Kommentare   654 Klicks
Death Road 6,5 2

Death Road Spieletest

Auf den Spuren von wipEout

Uh, solch einen Klon hatten wir lange nicht mehr: Death Road schreit geradezu “Ich möchte gern ein wipEout sein!!!“. Futuristische Wettrennen, tödliche Kanonen, grell-neonbunte Lichter… was möchte man mehr? Gute Spielbarkeit? Gescheite K.I.? Interessante Kampagne? Tja…

Verfolgungsjagd

Düster und bunt zugleich: Der Ersteindruck stimmt.

Hach, wie schön: Death Road hat keine Story. Starten. Klicken. Losfahren – entweder in der Kampagne oder für ein Einzelrennen. Wunderbar, da kann ich mir die Zusammenfassung hanebüchener Aufhängerplots komplett sparen. Und, hui: Die Aussicht auf der Rennstrecke gefällt. Die Umgebung sieht so schön bunt und feinpixelig aus, dazu hämmert eine kerniger 08/15-Techno-Musik im Hintergrund. So muss das sein – vielleicht ist Death Road gar ein kleiner Sleeper-Hit?

Die positiven Meldungen behalten zunächst die Oberhand: Ich gebe Gas und die Rennstrecke flutscht flüssig unter meinem Gleiter hinweg. Da, was ist das? Ein orangefarbenes Kästchen! Ich nehme es auf und habe… meine Energie regeneriert! Na, was ein Glück. Denn meine hinter mir liegenden Kontrahenten ballern ununterbrochen auf mich ein. Wo ist eigentlich meine Energieanzeige? Da in der Mitte, der dünne, unscheinbare Balken…? Ach, egal: Einfach weiterfahren. Vor mir sind schließlich zwei weitere Gegner, die ich noch bis zum Ziel abfangen muss. Die baller ich jetzt mal weg: Ich drücke auf die Feuertaste, schieße eine Salve ab und… irgendwie ist nicht viel passiert. Meine Munition versiegt nach ein paar Sekunden und der klar sichtbare Energiebalken meines Opfers hat sich nicht wirklich verändert.

Na gut, dann knacke ich die beiden eben mit Highspeed: Ich rase und rase und rase und rase… und komme nicht ran. Ach verdammt, jetzt rattere ich auch noch gegen die Bande. Mein Gott, bei dem Tempo, das hier veranschlagt wird, komme ich doch nie wieder an meine Mitstreiter ran. Soll ich am besten gleich aufgeben? Ich überlege noch kurz und… hui, da sind sie ja wieder! Das ging aber flott. Hab ich einen Extraboost erhalten? Den gibt es zwar, aber nein – an dem bin ich just zuvor vorbei gerauscht. Komme ich vielleicht jetzt mit dem magischen Aufwind nach vorne? Hm… auch nicht. Bin ich hier etwa Opfer eines… Gummibands?!?

So nah dran…

Überholen schwer gemacht - dank Gummiband.

Ernsthaft: Death Road hinterlässt einen guten Ersteindruck, der jedoch beim ersten direkten Wettkampf mit der K.I.-Konkurrenz empfindsam gedämpft wird. Solch ein nervtötendes Gummiband habe ich selten erlebt, denn der beschriebene Erfahrungsbericht ist leider kein Einzelfall: Es ist extrem leicht, einen Rückstand aufzuholen, und es ist gleichwohl schwer, am Führenden vorbei zu düsen geschweige denn, einen Vorsprung heraus zu fahren.

Die ersten Rennen sind trotzdem nicht schwer, das heißt ein dritter Platz, der mindestens von Nöten ist, habt ihr rasch erreicht. Aber es dauert nicht lange, bis es biestig wird. Obwohl ich stetig neue Fahrzeuge sowie ein paar alternative Schusswaffen frei schalte, habe ich kaum das Gefühl, dass sich etwas ändert. Das Bild bleibt irgendwie gleich: Ich komme schnell an die Gegner ran, aber zäh an ihnen vorbei. Das fällt ganz besonders im Elimination-Modus auf, bei dem ihr ohne Waffen auskommen müsst. Stattdessen fliegt alle paar Sekunden der letztplatzierte Gleiter aus dem Rennen. Bei einem bestimmten Rennen dieser Art war ich nach der ersten Kurve zweiter, flitzte hinter meinem Vordermann fehlerfrei her und sammelte sowie nutzte fleißig die Extraboosts, die auf der Strecke herumlagen. Trotzdem kam ich keinmal an ihn heran.

Konfuse Action

Hinter den Gegnern seid ihr sicherer...

Es kommt noch schlimmer, denn der Schusswechsel mit den Gegnern verkommt fast schon zum Glücksspiel. Mein Geballer mit der Standardkanone richtet wie erwähnt kaum Schaden an, hingegen man selbst dem Feuer der computergesteuerten Fahrzeuge praktisch hilflos ausgeliefert ist. Grund: Man kann so gut wie gar nicht ausweichen. Erst ab der Hälfte der Kampagne kommen ein paar Minen ins Spiel, mit denen ihr eure Verfolger zumindest ärgern könnt. Aber ansonsten ist es eigentlich wenig ratsam, das Feld von der ersten Runde an anzuführen. Die Gefahr in solch einer Position abgeschossen zu werden ist aufgrund von Gummiband sowie der mangelnden Verteidigungsmöglichkeiten immens hoch.

Dies ist speziell bei den Combat-Rennen ein echtes Ärgernis: Ein solches gilt als beendet, wenn eine bestimmte Anzahl von Gleitern zerschossen wurde. Derjenige, der zuletzt dran glauben musste, landet fieserweise auf dem Loser-Platz. Ansonsten gilt die Reihenfolge, wer an welcher Position zum Abbruchzeitpunkt lag. Bei solchen Sieg- und Niederlagebedingungen ist es nahezu unmöglich, geplant einen der ersten drei Ränge zu belegen.

Auch die anfangs noch für gut befundene Spielbarkeit leidet auf dem zweiten Blick unter ein paar hässlichen Mankos. So sind die Auswirkungen einer Kollision mit der Streckenbegrenzung oder einem Hindernis (vornehmlich Fässern) unberechenbar. Meist passiert nicht viel, doch ab und an verkanntet sich mein Gleiter oder gibt ganz den Geist auf, woraufhin ich wie nach einem Abschuss ein paar Sekunden bis zum Restart warten darf. Richtig übel wird es, wenn sich euer Untersatz halb dreht und mit der Nase unfreiwillig zur Seite zeigt: Aus einer solch misslichen Lage könnt ihr euch nur sehr schwer befreien, allein weil es keinen Rückwärtsgang gibt.

Zum Schluss kratzt der minimalistische Aufwand der Kampagne dann doch noch an der Atmosphäre: Die einzelnen Rennen hinterlassen einen wild zusammengetackerten Eindruck, anstatt eine gut ausgedachte Wettbewerbsserie zu präsentieren. Schnell denkt ihr euch: Weshalb und für was fahre ich hier überhaupt?

Fazit - Death Road Spieletest

Andy1977

In meinen ersten Jahren als Kritiker bekam ich viele Spiele wie Death Road zu Gesicht: auf den ersten Blick ambitioniert wie schick anzusehen, aber letztlich unausgegoren. So schön die Strecke auch aussieht und so leicht der Einstieg ist: Der hässliche Gummiband-Effekt holt euch schnell auf den Boden der Tatsache zurück.

Aus der erzwungenen Spannung wird schnell Langeweile. Ich fühle mich in keiner Weise belohnt, sofern ich der Erste werde. Dafür bin ich sofort frustriert, wenn das Rennergebnis enttäuscht. Die Waffen vermitteln kaum Wirkung. Einzelne Event-Modi (allen voran Combat) verkommen im Ballerchaos zum Glücksspiel. Zusammengenommen überdecken diese Mängel sämtliche trivialen Vorteile, allen voran die Präsentation. Am Ende bleibt das traurige Fazit: Es gibt Schlimmeres, aber noch mal spielen möchte ich Death Road nicht.

Bewertung
„Es gibt schlimmeres, aber noch mal spielen möchte ich Death Road nicht.”

Vorteile Nachteile
Schicke Präsentation
Übertriebener Gummiband-Effekt
Flotter Einstieg
Kaum Verteidigungs- oder Ausweichmöglichkeiten für den führenden Spieler
Solide Technik
Neue Fahrzeuge oder frische Waffen unterscheiden sich kaum vom alten Krams
Bewertung
„Es gibt schlimmeres, aber noch mal spielen möchte ich Death Road nicht.”

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