Manche Bücher sind voller Magie. Sie tragen den Leser an Orte, die kaum vorstellbar sind, verzaubern mit wundervollen Ideen und packen uns mit einer spannenden Handlung. Philipp Pullmans „Der Goldene Kompass“ ist so ein Buch. 1995 ursprünglich als reines Kinderbuch erschienen, war es bald auch bei Erwachsenen beliebt und die abschließenden Bände der Trilogie, „Das Magische Messer“ und „Das Bernstein-Teleskop“ wurden Bestseller. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood eine Verfilmung wagen würde und nun kommt unter der Regie von Chris Weitz der erste Teil ins Kino. Starbesetzt mit Nicole Kidman und Daniel Craig macht der unterhaltsame, aber wirre Mix aus „Alice im Wunderland“, „Der Herr der Ringe“ und „Die Chroniken von Narnia“ vor allem wieder Lust aufs Lesen.
Die Handlung
Die 12-jährige Waise Lyra Belacqua lebt mit ihrem Freund Roger im Jordan College von Oxford. Doch diese Erde ist nicht wie unsere, denn in Lyras Welt ist Magie allgegenwärtig und die Lüfte werden noch von Zeppelinen dominiert. Jeder Mensch hat auch einen kleinen Dämon an seiner Seite, ein Tierwesen, das ihn auf allen Wegen begleitet. Doch die Idylle trügt, denn das Magisterium, eine allmächtige Verwaltung, unterjocht das Volk und entführt kleine Kinder. Lyra ist das aber zunächst egal, denn wohlbehütet durch die Lehrer und ihren Onkel Asriel, lebt sie in ihrer eigenen heilen Welt. Aber ihr Onkel fordert den Zorn des Magisteriums heraus, als er durch seine angeblich frevelhaften Untersuchungen beweisen will, dass es auch andere Welten gibt. Alles hängt zusammen mit dem geheimnisvollen „Staub“, einer magischen Substanz, die die Erwachsenen vor den Kindern verheimlichen wollen. Als Lyras Freund Roger vom Magisterium entführt wird, macht sie sich auf zu einer Reise bis ans Ende der Welt. Kurz zuvor erhält sie noch einen geheimnisvollen goldenen Kompass und plötzlich macht das Magisterium Jagd auf das kleine Mädchen. Auf ihrer Flucht trifft sie dabei auf Hexen, Cowboys in Luftschiffen, Zigeuner der Meere und im eisigen Norden auf das mächtige Volk der Eisbären. Hier entdeckt sie schließlich das grausige Geheimnis des Magisteriums.
Mehr ist nicht immer besser
Die Hintergrundgeschichte von „Der Goldene Kompass“ ist prall gefüllt mit fantastischen Ideen und tiefgründigen Fragen über Physik, Philosophie oder Religion. Nicht zuletzt wegen Letzterem wird Pullmans Werk gerne auch als Gegenentwurf zu den religiös-verbrämten „Narnia“-Chroniken betrachtet. Doch davon ist im Film wenig zu spüren. Wie es sich nun mal für einen Hollywood-Blockbuster gehört, knallt und zischt es an allen Ecken, zugekleistert von einem aufdringlichen Soundtrack, der das ein oder andere Mal arg an „Herr der Ringe“ erinnert. Lyras Welt ist dabei eine Mischung aus dem England des 19. Jahrhunderts und ein bisschen „Steampunk“. Genug Spielraum für ein aufwendiges Spektakel, doch in Sachen Effekte bleibt der Film hinter den Erwartungen zurück. Besonders die Tieranimationen sind nur durchschnittlich und sind kaum realistisch. Vieles wirkt an dem Film übereilt fertig gestellt und ohne die Detailverliebtheit eines Peter Jackson.
Ohne Herz
Dabei lässt sich das Drehbuch wenig Zeit für Feinheiten und die Szenerie wechselt in einem rasanten Tempo. Das alles wäre nicht schlimm, doch manchmal hat man das Gefühl, das dem Film etwas mehr Zeit gut getan hätte. Mit knapp zwei Stunden Spieldauer ist „Der Goldene Kompass“ ein Leichtgewicht im Vergleich zu „Harry Potter“ & Co. Sicher muss bei einer Literaturverfilmung einiges gekürzt werden, doch hier fehlen wesentliche Handlungsschritte. Kaum eine Figur wird eingeführt und so geht alles Schlag auf Schlag. Die Schauspieler können dabei machen, was sie wollen. Egal ob Dakota Blue Richards als Lyra ihr erstaunliches Talent aufblitzen lässt oder Nicole Kidman, die als Miss Coulter ihre böse Seite zeigen darf. Den schlimmsten Fehler begeht das Drehbuch aber, da es das dramatische Ende der Vorlage entscheidend verändert. Man muss sich wirklich fragen, was im Kopf des Drehbuchautors vorging und bin gespannt, wie das in der Fortsetzung aufgelöst wird.
Enttäuschung
„Der Goldene Kompass“ hätte eines der ganz großen Fantasy-Highlights des Jahres werden können, doch stattdessen wirkt er nur wie eine Trailershow aus dem Pullman-Universum. Das ist auch das Beste am ganzen Film, denn es macht Lust auf das Original. „His Dark Materials“, wie die Reihe im Original heißt, ist eines der besten Fantasy-Epen überhaupt und es hätte eine bessere Umsetzung verdient. Leicht könnte man jetzt die Schuld Regisseur und Drehbuchautor Weitz zuschieben, doch ehrlich gesagt glaube ich, dass das Studio den Film auf eine kurze, multiplex-taugliche Laufzeit gekürzt hat. Das macht mir Hoffnung auf eine DVD in der Extended Version und auf die folgenden Fortsetzungen. Die Vorlage ist einfach zu gut, um sie vollends zu verhunzen. Bis es aber soweit ist, kann ich jedem nur einen Ratschlag geben: Lest mal wieder!
Das Spiel zum Kinofilm
Sega konnte sich die Videospiel-Rechte vom „Der Goldene Kompass“ – Kinofilm sichern. Herausgekommen ist ein typisches Action-Adventure, das man in der NintendoDS-Version niemanden empfehlen kann. In den „großen“ Fassungen für Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, PSP, Wii und PC darf man in die Haut der drei Protagonisten schlüpfen, um elf weitläufige Szenarien zu erkunden. Pan, Eisbär und Lyra besitzen individuelle Fähigkeiten, die beim Kämpfen oder Lösen von Rätseln genutzt werden können. Die Besonderheit ist weiterhin, dass sich Pan in vier Kreaturen verwandeln kann, um gegen etliche Monster und die Gobblers vorzugehen bzw. bestimmte Aufgaben zu meistern. Ein solides, wenn auch wirklich nicht herausragendes Abenteuer erwartet Filmfans, schließlich basiert das Spiel mehr auf dem Streifen und weniger auf der Buchvorlage.
Verlosung: Gewinnt drei ´Der Goldene Kompass´-Fan-Pakete
Im Rahmen unserer „Der Goldene Kompass“-Filmvorstellung verlosen wir drei attraktive Fanpakete bestehend aus je einem „Der Goldene Kompass“ – Buch und einem Film-Quizbuch.
Um einen dieser Preise zu ergattern, müsst ihr einfach nur eine simple Frage beantworten:
Wann startet(e) der Film „Der Goldene Kompass“ in den Kinos?
Die Lösung schickt ihr per Email an Gewinnspiel@DemoNews.de. Gebt bitte eure Postadresse an, damit wir euch die Preise im Falle eines Gewinns zusenden können. Wie immer ist der Rechtsweg ausgeschlossen, Redakteure von DemoNews.de können nicht an der Verlosung teilnehmen.
Einsendeschluss: 16.12.2007, 23.59 Uhr