Wir schrieben das Jahr 2000, genauer gesagt war es der 29. Juni, als sich für einige Spieler zum nunmehr zweiten Male das Tor zur Hölle öffnete. An diesem Tag veröffentlichte Publisher Blizzard sein Hack´n´Slay-Adventure Diablo 2. Endlich durften die Spieler gegen Diablo und seine Knappen antreten, das Battle.net und die Gegenden erkunden. Man durfte von Lut Gholein aus ins Lager der Jägerinnen reisen und die imposantesten Zauber der damaligen Zeit bestaunen. Knapp ein Jahr danach, am 28. Juni 2001, öffnete sich mit der Erweiterung Diablo 2: Lord of Destruction das Tor zu einer weiteren, einer anderen und zugleich böseren Welt. Plötzlich war Akt5 begehbar und mit Baal wartete ein weiterer Widersacher darauf, kräftig eine verpasst zu bekommen.

Mich erreichte das Diablo-Fieber im August 2000. Ich lieh mir die CDs von einem Bekannten und hielt zu Beginn nicht wirklich was vom Abenteurer-Dasein. Doch das sollte sich schon bald ändern. Mein Barbar arbeitete sich langsam gen Level 6 vor - neue Skills, neue Items, neue Gegenden. Dann folgte irgendwann Level 12, wieder neue Items und neue Gegenden. Als ich das Spiel dann nach zwei Tagen exzessiven Zockens abgeben musste, war es wie der Verlust eines Kindes. Da ich meinen kleinen
Schnitzlor-Barbaren bereits auf Level 32 hatte, wollte ich ihn nicht einfach aufgeben, zu groß war das Verlangen, ihn im Neunziger-Bereich zu sehen. Kurzerhand kaufte ich mir meine eigene Version des Spiels und infizierte meinen Vater, meinen besten Freund und einige Klassenkameraden mit meinem teuflischen Hobby. Das Fieber griff um sich und ehe man sich versah, war man in ein
Wie stark ist denn Dein Charakter-Gespräch verwickelt. Doch all das sollte nur noch mehr zum Kult beitragen. Die ersten Battle.net-Erfahrungen wurden gemacht und man entdeckte den Profi-Hardcore-Modus. Anders als im Softcore galt hier: Wer stirbt, bleibt tot. Klingt plausibel. Damals, ganz ohne PKs
(Spieler, die andere Spieler hinterlistig töten) und einigermaßen lagfrei, machte das Ganze enorm viel Spaß. Das Adrenalin pumpte durch den Körper. Doch dann, irgendwann 2003, starb Diablo für mich. Nicht nur virtuell zum 100drölfzigsten Male, nein: Diablo starb für mich als Spiel. Ich wollte weg von der Sucht, weg davon, nachts aufzustehen und vor der Schule vielleicht noch 1-2 Runenquests zu machen oder einige neue Skillungen der Charaktere auszuprobieren. Diablo stahl mir einfach zuviel Zeit meines Lebens, also: Spiel verkauft, Account gelöscht und aus den Augen, aus dem Sinn. Was mit Ex-Freundinnen klappt, sollte bei einem Höllenfürsten ja nicht wirklich schwer sein.
Blizzard hatte - zu meinem Verdruss - bereits die nächste Überraschung parat und bot mir mit
WarCraft 3 eine extremere Spielwelt, nur für mich... doch das ist ein anderes Thema. Nun, vor knapp 5 Wochen betrat ich unseren Clan-Teamspeak-Server und was musste ich entdecken? Neben den bekannten WC3-, Trackmania- und UT-Channels gab es einen neuen. Ich hatte gehofft, dass es nie soweit kommt. Doch da stand es:
=Diablo 2 - Hardcore=-Channel. Ich traute meinen Augen kaum und betrat den Channel. Kurz abgecheckt - und mein Albtraum bewahrheitete sich. Obwohl ich meine Clankollegen bereits seit mehreren Jahren kenne, sprachen wir nie über unsere Vergangenheit. Nie trat das zu Tage, was uns alle jahrelang beschäftigte: Sie waren genauso Diablo 2-versessen wie ich. Und es hat sie wieder erwischt. Nun ja, seit diesem Tag ziert ein Diablo 2-Wallpaper meinen Desktop, ich habe mehrere Accounts allein zum mulen und bereits einige High-Level-Charaktere verloren
-RIP The_Barbara ... The_ShiceIce-.
Doch was kommt nun? Auf der letzten - damals ersten - BlizzCon ließ man von Diablo 3 nichts verlauten. Ich warte sehnsüchtig auf neue Abenteuer, bin bereit, mit meinen Clankollegen in den virtuellen Krieg zu ziehen, neue Zauber auszutesten und dem Höllenfürsten Diablo zum dritten Mal in den Arsch zu treten. Natürlich bin ich nicht der Erste und auch nicht der Einzige, der das alles will - die Jungs und Mädels von indiablo.de veröffentlichten bereits vor laaaanger Zeit eine Petition für Diablo 3. Bisher gab es zwar einige News zu Diablo 3, doch leider ist einfach nichts wirklich greifbar. Also, meldet Euch bei meiner Lieblings-Diablo2-Seite an, unterschreibt die Petition Call to Arms und lasst uns gemeinsam auf ein rasches Erscheinen des Höllenfürsten hoffen.
Solltet auch Ihr Hardcore-Ladder zocken und Lust auf gemeinsames Spielen haben, dann schickt mir einfach eine Mail. Viel Spaß und wir sehen uns im Chaos Sanktarium.