Größer, schöner, gewaltiger…
Dragonball Z Ultimate Tenkaichi ist ein Prügelspiel – welche “Überraschung“ bei der Thematik. Über elf Kapitel lang mit bis zu jeweils acht Kämpfen durchlebt ihr die essentiellen Schlachten der Dragonball-Z-Saga. Diese bestreiten übermenschliche Wesen, die gerne auch mal mit einem Fingerschnipsen einen ganzen Planeten zerstören können. Alle weitere Erklärungen würden den Nicht-Kenner nur verwirren, denn die Beziehungsverhältnisse der Protagonisten wie Antagonisten entwickeln durchaus mittelschweres Soap-Opera-Niveau – inklusive Zeitreise-Drama. Fans sei gesagt: Soweit ich das noch in Erinnerung hab, haben die Entwickler im Kern nichts geändert.
…und schlechter
Dragonball Z Ultimate Tenkaichi ist ein Prügelspiel – ach, das hatten wir schon. In der Regel treten zwei Recken gegeneinander an, egal ob nun im besagten Storymodus oder in einem der anderen Modi, in denen ihr z.B. einen eigenen Charakter aufbaut, Turniere bestreitet oder gegen einen Freund (wahlweise Off- oder Online) antretet. Auf den ersten Blick ist das Kampfsystem enorm komplex: Je nachdem, wie weit die Kontrahenten voneinander entfernt stehen bzw. schweben (ja, ihr könnt euch in allen drei Dimensionen frei bewegen), stehen euch Fern- oder Nahangriffe zur Verfügung. Die meiste Zeit läuft es jedoch auf letztere hinaus – und um zu erklären, warum dies so ist, muss ich etwas weiter ausholen:
Nehmen wir an, die Kämpfer stehen sich direkt gegenüber: Dann verursacht ein Druck auf einer der beiden Angriffsknöpfe einen Schlag und/oder einen Tritt. Hat einer den anderen erwischt, dann reicht mehrfaches Drücken eines Knopfes aus, um ihn regelrecht zu verprügeln. Nach einer erfolgreichen Schlagkombination sorgt nun ein mehr als fragwürdiges Spielelement für Sorgenfalten über des Kritikers Augenbraue: Beide Spieler müssen erneut einen der beiden Angriffsknöpfe drücken. Haben sie sich für den gleichen entschieden, dann kann sich der Geprügelte retten und mit einer Ohrfeige kontern. Sind sie hingegen unterschiedlich, erhält der Angreifer die Möglichkeit, sein Opfer quer durch die Szenerie zu werfen.
Dabei fügt er ihm natürlich heftigen Schaden zu – um genau zu sein so heftigen Schaden, weshalb alle anderen Aktionsmöglichkeiten stark an Reiz verlieren. Im Fernkampf feuern die Kontrahenten mit Energiebällen um sich, die zwar auch weh tun, aber bei weitem nicht den gleichen Effekt erzielen – zudem auch hier nach mehrfach erfolgreichen Treffern es automatisch zu einem direkten Schlagabtauch kommt, wo sich wieder die beiden Spieler für einen der Knöpfe entscheiden sowie hoffen müssen, die richtige Wahl getroffen zu haben.
Definiere “monoton“
Während ein menschlicher Spieler immerhin die Chance erhält, durch heftiges Knöpfchen drücken die Angriffswelle seines Gegners beenden zu können, ist sich hierfür die Computer-K.I. anscheinend zu fein. Und genau hier liegt das große Problem von Dragonball Z Ultimate Tenkaichi begraben: Das System ist viel zu billig und viel zu simpel, weshalb fast alle Kämpfe auf das gleiche Schema hinaus laufen. Hinrennen, prügeln, hoffen die richtige Taste zu drücken und falls dem so ist, weiter auf den Feuerknopf hämmern. Alles andere lohnt sich schlicht nicht und der Schwierigkeitsgrad erhöht sich einzig darin, dass a) der Computer eventuell schneller beim Einleiten seiner Schlagkombination wird oder b) das Glück euch nicht gerade hold ist bzw. ihr euch häufig für die falsche Angriffstaste entscheidet.
Abwechslung ist Mangelware – und in diesem Falle alles andere als erwünscht. So gibt es Verfolgungsjagden, in denen ihr einem euch hinterher fliegenden Gegner durch halbwegs geschicktes Ausweichen davon zischen müsst oder umgekehrt ihn durch “geschicktes“ Fliegen im Windschatten einholen sollt. Sind diese Szenen zwar langweilig, aber harmlos, machen euch die wenigen Bosskämpfe wahnsinnig. Dort steht ihr vor einem riesigen Monster, für deren Verteidigung ihr blitzschnelle Reaktionen benötigt und euch nur wenige Sekunden zum Kontern geschenkt werden. Irgendwann wechselt das Konzept rüber zu einer extrem nervigen QTE-Szene, in denen euer Knopfdruck gut eine halbe bis eine ganze Sekunde zu spät (!) registriert wird. Nehmt dann noch ein paar absolut ätzende und auch beim hundertsten Versuch nicht abbrechbare Dialogzeilen hinzu, und ihr schmeißt die DVD ganz von alleine in die Mülltonne.
Umfang und Grafik verschwendet
Rein von der Ausstattung her gaukelt das Spiel auch zuerst mehr vor, als letztlich drin steckt. So gibt es zwar über 40 Kämpfer, jedoch spielen sich diese praktisch allesamt gleich. Weil das grundlegende Problem des Kampfsystems in sämtlichen Modi ins Gewicht fällt, verpuffen deren Unterschiede (z.B. das bereits angedeutete Basteln eines “eigenen“ Charakters anstatt dem Übernehmen Story relevanter Figuren) zur Unwichtigkeit. Zu zweit ist das Spiel ein klein wenig spannender, sofern beide Spieler das System auf die gleiche Art ausnutzen. Nur hängt dann der Sieg mehr vom Glücksfaktor anstatt vom Können ab.