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Dungeons

Realmforge Studios
Kalypso Media
Strategie
27.01.2011
k.A.
PC

Bewertung
USK

Dungeons Vorschau

Dungeons ist einfach ein schönes RPG

Mit Dungeons schafft Realmforge Studios einen Strategietitel mit Dungeon-Keeper-Flair.

  03.09.2010   0 Kommentare   2873 Klicks
 
 
Vorschau: Dungeons 0,0 0

Als ich auf der Gamescom am Stand von Kalypso Media erschien, um das Spiel Dungeons anzusehen, wusste ich nicht was mich erwartet. Umso größer wurden meine Augen, als ich das laufende Spiel sah. Bilder von ausgiebigen Multiplayersessions in dunklen Verliesen schossen mir in den Kopf, von handverlesenen Monsterarmeen, für die ich modrig-kuschelige Trainingsräume, Schatzkammern und Schlafsäle schuf. Wie ich mit der Geduld eines Vaters meinen Horny in die Schranken wies, wenn dieser mal wieder im Dungeon Amok lief und an meinen Vampiren, Eisernen Jungfrauen und Magiern seine Sense ausprobierte. Nun ja, einen Horny wird es in Dungeons nicht geben, aber so ziemlich alles andere was vor über einem Jahrzehnt in den beiden Teilen des Echtzeit-Strategiespiels Dungeon Keeper steckte. Oder doch nicht?

Fortsetzung, Plagiat oder Innovation?

Vorschau: Dungeons

Beginnen wir mit einer Feststellung: Dungeons ist weder eine Fortsetzung von Bullfrogs Klassiker, noch bewegt es sich im gleichen Franchise. Die Entwickler von Realmforge Studios haben ein völlig neues Spiel erschaffen, was optisch extrem viel mit Dunegon Keeper gemeinsam hat, spielerisch aber neue Wege beschreitet. Eine wichtige Änderung ist das Spielprinzip: Zwar ist Dungeons ein Strategiespiel, aber nicht im klassischen RTS-Sinne. Studioleiter Benjamin Rauscher erklärte, dass die Monster eher eine weitere Ressource seien, denn eine typische Einheit. Das macht vor allem ihr stationärer Charakter aus. Aber dazu später mehr.

Das primäre Ziel von Dungeons ist das Sammeln von Prestige. Die kostbare Ressource erhaltet ihr für einen vorbildlich ausgebauten Kerker. Dafür wiederum benötigt ihr Seelenenergie, welche ihr durch das Gefangennehmen und Foltern von Helden erhaltet, die in euren finsteren Hallen nach Ruhm und Reichtum suchen. Ihr spielt den Keeper des Dungeons, mal in der Ego-Perspektive, mal in der isometrischen Ansicht und macht euch einen Namen als Innenarchitekt. Denn echte Helden lockt man nur an, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Und diese können äußerst unterschiedlich ausfallen. Eine gut gefüllte Schatzkammer ist natürlich Pflicht. Andere lässt der schnöde Mammon völlig kalt, dafür wollen sie Blut sehen. Also müssen Monster ran, um als Bauernopfer dem höheren Ziel zu dienen.

Was kennen wir schon?

Vorschau: Dungeons

Wenn ein Spiel so offensichtlich Elemente eines anderen aufgreift, wird natürlich ein Vergleich gezogen. Und dieser dürfte gar nicht mal klein ausfallen. Fangen wir an mit der Optik: Die Verliese sehen mehr oder weniger identisch wie in Dungeon Keeper aus. Natürlich ist die Grafik auf heutigem Niveau und anstelle von platten Wänden seht ihr jeden einzelnen Stein im Detail. Überhaupt wurde am Look nicht gespart und der Dungeon wirkt liebevoll-morbid in Szene gesetzt. Wechselt ihr in die isometrische Ansicht, könnte man Stein und Bein darauf verwetten, doch eine Fortsetzung zu spielen. Um euch einen Weg durch das Gestein zu bahnen, markiert ihr quadratische Felder und verbindet sie mit einem eurer Gänge oder Räume. Schon bald eilen Imps herbei, die mit dem Abtragen der Wände beginnen. Dabei finden sie gelegentlich auch Gold, was von ihnen eingesammelt wird.

In den neu geschaffenen vier Wänden könnt ihr nun für Seelenenergie verschiedene Räume schaffen und diese mit Zierobjekten ausstatten, um eurem Dungeon mehr Prestige zu verschaffen und mächtigere Helden anzulocken. Das Zentrum eures Reiches stellt stets das Dungeon-Herz dar. Dieses hat eine bestimmte Anzahl an Trefferpunkten und wird früher oder später Ziel von rechtschaffenden Helden. Fällt euer Herz, verliert ihr das Spiel. Es muss also gut beschützt werden und da kommen auch schon die Monster ins Spiel. Diese müsst ihr so platzieren, dass keiner der eklig-guten Plattenträger an ihnen vorbei kommt, auf seinem Weg in euer Allerheiligstes.

Was ist anders?

Vorschau: Dungeons

Anstelle das ihr Monster über ein Portal in euren Dungeon lockt, indem ihr entsprechende Räumlichkeiten schafft, dreht Realmforge Studios den Spieß um: Ihr platziert Monster gezielt an bestimmten Punkten in eurem Dungeon, indem ihr Spawn-Punkte baut. Dort erscheinen dann eure finsteren Vasallen und warten brav darauf, dass ein Held vorbei schaut. Da sie keinerlei Bedürfnisse oder Feindschaften haben, ist fortan Nasebohren angesagt, bis endlich ein Held von eurem Prestige angelockt ihren Aggro-Radius betritt. Ob an diesem Konzept bis zum Release noch geschraubt wird bleibt zu hoffen, denn die höchst passiven Abscheulichkeiten verpassen dem sonst sehr vielversprechendem Konzept einen Dämpfer. Ich verstehe, dass sie ein strategisches Element als Bedürfnisbefriediger darstellen und um bestimmte Punkte vor Helden zu bewachen, aber ein gewisses Eigenleben und vor allem gelegentliche Eigenwilligkeiten würden sicher nicht schaden.

Es gibt insgesamt drei verschiedene Ebenen im Verlauf der Kampagne. Ihr startet in den Katakomben im Dungeon-Keeper-Look. Später folgt der versunkene Tempel, der euer Verlies in eine Dschungel-Festung verwandelt und zuletzt erwartet euch ein Lava-Ambiente mit entsprechenden Monstern. Jede Ebene wird von einem eigenen Lord kontrolliert, der erst als euer Vorgesetzter fungiert und später von euch vom Thron gestoßen wird. Um dafür mächtig genug zu werden, steht euch in bester Rollenspiel-Manier ein umfangreicher Talentbaum mit drei Zweigen zur Verfügung: Angriff, Verteidigung und Bauen. Jeder Zweig hat fünf Stufen mit verschiedenen Verbesserungen. Dabei stehen euch sowohl aktive, als auch passive Fähigkeiten zur Verfügung. Talentpunkte erhaltet ihr durch Quests, die ihr im Laufe eurer Kampagne absolviert.

Geheimtipp der Gamescom 2010

Vorschau: Dungeons

Keeper-Freunde dürfen wieder frohlocken. Auch wenn Dungeons sich anders spielt als sein offensichtliches Vorbild, dürfte jedem Spieler ein fieses Grinsen à la Monty Burns über die Lippen gehen, sobald sich der erste arrogante Strahlemann in eure Hallen verirrt. Und es ist für viele verschiedene Typen etwas dabei: Die Gestaltung des Dungeons begeistert Aufbau-Freunde und Fans der Sim-Reihe können sich mit den zahlreichen Zierobjekten austoben, die ihr in euren Räumen aufstellt. Strategen planen den perfekten Grundriss für ihren Helden-Schreck und platzieren Schatzkammer und Wächtermonster an wichtigen Knotenpunkten. Rollenspieler erfreuen sich über den komplexen Talentbaum und planen die nächsten Steigerungen schon einmal im Voraus.

Dungeons erfreut mit einem erfrischenden Spielkonzept und schließt eine Lücke, die seit über einem Jahrzehnt klafft: Endlich wieder abgrundtief böse sein! Auch wenn Overlord ein ähnliches Prinzip verfolgte, geht doch nichts über sein eigenes Verlies voller Monster und Schätze. Zwar bleibt abzuwarten, ob sich eingefleischte Horny-Fans durch die passiven Monster abschrecken lassen und inwieweit sich der Spieler aktiv mit seinem Keeper am Spielgeschehen beteiligen kann. Doch scheint das Spiel schon jetzt die finstere Seele zu besitzen, die es verdient. Mit Dungeons dürft ihr euch auf ein schaurig-schönes Strategiespiel freuen, in dem ihr Moral und Ethik am Eingang abgebt und gegen genialen Wahnsinn und Heimtücke tauscht. Und weil das ganze so wunderbar aus dem Rahmen des sonstigen Aufgebots der Spielszene heraus sticht, hat es sich den Titel „Geheimtipp der Gamescom 2010“ verdient!

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Kommentare

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neox700
von neox700 | 06.09.2010, 12:41 Uhr

Also das mit den passiven Monstern schreckt mich ein wenig ab, hoffe es gibt dann zu dem Game eine Demo :D

Vetes
von Vetes | 04.09.2010, 00:42 Uhr

Also den horny würde ich aber auch vermissen ^^

Heavyflame
von Heavyflame | 03.09.2010, 23:44 Uhr

Auch wenn es kein wirkliches DK ist bin ich weiterhin gespannt wie es sich spielt, das printip hört sich auf jedem Fall interessant und druchdacht an nur scheint die Umsetzung das Problem.

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