Kalauer: Was macht Alonso, wenn er die Weltmeisterschaft gewonnen hat? Die Spielkonsole aus. Und nun: ROFL!
Wer eine Beschreibung des Spielkonzeptes bräuchte, möge sich unseren Testbericht zu Mario Kart Wii durchlesen – oder folgende knappe Zeilen in sich aufsaugen: Als einer von 24 originalen und sechs frei erfundenen Fahrern düst ihr mit Affenzahn über Fantasiekurse, die in den offiziellen Veranstaltungsländern dieser (nun ja abgelaufenen) Saison vom Ecclestone-Tross bereist wurden. Statt euch mit Setups und Qualifyings herumzuplagen, gebt ihr Gas und vertraut auf eines der zahlreichen Extras, die auf der Strecke verteilt herum liegen: Dies wären zielsuchende rote Blasen, die den Gegner blockieren, ein Safety Car, welches das ganze Feld einbremst, oder kurzzeitige Boosts, die als reguläres Extras oder KERS-Einsatz in bestimmten Zonen auftauchen. Ein heißer Anwärter auf den Preis für die „Innovation des Jahres“ ist F1 Race Stars somit sicherlich nicht. Möchte es aber wohl auch nicht sein. Viele andere gute Klone wie die Crash Kart-Reihe oder Sega & Sonic All-Stars hatten bewiesen, dass man zumindest für vergnügte Stunden sorgen könnte.
Generisches Streckendesign, charmante Präsentation
Dieses Kinn ist in einem etwaigen Nachfolger nicht mehr mit dabei.
Leider fehlt dem Spiel aber die Klasse der anderen Klone. Die Strecken beispielsweise sind bunt, verwinkelt... und beliebig austauschbar. Highlights gibt es quasi keine. F1-Fans frohlocken, wenn sie in Singapur mit der Beleuchtung zu kämpfen haben, in Spa die Eau Rouge hochjagen oder vom Originalkurs in Abu Dhabi Richtung Wüste abdrehen und dort in den Dünen rumflitzen. Wirklich neue Fans wird man sich damit nicht heranholen, ebenso wenig werden eingefleischte Kenner kaum mit platten Gameplay zu begeistern sein.
So vergehen Stunden um Stunden – nicht etwa, weil der Titel großartig zu begeistern weiß, sondern weil es das harte Los eines Spieleredakteurs ist, sich auch mit all den Games herumzuplagen, die nicht von Anfang an eine Mordsgaudi versprechen. Vielleicht braucht F1 Race Stars einfach etwas länger, um zu begeistern. Vielleicht reißen 4-Spielermodus und schier unendliche Cup-Varianten (neue Kursverläufe, Spiegelmodus, etc.) doch noch nach oben aus. So hofft man zumindests. Nach sechs Stunden aber dann: Ernüchterung. Das hier war wohl nichts.
Schade nicht nur, weil ernsthafte Mario Kart-Konkurrenten rar gesät sind, sondern auch, weil die technische Seite an und für sich stimmig ist. Der Cartoon-Look gefällt, die Strecken sind bunt und quietschig. Während die Musik nervt, überzeugen die Umgebungsgeräusche und Sprachsamples der Piloten. Das Geschwindigkeitsgefühl geht für ein an Kinder orientiertes Spiel vollkommen d'accord, erwachsene Zocker werden aber in einen nicht allzu angenehmen Halbschlaf fallen.