Vor knapp einem Jahr erschien in Japan “Final Fantasy: The 4 Heroes of Light“ für den Nintendo DS. Diesen Oktober kommt das Spiel endlich zu uns nach Deutschland. Laut den Produzenten handelt es sich um ein „klassisches RPG mit heutiger Technik“. Was euch tatsächlich erwartet, erfahrt ihr in unserer Preview.
Die entführte Prinzessin
Prinzessin Carino wird von der bösen Hexe des Nordens entführt. Ihr Vater, König von „Horne“, beauftragt den gerade mal 14 Jahre alt gewordenen Brand mit der Rettung seiner Tochter. Doch Brand ist nicht alleine: Im Laufe des Spiels gesellen sich drei weitere wie unterschiedliche Charaktere auf seine Seite und unterstützen ihn mit ihren ganz speziellen Stärken. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur soviel: Es handelt sich um eine typische sowie klassische “Final Fantasy“-Story. Ihr erfahrt mal mehr, mal weniger triviale Informationen über die Charaktere, das Land und natürlich wie es überhaupt zur Entführung kommen konnte. Tatsächlich hat mir die Story im Rahmen der Preview sogar besser gefallen als bei so manchem „modernen“ “Final Fantasy“, eben weil sie märchenhafter ist.
Auch der Grafikstil wandert gegenüber den aktuelleren “Final Fantasy“-Titeln wieder mehr in Richtung Comic-Look. Euch beschleicht häufig gar das Gefühl, einen Titel aus der “Animal Crossing“-Reihe in euren DS gepackt zu haben. Die Körper der Helden sind klein und die Köpfe sowie Augen verhältnismäßig groß. Auf der farbenfrohen Oberwelt seht ihr, ganz wie früher, Wälder, Flüsse und Städte. Selbst das Wetter spielt zumindest optisch eine Rolle: So scheint in einem Gebiet die Sonne, während es in einem anderen schneit.
Berufskämpfer

Die Kämpfe werden zufällig ausgelöst und versetzen euch sogleich ins Staunen: Komplett in 3D greifen euch teilweise übergroße Monster und Drachen an, die detailliert modelliert und liebevoll animiert sind. Sie stürzen sich mit mächtigen Attacken und Zaubersprüchen auf eure Helden. Allein die Magie-Effekte sehen bereits jetzt in dieser Preview-Version beeindruckend aus und zeigen, was der kleine DS noch so alles drauf hat. Jedem Charakter stehen während des Kampfes Aktionspunkte zur Verfügung, die er für physische Angriffe, Zauber oder Items aufwenden darf. Diese werden der Reihe nach abgearbeitet, bis der Gegner am Zug ist. Bei Sieg winken Erfahrungspunkte, die ihr zur Verbesserung der Attribute eurer Party investiert. Eine Abart des klassischen Jobsystems ermöglicht zusätzlich, die eigenen Helden so zu entwickeln, wie es einem in den Sinn kommt. So könnt ihr euren Charakteren Berufe andichten, in dem ihr ihnen Hüte aufsetzt. Kein Witz: Beim sogenannten „Crown System“ legt ihr eine Kopfbedeckung an und spezialisiert euch so vom Haudrauf-Kämpfer bis zum Wunden-Heiler.
Darüber hinaus lassen sich die Charakterattribute der vier Freunde mit Ausrüstungsgegenständen, Waffen und Kleidung verbessern. Diese erhaltet ihr wie gewohnt als Belohnung für gewonnene Kämpfe oder bei einem örtlichen Händler gegen Bares. Die Händler sowie die meisten anderen NPCs, mit denen ihr euch unterhalten könnt, findet ihr selbstredend in den wenigen Städten der Spielwelt. Diese erinnern ebenfalls ein wenig an “Animal Crossing“: Es sieht alles bunt und irgendwie putzig aus. Man könnte vom Ambiente her glatt vergessen, dass ihr es hier mit einem waschechten Rollenspiel zu tun habt. Die Oberwelten und Dungeons wiederum sind situationsbedingt entweder farbenfroh oder düster gehalten. Zudem ertönen aus den Lautsprechern eures DS schön komponierte, ins Ohr gehende Musikstücke sowie tolle Soundeffekte.
Ausblick
Endlich mal wieder ein frisches, klassisches “Final Fantasy“: Es versucht gar nicht erst das Rad neu zu erfinden und damit im schlimmsten Fall irgendetwas zu verschlechtern. Die Entwickler scheinen bewusst auf so manchen Schnickschnack zu verzichten und wollen einfach nur ein klassisches Märchen erzählen. Der putzige Comic-Stil mag nicht jedermann Geschmack treffen, doch man gewöhnt sich schnell an ihn. Die für Nintendo DS-Verhältnisse knallbunte Grafik, toll animierten Kämpfe und krachenden Effekte lassen einen einfach zu sehr staunen. Mir jedenfalls hat die Previewversion von “Final Fantasy: 4 Heroes of Light“ viel Vorfreude bezüglich der fertigen, europäischen Version beschert.